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                                                                                     AUF DEN SPUREN DER RÖMER 

                                  Seenpaddeln in Mittelitalien auf Lago Trasimeno, di Bolsena, di Vico und di Bracciano 

Hoch oben vom Flieger aus sieht man sie an wolkenlosen Tagen als blaue Perlenkette – harmonisch eingebettet ins Grünbraun der Apenninhalbinsel – verlockend leuchten. Schon öfter kam mir die Idee, da unten in den ursprünglich gebliebenen Landschaften Italiens südlich der touristischen Toskana mit dem Kanu unterwegs zu sein. Die Rede ist hier von den 4 großen Seen vulkanischen Ursprungs in Mittelitalien. Ob’s lohnt, für den Besuch der sehenswerten Provinzen Umbrien und Latium – dem Kernland der alten Römer – außer dem Kultur-Reiseführer auch die Tourenkajaks einzupacken, das testet die Kassel-Family erstmals im Herbst 2003.                                                                                                                                                                                                                                   

Der endlos lange Sommer 2003 war über ganz Europa meist wolkenlos und herrlich heiß – aber leider auch furztrocken. Mangels Niederschlägen saßen Kanuten aller Art – egal, ob WW-Freaks oder Tourenpaddler – meist auf dem Trocknen. Auf der vergeblichen Suche nach paddelbaren Fließgewässern fiel mir die blaue Perlenkette auf der Landkarte Mittelitaliens wieder ein: Der Lago Trasimeno beim mittelalterlichen Perugia, der Lago di Bolsena nahe der Weinstadt Orvieto, der kleinere Lago di Vico südlich davon mitten im Bergwald und der Lago di Bracciano 30 Kilometer vor den Toren Roms. Seen dieser Größe können ja in nur einem Jahrhundertsommer nicht schon verdunstet sein! Ein schönes Revier also für eine Kajak- und Kulturrundreise im Herbst bei milden Temperaturen, umringt von südländischer Vegetation, alten Römerstädtchen und jeder Menge geschichtsträchtiger Kirchen, Klöster, Dome und Paläste.

Der Trasimenische See – ein Paradies mit kleinen Fehlern

In einer Nacht sind wir da: Über den Brenner und die Apennin-Autobahn gelangen wir schnell zum 258 m hohen Trasimeno-See, der direkt an der Hauptverkehrsader nach Rom liegt. Und über Nacht haben wir den Kälteeinbruch in Deutschland mit ersten Schneefällen in den Alpen hinter uns gelassen.

Es ist Sonntagmorgen. Eine milde Sonne bescheint die 126 qkm große, glitzernde Wasseroberfläche des zwischen olivenbaumbestandenen Hügelketten eingebetteten Trasimeno-Sees. Bei 20 Grad Wohlfühl-Temperatur haben in Castiglione del Lago – dem größten Städtchen auf einer Felsnase im See – die Straßencafes geöffnet. Schick gekleidete Italiener flanieren mit ihren sonntäglich herausgeputzten Kindern in typischer Landesmanier durch die romantischen Gässchen. Wir trinken den ersten Cappuccino und genießen vom mächtigen Castello del Leone einen herrlichen Rundumblick über den See, auf dem bei leichter Brise einige Segeljollen dümpeln.

Auf unserer Fahrt zu den mittelitalienischen Seen lassen wir den berühmtesten italienischen See - den GARDASEE nämlich - rechts liegen.

Hätten wir gewusst, wie das Wetter weiter südlich aussieht, dann wären wir spontan am schönen Gardasee geblieben!

Anschließend starten wir gleich zu einer Erkundungsfahrt rund um den See. Beim Tanken entdeckt meine Frau Astrid eine genaue Seekarte im Maßstab 1:25 000, die sich hervorragend für Kajak- und Radtouren eignet. Am liebsten würden wir die antiken Örtchen rund um den See und geeignete Einstiegsstellen für die geplanten Kajaktouren auf Fahrrädern erkunden. Der See hat einen Umfang von 54 km und kann in einem Tag radelnd umrundet werden. Das wäre jetzt sicher bei dem angenehmen Spätsommerwetter schöner als im Auto. Aber ich hatte vor einem dreiviertel Jahr einen schweren Snowboard-Unfall, bei dem ich beide Beine mehrmals brach. Vom Rollstuhl ins Kajak, das klappt prima – geeignete Einstiegs- und Ausstiegsorte vorausgesetzt. Aber Laufen und Radeln geht nur mit Schmerzen.

Am Trasimeno scheint noch die Sonne bei milden spätsommerlichen Temperaturen. Das wird sich leider bald ändern!

