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Der Orb gehörte viele Jahre zu meinen Lieblingsflüssen in Südfrankreich. Warum? Etwas abseits gelegen ,kaum überlaufen, wenig touristisch verschandelt, hervorragend schöne Flusslandschaften. Nur: Der Orb führt meist ein Tick zu wenig Wasser – und das nicht nur im Sommer!

Erstmals auf eine Beschreibung dieses besonderen Flusses stieß ich 1987 in dem amüsanten Klassiker von Dieter Pflanz „Auf südfranzösischen Wildflüssen“. Hieraus stammt folgende, zwar uralte (Dieter Pflanz durchzog Südfrankreich in den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts mit einem Faltboot samt Zeltgepäck und ohne Auto!), aber nach wie vor zutreffende Fluss-Charakteristik:

„BLÖCKE, SCHNELLEN, WASSERFÄLLE

Die Ufer waren felsig-zerissen, stiegen steil an. Hier trat etwas auf, was ich vorher bei keinem Fluß gesehen hatte: das Bett lag voller Felsblöcke, die ein bis zwei Meter dick und rund geschliffen waren, zwischen die das Wasser in kleinen Rinnsalen hindurchlief. Nach dem ersten Blockfeld kam kurz drauf ein zweites, dann ein drittes, viertes – so ging es fort. Sie erstreckten sich oft über mehrere hundert Meter. Manchmal waren die Blöcke weiter auseinander, so dass man hindurchpaddeln konnte, meistens lagen sie aber dicht zusammen: dann musste das Boot getreidelt oder gehoben, gezogen und geschoben werden.

Anfangs machte das Herumturnen auf den Blöcken Spaß. Doch wenn sich das Boot einige Mal gefährlich verklemmt hat und dabei Wasser von oben hereingekommen ist, wenn man auf glitschigen Steinen ausrutscht und sich die Knochen aufschlägt, wenn man dem enteilenden Boot nachprescht und dabei der Länge nach ins  Wasser fällt, wenn kein Ende der Blockfelder abzusehen ist: dann wird man es leid."                                                                                                                                                                         

Also, genau solche Blockfelder gibt es heute immer noch, aber sie erstrecken sich „nur“ über 5 Kilometer. Dazwischen ist der Orb ein ganz normaler, leichter Wildfluss zwischen Zahmwasser und Wildwasser IV. Er eignet sich gleichermaßen für WW-Anfänger wie Fortgeschrittene.

Der Orb wurde von mir grob in 4 Abschnitte eingeteilt. Im Mittelpunkt liegt genau der Campingplatz an der Brücke von Tarassac. Er ist schön und üblicher Kanutentreff. 

Oberhalb des Platzes liegt der Oberlauf mit den vielen Blockfeldern. Er beginnt dort, wo genug Wasser zum Paddeln da ist. Das ist bei km 55 (Lamalou) oder km 57 (Poujol, super Einsteig mit Kneipe). Bei km 65 liegt der Campingplatz.

Unterhalb des Campingplatzes beginnt der Mittellauf über 16 km bis  Roquebrun. Leichtes Wildwasser bis II wechselt mit schnell fließendem Zahmwasser. Herrliche Landschaft mit kleinen Dörfern am Fluss.

Ab Roquebrun bis zu den Stromschnellen von Reals plätschert man 12 km über den Unterlauf! Wenn’ anfängt, richtig zu rauschen, sollten Anfänger Land gewinnen. Denn die Stromschnellen von Reals haben starkes Gefälle und Verblockung bis WW IV. Hier befindet sich ein Naturslalom mit Stangen des örtlichen Kajakvereins. Richtig nett wird’s, wenn ab nachmittags Zuschusswasser über den Jaur in den Orb fließt und für guten Wasserstand sorgt.

Was unterhalb die 30 km bis zum Mittelmeer folgt, das haben wir leider nie zu Gesicht bekommen, obwohl behauptet wird, es sei auch dort noch ganz nett! 




Im "Herz" der Orb-Landschaft mit Blick auf den kleinen Ort Vieussan. Im Hintergrund blickt man auf die Gorges d' Héric. Hier befindet sich ein sehr schönes Wandergebiet. In dem Führer.......


...... hier werden auch Wanderungen in der Region des ORB beschrieben, die neben dem Paddeln sehr lohnend sind! Bei www.amazon.de findet man noch mehr lesenswerte Reiseliteratur über diese schöne Urlaubsregion Frankreichs


Eine Flussbeschreibung des ORB befindet sich im DKV-Führer! (zu kaufen bei www.kanu-verlag.de) . Dieser Führer ist nun schon 6 Jahre alt und die Beschreibung des Orb wohl noch älter. Flüsse verändern sich nun mal schneller als Flussführer.  Wer an den ORB fährt, kommt also nicht drum herum, sich den Fluss durch eigenes Erkunden zu erschließen. Trotzdem dient die Beschreibung im DKV-Führer als grober Orientierungsrahmen - wie bei anderen Flussbeschreibungnen auch!