Die antike Kulturlandschaft rund um den Trasimeno ist schlicht und einfach wunderschön und steht der benachbarten Toskana in nichts nach: Uralte Ölbaume, jetzt im Herbst leuchtend bunte Weinberge, markante Zypressenhaine, lange, schattige Pinienalleen, dazwischen zerstreut alte, malerische Gehöfte, teils verfallen oder liebevoll restauriert. Auf den historischen Plätzen der sehenswerten Ortschaften mit mittelalterlichem Flair stehen mächtige Platanenbäume, die schon viele Menschengenerationen überlebt haben und wo wie eh und je alte Männer auf Bänken sitzen und palavern. Am trotz Tourismus erfreulich unverbauten Seeufer blickt man auf endlose Schilfrohrfelder, Pappeln, Weiden und Erlen - und findet an öffentlichen Parkplätzen, kleinen Fischerhäfen und zahlreichen Campingplätzen genügend Stellen, wo man ungehindert ans Wasser gelangt.

An der Uferpromenade von S. Feliciano, wo sich links ein großer wohnmobiltauglicher Parkplatz befindet, schieben wir erstmals unsere Kajaks ins Wasser – und stoßen erstmals auf kleine „Fehler“ im Paddelparadies. Die Seeufer sind verschlammt! Wir müssen Gummistiefel benutzen, die sich festsaugen. Die Kajaks werden auch von innen versaut. Egal!

Auf milchigtrübem Wasser, in dem sich Scharen schwarzer Enten und Fischreiher tummeln, paddeln wir hinaus auf den weiten See, begleitet von Möwen und kleinen Fischerkähnen. Überall in den flachen Uferzonen stecken lange Stangen, zwischen die Netze und Reusen gespannt sind. Fischfang hat Tradition am Trasimeno und noch heute leben 150 Familien von diesem Handwerk.

Wir steuern auf die erste von den 3 hübschen Trasimeno-Inseln zu. Im Windschatten der Isola Polvese legen wir an – und stoßen hier wie anderswo auf Spuren der alten Römer, deren Legionen 295 v. Chr. die Gegend eroberten.

Von allen überlieferten Römer-Geschichten beeindruckt mich am stärksten die lebendige Vorstellung von der legendären Schlacht am nördlichen Ufer des Trasimeno-Sees, die am Morgen des 24. Juni 217 v. Chr. beim Örtchen Tuoro stattfand: Hier vernichtete der berühmte Karthager-Feldherr Hannibal, der zuvor mit 90.000 Soldaten, 12.000 Pferden und 37 Elefanten von Nordafrika kommend unter großen Verlusten die Pyrenäen, die Rhone und die Alpen überquert hatte, das Römerheer unter der Führung des Konsuls Gaius Flaminius. Die römischen Legionäre wurden eingekesselt, die Überlebenden flüchteten ins Uferschilf am See und versanken mit ihren schweren Rüstungen im Schlamm. Der kleine Fluss, der durch das Schlachtfeld floss, war 3 Tage rot vom Blut der Niedergemetzelten und erhielt den Namen „Sanguineto“, so wie der Hügel oberhalb von Tuoro als „Monte Sanguigno“ bis heute bekannt blieb.

Aber auch in den folgenden Jahrhunderten passierte ständig was in der Gegend, worein sich geschichtsinteressierte Kanuten – bewaffnet mit den üblichen Kulturreiseführern – in Paddelpausen und bei Besichtigungen anschaulich vertiefen können.

Aber auch bei dieser ersten von mehreren, sehr lohnenswerten Kajaktouren passiert bei uns was Berichtenswertes: Im Windschatten pausierend haben wir nicht bemerkt, dass der Wind zwischenzeitlich gewaltig zugelegt hat. Als wir die nördliche Ecke der Isola Polvese umrunden, blasen uns nicht nur heftige Böen bis Windstärke 8 aus Südwest ins Gesicht, sondern es rollen auch kurze, steile Wellen auf uns zu. Das ist nicht weiter schlimm, das sind wir von vielen Seekajaktouren in aller Welt gewohnt. Nur: Das hier sind schmutzig-braune, nach Moder stinkende Schlammwellen, die übers Decks rollen und uns bis in die Haarspitzen einsauen! Wir müssen mächtig reinhauen, um schnellstmöglich wieder an Land und unter die Dusche zu kommen.

Währenddessen habe ich ausgiebig Gelegenheit, über die Ursache dieser unangenehmen „Paddel-Schlammschlacht“ intensiver nachzudenken: Der Lago Trasimeno ist eigentlich eine Monster-Regenwasserpfütze! „Erdarbeiten“ im Miozän (das ist schon länger her) schufen die geologische Form des Sandsteinbeckens, in dem sich seit jeher Regenwasser sammelt – und das Ganze ohne natürlichen Abfluss. Die „Pfütze“ ist durchschnittlich nur 4,90 m tief und ständig von Überschwemmung oder Austrocknung, Verschilfung, Versumpfung, Verschlammung und Umweltverschmutzung bedroht. Schon früher – erfolgreich erst in jüngster Zeit – versuchte man das Problem durch die Schaffung künstlicher Zu- und Abläufe zu lösen. Doch zum genussvollen Baden lädt uns der Trasimeno-See auch heute nicht ein.   

Lago di Bolsena – sauber und scheinbar in deutscher Hand

Alles ist anders am fast gleichgroßen und auf 305 m gelegenen Bolsena-See, den wir einige Tage später in 2 Autostunden über die kurvenreiche Landstraße und die sehenswerte Weinstadt Orvieto erreichen! Hier ist das Wasser bis zu 160 m tief, glasklar, sauber und prima zum Schwimmen. Statt Schlamm säumen schwarzer Sand, Tuffsteinkies und runde Kieselsteine vulkanischen Ursprungs die auch hier unverbauten Uferzonen. Das gleichnamige Städtchen Bolsena am Berg macht einen gepflegten, lebhaften Eindruck. Ladenschilder und Aufschriften sind auf deutsch geschrieben. Tankstellen- und Ristorantebesitzer sprechen gelegentlich deutsch.  Als wir bei der Suche nach einem Übernachtungsplatz am nördlichen Seeufer an einem Sackgassen-Schild „Keine Wendemöglichkeit“ lesen, da glauben wir endgültig zu wissen: Der Bolsena-See ist bevorzugter Anziehungspunkt deutscher Touristen. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn sich nicht auch das Wetter bei unserer Ankunft plötzlich typisch deutsch präsentieren würde: Nasskalt, windig und regnerisch. Es ist halt auch schon in Mittelitalien Ende Oktober, wo es gelegentlich mal regnen muss.

Zum Paddeln steht uns zunächst nicht der Sinn. Da alle Campingplätze bereits geschlossen sind, stellen wir uns mit dem Campingbus auf einen durch Uferbäume windgeschützten Parkplatz direkt am See einige Kilometer rechts von Bolsena. 

Wir verbringen den Tag typisch deutsch: Unsere Tochter Samira zieht Thermounterwäsche, Gummistiefel und Regenanzug an und geht zum Spielen an den Strand – wie an der Nordsee. Astrid packt ein dickes Buch aus, das sie schon immer mal lesen wollte – auch wie an der Nordsee. Und ich? Ich hab’ seit Neustem auf Tour wie die Profis mein mobiles Büro dabei – Laptop, Digitalkamera, Satteliten-Handy und zur Energieversorgung des Ganzen einen kleinen, geräuscharmen Honda-Stromgenerator. Und ich beginne mit dem Schreiben dieses Artikels.

Vorbei mit der spätsommerlichen Herrlichkeit!

Als uns am Nachmittag das Trommeln des Regens aufs Busdach auf die Nerven geht und Langeweile einkehrt, brechen wir auf, um das Seeufer in Richtung Capodimonte per Auto zu erkunden. Eine schmale, größtenteils geschotterte Straße führt – umsäumt von übermannshohem Schilfrohr – direkt am Wasser entlang. Es handelt sich um eine Art „Kultur-Trimm-Dich-Pfad“ mit Info-Tafeln und ist beschildert mit „Sentiero Briganti“. Immer wieder tun sich schöne Blicke über den See auf, mit kleinen, idyllischen Sand-, Kies- und Parkbuchten, wo man über Nacht im Campingbus gut biwakieren könnte. Auch erscheint uns die unverbaute Uferzone des Lago di Bolsena gut geeignet für mehrtägige Kajakgepäcktouren.

Auf dem SENTIERO BRIGANTI

So richtig frustriert werden wir allerdings von der Ortschaft Capodimonte. Im Gegensatz zu ihrem wohlklingenden Namen und der wirklich malerischen Lage auf einer vorspringenden Felsenhalbinsel entpuppt sich der Ort als ziemlich vergammeltes Nest, dessen Tristesse durch Kanalbauarbeiten im historischen Kern und den grauen, verregneten Oktobertag noch nachhaltig verstärkt wird. Als wir weder eine nette Kneipe noch ein geöffnetes Ristorante entdecken, treten wir wieder den Rückzug an und verziehen uns an eine hübsche, naturbelassene Seeuferregion zum Übernachten – in der Hoffnung, dass der schöne Bolsena-See am nächsten Tag paddelbar wird. Denn die reizvollste Wasserlandschaft – wo auch immer auf der Welt – büßt erheblich an Charme und Anziehungskraft ein, wenn lückenlos fettgraue, regenschwangere Wolken knapp über Kopfhöhe vorbeijagen und Sturmböen das Wasser bedrohlich aufpeitschen. 

Doch unsere Hoffnungen auf einen plötzlichen Schönwettereinbruch über Nacht werden enttäuscht. Nun denn, dann paddeln wir eben bei Sauwetter – wie im Norden Europas ja sonst auch üblich. Wir packen unsere Hardcore-Paddelklamotten aus, die wir in grenzenlosem Optimismus beinahe zu Hause gelassen hätten und los geht’s. Auch der Bolsena-See hat zwei interessante Inseln. Von einem ufernahen Parkplatz vor Capodimonte steuern wir die nahe gelegene Isola Bisentina an. Der Wind hat sich gelegt, trotzdem sind wir die einzigen Boote auf dem riesigen See. Noch nicht mal ein Fischerkahn treibt sich zwischen den ausgespannten Netzen herum. Alles wirkt merkwürdig gespenstig, auch die Insel, hinter deren hohen Bäumen ein dunkles, geheimnisvolles Schloss hervorschaut.

NACH WINDIGEN, KALTEN TAGEN SCHEINT ZWAR NOCH IMMER NICHT DIE SONST SO MILDE HERBSTSONNE, ABER DER LAGO DI BOLSENA LIEGT RUHIG UND WINDSTILL DA UND LÄDT ZUM PADDELN EIN

KEINE MENSCHENSEELE TREIBT SICH MITTE OKTOBER AM ODER AUF DEM SEE HERUM 

GESPENSTIG RUHIG GEHT ES AUF UNSEREM WEG ZUR INSEL BISENTINA ZU, DIE IM HINTERGRUND ZU SEHEN IST

Wir sind fast dort, als ein dröhnender Motor die Stille zerreißt. Um die nördliche Steilküstenecke von Bisentina rast ein großes Motorboot mit mächtiger Bugwelle – direkt auf uns zu! Spinnen die, oder was? Wir sind erschrocken. Dann bemerke ich die graue Farbe des Bootes und die dunkelblaue Aufschrift „CARABINIERI“, Polizei also! Was wollen die von uns? Keine Ahnung. Jedenfalls stoppen sie neben uns ihr Boot und reden wild gestikulierend  auf uns ein. Es dauert eine Weile, bis sie kapieren, dass wir kein Wort italienisch verstehen. Deutsch können sie nicht (also doch nicht alles in deutscher Hand!), aber irgendwann wird klar, dass sie wollen, dass wir hier sofort abhauen sollen – zurück ans Ufer! Warum nur? Der ältere der beiden Carabinieri rudert ständig weit ausholend mit beiden Armen wellenartig in der Luft herum und zieht dabei gefährliche Grimassen. Ob auf der Insel eine Wasserleiche rumliegt – oder was? Wir warten, bis die Polizisten endlich abhauen – und die warten darauf, dass wir endlich den Rückweg antreten. Nun gut, der Schwächere gibt nach. Wir paddeln zum Ufer zurück. Das wird eine  feuchte Angelegenheit, da mal wieder Sturmböen übers Wasser brausen und Gischt  versprühen. Auf den brechenden Windwellen bringen weiße Schaumkronen Abwechslung ins Grau. Doch das macht uns nix! Wir sind gut verpackt in Spritzdecken, wasserdichte Paddeljacken und Schwimmwesten. Nur unsere Südwester, die wir immer in Skandinavien benutzen, haben wir hier im warmen Italien doch prompt vergessen. Allerdings kapiere ich jetzt, warum der Polizist mit den Armen immer so wild um sich geschlagen hat.

Am Ufer zurück, ist uns noch nicht nach Aufhören zumute und wir paddeln im Windschatten am westlichen Ufer entlang. Vorbei an Capodimonte gelangen wir zum Seeörtchen Marta, von dessen herrlichem Anblick und Charme wir zugleich begeistert sind. Das mag auch daran liegen, dass der starke Wind die Wolkendecke aufgerissen hat. Aus blauen Löchern knallt herrlich warme Sonne und taucht die Szenerie in fotogenes Licht. So komme ich endlich zu brauchbaren Bildern für diesen Revier-Bericht.

Enten, Gänse und Schwäne begrüßen uns im alten Fischerviertel von Marta, wo die schmalen, schnittigen Kähne auf Rollen mit Seilwinden den Strand hochgezogen werden. Unter rauschenden Platanenbäumen sitzen alte, wettergegerbte Männer auf Bänken und flicken ihre Netze. Sie winken uns zu und grinsen freundlich. Sie halten uns für nicht ganz so bescheuert, wie die Carabinieri vor der Isola Bisentina. Sie lieben – und fürchten - wie wir die Elemente Wasser und Wind.

Wir steigen aus und entdecken direkt hinter der Strandpromenade eine kleine Pizzeria, die am Fließband frische, originell belegte Teigfladen produziert. Wir testen das gesamte reichhaltige Sortiment. Als wir gegen Abend satt, aber fröstelnd zum Bus zurückkehren, sind wir alle der Meinung, dass heute ein ganz netter Tag war – und beschließen, im richtigen Sommer an den Bolsena-See zurückzukehren, zwecks mehrtägiger Kanu-Gepäcktour.

EINE PADDEL- UND KULTURREISE FÜHRT ZWANGSLÄUFIG AUCH IN LANDESTYPISCHE LOKALE

HARTE KONTRASTE ZWISCHEN KALTEN, STÜRMISCHEN VULKANSEEN UND GEMÜTLICHEN KNEIPEN

Lago di Vico – keine taube Nuss

Der Dritte im Bunde der Vulkanseen ist zwar der kleinste, aber mit 507 m der höchstgelegene und landschaftlich besonders reizvoll zwischen Bergen, uralten Maronenbäumen, neueren Hasselnusssträuchern und riesigen Schilfrohrfeldern eingebettet. Was uns auf den ersten Blick stört, das ist die Tatsache, dass wir den See zunächst gar nicht sehen können. Da sind die unüberschaubaren, ziemlich hässlich eingezäunten Nussbaumplantagen und die Tatsache, dass Neuzeit-Römer die Südseite des ansonsten idyllischen Sees mit Ferienhäusern und hohen Mauern verrammelt haben. Um dem einen Riegel vorzuschieben, wurde das Seengebiet 1982 unter Naturschutz gestellt.

In der Nähe eines rustikalen Campingplatzes an der Ostseite finden wir einen Parkplatz, von dem aus wir die Kajaks zum Wasser bringen und zu einer Umrundung starten können. Trotz Stille, sanft im Wind rauschenden Schilffeldern und zahlreichen Wasservögeln sind wir etwas unruhig, denn auf dem Platz, wo wir unseren Bus mit Kajakanhänger zurückgelassen haben, lagen verräterische Scherbenhaufen von eingeschlagenen Autoscheiben herum. Der Lago di Vico liegt wohl schon im Arbeitsbereich römischer Autoknacker. Doch wir haben Glück. Bei unserer Rückkehr am Abend haben sich die Glasscherben nicht vermehrt. Trotzdem ziehen wir gleich weiter zum Lago di Bracciano vor die Tore Roms, in der Hoffnung dort einen noch geöffneten Campingplatz zu finden. 

WEITLÄUFIGE SCHILFUFER MACHEN DAS ANLANDEN AM LAGO DI VIGO HÄUFIG UNMÖGLICH

Lago di Bracciano – altes Segelrevier der Neuzeit-Römer

Eins vorneweg: Auch dieser große, fast kreisrunde Vulkan-See mit sauberem Wasser und drei sehr schönen alten Städtchen an seinem Ufer lohnt die Anreise und die Kajaks vom Kanuanhänger zu laden. Aber wir wissen nicht: „Wo nur, verdammt?“

Genervt umrunden wir stundenlang auf der landschaftlich sehr reizvollen Uferstraße zwei Mal den kompletten See – und reißen in einer der winkligen Ortsdurchfahrten die Außenbeleuchtung der Kanuanhänger-Lichtleiste ab. Egal, davon habe ich für Touren im engen Italien  immer genug Ersatz in der Reparaturkiste. Einen brauchbaren, wassernahen, öffentlichen Parkplatz für unser Zwölfmeter-Busgespann entdecken wir trotzdem nicht! Auch die zahlreichen, direkt am See gelegenen Campingplätze haben jetzt Ende Oktober ihre Tore längst verschlossen. Wir entdecken auch keinen geeigneten Platz, wo wir im Campingbus – wie bisher an den anderen Seen problemlos möglich – „wild“ übernachten können.

An der kilometerlangen Strandpromenade des wunderschönen Städtchens Trevignano Romano gibt es zwar jede Menge gebührenpflichtige Parkplätze, aber mit Markierungen für italienische 3-Meter-Autos. Wir würden dort mit unserem Gespann 4 Parkflächen auf einmal belegen – und das wäre auf Dauer etwas teuer. Gepflegt Essengehen in einem der zahlreichen, gemütlichen Römer-Ausflug-Ristorantes wäre dann nicht mehr drin. Unterhalb der hoch am Berg thronenden Burgstadt Bracciano liegen zwar herrliche Sandstrände, aber auch nette Hotels und Ferienanlagen, die ihre Parkflächen für sich beanspruchen. Danach folgen weitere, verlockende Strände mit feinem, schwarzen Sand, die aber von zahlreichen Segelclubs, Fischerplätzen, Bauernhäusern usw. parktechnisch blockiert sind.

Vor der von der Abendsonne wundervoll beleuchteten Kulisse der Altstadt von Anguillara Sabazia geben wir die Suche auf –  und stellen unser Gefährt direkt an der Strandpromenade unterhalb der Stadt ins Parkverbot. Wir harren der Dinge, die da kommen. Soll uns doch die Polizei erklären, wo wir legal parken dürfen! Mit erzwungener Ruhe fotografiere ich ein bisschen rum. Plötzlich hält ein Motorrad mit dem typisch röhrendem „Harley-Sound“ und einem Roma-Nummernschild neben uns. Keine Polizei! Nein, zwei Altrocker steigen von ihrem blitzblanken Kultgefährt. Zu meinem Erstaunen interessiert sich der eine für unsere Kajaks auf dem Hänger, während der andere – ein Schwarzafrikaner – einen Joint dreht. Wir kommen ins Gespräch und erhalten so den äußerst wichtigen Tipp, doch zum nur 5 Kilometer entfernten Lago di Martignano zu fahren. Dort soll sich hoch oben über dem Bracciano-See ein Parkplatzgelände befinden, wo wir „wild“ campieren können. Die freundlichen Biker fahren sogar vor und zeigen uns den Weg dorthin. Der ist zwar auf den letzten Kilometern recht abenteuerlich und ausgewaschen, führt uns aber zu einem Plateau mit Rundumsicht – der ideale Aussichtspunkt für schöne Sonnenuntergänge über dem Bracciano-See, die beweisen, dass die Natur keine Angst vor dem Kitschverdacht kennt.      

Ein ausgewaschener, holpriger Schotterweg führt zu einem herrlichen Aussichtsplateau über dem Lago di Bracciano

Hier oben hat man eine herrliche Aussicht über die Seelandschaft und auch die Möglichkeit zu übernachten - sofern man sich durch die zahlreichen nächtlichen Auto-Besucher nicht genervt fühlt, die hier nicht immer lautlos erotische Schäferstündchen genießen

Statt Mountainbikes befindet sich bei dieser Tour mein Rollstuhl auf dem Fahrradheckträger unseres Campingbusses

Der Standplatz hoch über dem Lago di Bracciano wird von der untergehenden Sonne beleuchtet


In der Nähe mehrerer Segelclubs auf der Westseite finden wir einen guten Startplatz für eine Seerundfahrt

Startklar für eine schöne Herbsttour auf dem glasklaren Wasser des Lago di Bracciano

Eine schöne Paddelkulisse bietet das hübsche Seestädtchen Trevignano Romano, wo ein abendlicher Bummel lohnenswert ist

Samira paddelt auf dieser Tour wohl zum letzten Mal mit mir im Zweierkajak, denn sie besitzt bereits ihr eigenes Seekajak, mit dem sie sicher unterwegs ist. Auch schreibt sie auf dieser Tour schon ihre eigenen Reiseberichte, die im Folgenden zu lesen sind.


Die Kassel-Family ist in den unterschiedlichsten Metiers aktiv. Gerd Kassel z.B. schreibt und fotografiert ständig unterwegs on tour. Das nervt zwar gelegentlich den Rest der Familie, animiert aber die 10-jährige Samira, selbst mit dem Geschichtenschreiben zu beginnen.......

                                                                       ALS DER WIND UNS SORGEN MACHTE 

Es war einmal eine Familie mit einem Vater, er hieß Gerd, einer Mutter, sie hieß Astrid und einem Mädchen namens Samira. Sie waren im Urlaub in Italien. Es war ein wunderschöner Tag in den Herbstferien. Sie wollten mit den Kajaks zu einer Insel im Trasimeno-See paddeln und wollten Fotos machen. Sie fuhren also hin, machten Fotos und planten danach die Insel zu umrunden. Sie beabsichtigten gerade ein Foto zu machen, denn Samira hielt sich an einer Boje fest.
Da kam eine Windböe und Samira konnte sich nicht mehr festhalten. Aber ihr Vater Gerd machte noch schnell das Bild von der Mutter im Kajak.

Dann fuhren sie weiter. Als sie ans Insel-Kap kamen, wurden die Wellen und der Wind plötzlich stärker. Samira, Gerd und Astrid hatten Mühe, die Paddel festzuhalten. Sie mussten kräftig reinhauen, damit sie vorwärts kamen. Samira und ihr Vater Gerd paddelten im Zweierkajak und ihre Mutter im Einer. Samira hatte Angst, dass sie umkippten und Astrid auch. Sie kämpften richtig mit den Wellen. Sie paddelten und paddelten, die Arme taten ihnen allen weh. Gleich, ja gleich waren sie im Windschatten. „Geschafft!“ sagte Samira. Nun machten sie Pause an einem Kieselstrand.

Aber als sie wieder aufbrachen und aus dem Windschatten rauspaddelten, frischte der Wind wieder auf. Die Wellen wurden wieder höher, aber nicht so hoch wie ums Kap. Es war trotzdem ziemlich schwer, den Kurs zu halten, denn die Wellen kamen etwas von der Seite. Auf einmal fing es an zu regnen. Aber sie schafften es noch, luden schnell die Boote auf den Kanuanhänger, zogen sich um und machten sich noch einen schönen Tag.

                             DIE NIEDLICHEN TIERE OHNE NAMEN 

Es handelt sich immer noch um Gerd, Astrid und Samira. Sie waren auch immer noch in Italien. Sie hatten gerade mit ihrem Campingbus geparkt und in einer Pizzeria gefragt, ob sie auf deren Parkplatz stehen bleiben könnten. Sie durften. Sie fuhren mit ihren Kajaks los, hinaus auf den Bracciano-See. Es war eine leichte Brise. Auch als sie an ein Kap kamen, wurden der Wind und die Wellen nicht stärker. Sie legten an einem  schönen Stadtstrand von Anguilara Sabazia an, an dem sie schon tags zuvor mit dem Campingbus gestanden hatten. Samira stieg aus und fütterte Enten und Schwäne. Denn sie hatten altes und neues Brot dabei. Das neue Brot aßen sie selbst, das alte verfütterte Samira an die Wasservögel.

Aber plötzlich sah Samira ein niedliches Tierchen im Wasser. Es sah aus wie eine Ratte, aber es war zu  groß dafür. Das Tierchen war sehr niedlich. Es schwamm in einen rechteckigen Kasten aus Beton mit einem Loch und oben offen. Der Kasten lag halb im Wasser. Dort schwamm viel altes und verschimmeltes Brot herum. Das seltsame Wasserwesen fraß alles auf. Samira, Astrid und Gerd kamen einfach nicht drauf, wie es heißen könnte. Doch als das Knabbertier anfing zu fressen, fotografierte Gerd es.

Dann paddelte die Familie Kassel zurück und lud die Boote wieder auf den Kanuanhänger. Sie fuhren auf einen schönen Platz, wo sie schon einmal waren. Die Zufahrtsstraße dorthin war aus Schotter und ziemlich stark ausgespült. Der Platz lag sehr hoch und man hatte eine schöne Aussicht über den Lago di Bracciano. Samira fotografierte dort einen sehr schönen Sonnenuntergang.

Also, kennst du diese seltsamen Tiere, die hier im Hafenbecken von Trevignano rumschwimmen?

Sind das ganz einfach fette Monsterratten oder nette Bisams......

oder gar Mini-Biber? Wer es weiß, schreibt uns bitte!


Zur Region

Die großen Seen der Provinzen Umbrien und Latium sind italienische Urlaubs- und Wassersportgebiete mit touristischer Infrastruktur. Landschaftsverschandelungen durch Tourismusbauten wie z.B. an der Adria sind hier allerdings sehr selten. Man trifft außerhalb der beschaulichen Ortschaften mit kleinen Hotels hauptsächlich auf Campinggäste und Agritourismo (Urlaub auf dem Bauernhof). Richtig voll ist es hier nur zur Zeit der italienischen Sommerferien. Davor und danach sind die Seengebiete ruhig und idyllisch.

Wer nicht nur das Paddeln, sondern dazu auch Sonne, Süden, mediterrane Vegetation und sehenswerte, alte Kulturlandschaften liebt, der ist auf den Seen Mittelitaliens genau richtig. Um Wasserstände braucht man sich auf Lago Trasimeno, Lago di Bolsena, Lago di Vico und Lago di Bracciano  keine Sorgen zu machen. Selbst in trockenen Sommern ist hier stets genug Wasser untern Kiel. Nach Belieben ausdehnbare, geruhsame Paddeltouren in weitgehend intakter Natur lassen sich in den schönsten Landschaften Italiens südlich der berühmten Toskana mit Ausruhen, Sonnenbaden, Altstadtbummeln, Weinproben und ausgedehnten Trips zu antiken und mittelalterlichen Kulturstätten so gut verbinden wie kaum anderswo. Die Straßencafes in den alten, ehemaligen Fischerörtchen direkt an den Seen laden beim Paddeln ein zum Verweilen, aber auch Ruhetagsausflüge in die berühmten Städte der näheren Umgebung – wie Perugia, Assisi, Orvieto, Viterbo – sind lohnenswert. Selbst das alte Rom liegt vom Lago di Bracciano nur eine knappe Autostunde entfernt.  


Charakter

Außer dem Lago di Vico sind alle Seen sehr groß und laden neben Tagestouren auch zu mehrtägigen Rundfahrten mit Zeltgepäck ein. Sie sind auch für Anfänger geeignet, die allerdings in Ufernähe bleiben sollten. Eine längere Seequerung kann bei aufkommendem Wind wegen enormer Wellenbildung gefährlich werden. Außer dem Lago Trasimeno sind alle Seen vulkanischen Ursprungs, tief, ziemlich rund und sehr sauber, also zum Schwimmen bestens geeignet. 

Anfahrt

Die 4 Seen liegen alle verkehrsgünstig an der Apennin-Autobahn Bologna – Florenz – Rom. Über Landstraßen liegen sie jeweils 2-3 Autostunden auseinander. Ein Kanuurlaub beginnt man am besten am Trasimeno und beendet ihn am Bracciano vor den Toren Roms.  

Beste Reisezeit

Von April bis Oktober. Während der Urlaubszeit der Italiener im August sehr voll. Die schönsten Monate sind Mai, Juni bis Mitte Juli und September. Im Frühjahr und Herbst weht öfter ein starker Wind mit erheblicher Wellenbildung, der nur mit geeigneter Kanuausrüstung zu meistern ist.

Kanuausrüstung

Bei ruhigem Sommerwetter sind die Seen mit allen schwimmbaren Untersätzen in Badezeug paddelbar. An windigen Tagen – besonders im Frühjahr und Herbst – ist eine vollständige Kanuausrüstung notwendig mit Spritzdecke, Paddeljacke und Schwimmweste. Tourenkajaks sind dann wegen geringerer Windanfälligkeit geeigneter als Kanadier und Luftboote. Je nach Parkplatzentfernung ist die Mitnahme eines Bootswagens sinnvoll. 

Übernachtung/Einkaufen

An den 3 großen Seen gibt es zahlreiche Campingplätze direkt am Wasser, am Lago di Vico im Naturschutzgebiet nur einen, die sich zur Übernachtung und als Standquartier anbieten. Infos hierüber findet man auf den Tourismus-Websites (siehe unten). Zu beachten ist, dass die meisten Plätze erst ab Ostern  oder noch später öffnen und im Oktober bereits geschlossen haben. Wildes Campieren außerhalb der Saison wird nach meiner Erfahrung toleriert. Offiziell erlaubt ist es natürlich nicht. Einkäufe sind in allen größeren Orten an den Seen problemlos möglich, außer am Lago di Vico. 

Tipps zur Tourenlogistik

Lago Trasimeno

Wassernahe, wohnmobiltaugliche Parkplätze zum Kanueinsetzen findet man außer auf Campingplätzen links und rechts von Castiglione del Lago, links von San Feliciano (Tagestour zur sehenswerten Isola Polvese mit Inselwanderung) und am kleinen Hafen unterhalb von Tuoro (Tagestour zur Isola Maggiore mit Inselwanderung). Sehenswert sind Castiglione del Lago (mit alter Burganlage und optimalem Seeblick), San Feliciano (mit Fischerei-Museum), Monte del Lago; in der näheren Umgebung die mittelalterlichen Bergdörfer Panicale und Paciano und die Altstadt von Perugia.

Lago di Bolsena

PKW-Parkplätze direkt am See rechts von Bolsena, links von Capodimonte (Tagestour zur Isola Bisentina), rechts von Marta (Tagestour zur Isola Martana); wohnmobiltaugliche Parkplätze an der schmalen Schotterstraße entlang des Nordwestufers (Sentiero Briganti). Sehenswert sind Bolsena, Marta und in der näheren Umgebung Montefiascone (mit herrlichem Seeblick), sowie die Wein- und Felsenstadt Orvieto.

Lago di Vico

Basislager auf dem einzigen Campingplatz „Natura“ am Ostufer des Sees in der Nähe eines Ferienhotels. Der Platz liegt nicht direkt am Wasser, so dass ein Bootswagen benötigt wird. Einzige Ortschaft (zum Einkaufen) in Seenähe ist Ronciglione.

Lago di Bracciano

Gebührenpflichtige PKW-Parkplätze rechts von Trevignano und links von Anguillara Sabazia. Wohnmobiltaugliche, öffentliche Parkplätze am See gibt es nicht. Wohnmobilreisende besuchen den See am besten nur zur Zeit geöffneter Campingplätze. Außerhalb der Saison Ausweichmöglichkeit zum „wilden“ Campieren oberhalb des Lago di Martignano (Zufahrt über ausgewaschene Schotterpiste, ausgeschildert, schöner Seeblick mit Sonnenuntergang). Sehenswert sind Bracciano am Berg, Anguillara Sabazia und Trevignano Romano. Rom liegt eine Autostunde entfernt.  

Weiter Infos

Die findet man haufenweise im Internet,  wenn man die Namen der Region (Seen, Städte) in eine Suchmaschine (z.B. www.goggle.de) eingibt. 

Literatur

Reiseführer „Mittelitalien“ DUMONT – RICHTIG REISEN, 2. aktualisierte Auflage 2003. Landschafts-, Städte- und Kulturreiseführer der Region um die Seen. 

Karten

Zur Anreise- und Groborientierung: ADAC-Reisekarte Nord- und Mittelitalien.

Genaue Straßenkarten 1: 250 000 der Provinzen Umbrien und Latium bis 1: 25 000 (Lago Trasimeno) erhältlich vor Ort 

Dies ist übrigens mein 1. Tourenbericht, der unterwegs auf dem Laptop entsteht und per Text- und Foto-CD direkt an die KANUMAGAZIN-Redaktion geht. Ein kleiner HONDA-Stromgenerator macht's möglich.

 
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