Beim Paddeln auf dem Orb passiert man immer wieder diese alte Hängebrücke von Tarassac. Sie wurde neu knallgelb gestrichen. 100 m unterhalb beginnt das Campingplatzgelände, das sich bestens als "Basislager" für die Region anbietet 


Über Regen- und Gewitterwolken sollte man sich als Kanute am Orb nicht aufregen, denn sie bringen das immer wieder dringend benötigte Wasser in den Orb


Eine idyllische Flusslandschaft im Wechsel des Wetters und des Tageslichtes.......


Mein Fotoplatz befindet sich oberhalb von Tarassac. Man gelangt hierher, wenn man neben der Brücke links den Weg bergauf geht


Die schönste Reisezeit für die Orb-Landschaft sind Frühjahr und Herbst - nicht nur wegen des dann höheren Wasserstandes. Im Frühjahr blühen die vielen Obstbäume und im Herbst bestimmen die bunten Farben das Landschaftsbild




Im Tal des Orb trifft man immer wieder auf Weinberge, die sich je nach Weintraubensorte im Herbst in den schönsten bunten Farben präsentieren


Natürlich gibt es hier nicht nur Weintrauben, sondern auch das Endprodukt - den örtlichen Rotwein - zu kaufen. Er schmeckt so, wie die Gegend aussieht!




Der etwas größere Ort Lamalou am Einstieg zum "Oberlauf" des Orb. Hier gibt es auch kleine Geschäfte, was in den anderen Ortschaften am Orb nicht immer der Fall ist


An Ende des "Mittellaufs" liegt das mittelalterliche Städtchen Roquebrun. 'Ne Kneipe, eine kleine Bank, die nur selten geöffnet hat, und eine schöne Stadtkulisse - mehr ist nicht los hier! (Ach so, es gibt noche einen Campingplatz, den man notfalls nutzen kann!)


Die Brücke von Tarassac mit der Kulisse der Gorges 'd Héric im Mittagsonnenlicht. Sie ist das "Nadelöhr" am Orb, an dem man nicht vorbeikommt (was auch nicht sein muss, denn sie ist einfach schön und Staugefahr besteht hier nicht)




Am "Unterlauf" verlässt der Orb die Berge, aber nicht den Wein. Unterhalb von Roquebrun ist die Landschaft nicht mehr bergig, sondern nur noch ein wenig hügelig


Die Brücke von Lamalou in der Nähe des Einstiegs zur Befahrung des "Oberlaufs" des Orb. Ich möchte darauf hinweisen, dass meine Einteilung des Orb hier in Ober-, Mittel- und Unterlauf ganz meinem persönlichen Geschmack, aber nicht den flussgeografischen Gegebenheiten entspricht!




Außer den schon beschriebenen Blockfeldern ist der "Oberlauf" einfach mit meist schnell fließendem Zahmwasser. Nur an einigen Stellen wird es etwas wilder. Der Orb ist hier in Begleitung eines "WW-Führers" anfängertauglich.


Wenn die Blockfelder auftauchen, wird meist das Wasser verdammt knapp. Das ist für Anfänger auch gut so! Denn wenn genug Wasser da ist, dann steigen auch gleich die Schwierigkeiten und Gefahren


Spritzig wird es unterhalb der Brücke von Tarassac kurz vor dem Erreichen des Campingplatzes. Man wurschtelt sich irgendwie durch - vorausgesetzt, man sitzt in Booten, denen Steinberührungen nichts ausmachen. Faltbootfreundlich ist der Orb nun wirklich nicht!


Auch wenn es auf dem "Oberlauf" meist ruhig (langweilig) zugeht: die Flusslandschaft entschädigt für das Fehlen sportlicher Aspekte!


Man braucht auf dem "Oberlauf" des Orb nicht ungedingt die volle "Kampfausrüstung" (Neo, Helm, Schwimmweste). Aber besser ist es doch. Beim Passieren der glitschigen Blockfelder besteht Sturzgefahr! Da helfen Neo, Schwimmweste und Helm als Prallpolster beim Aufschlag!


Hier sind wir mit Freunden unterwegs, die zum allerersten Mal in einem WW-Kajak auf einem bewegten Wasser sitzen. Dafür und zum Üben ist der Orb an den meisten Stellen prima geeignet


Ein Gummiboot/Raftfluss ist der Orb nun wirklich nicht. Allenfalls der wendige GRABNER-OUTSIDE kann hier eingesetzt werden. Aber das Rutschen über Monsterkiesel tut auch diesem robusten Luftboot ziemlich weh!


Ein Blockfeld mit wenig Wasserdurchlauf ist wie ein Labyrinth. Erwischt man den richtigen Weg, dann kommt man irgendwie durch. Fährt man in eine Sackgasse, nun, dann erinnert man sich an die Flussbeschreibung von Dieter Pflanz von vor 45 Jahren (sieh oben)


Hat man die Hängebrücke von Tarassac erreicht, hat man das Gröbste hinter sich. Aber es folgt noch eine ganz nette Schluss-Karambolage, bis man am Sandstrand des Campingplatzes leicht ermattet das Kajak an Land zieht




Der "Mittellauf" von Tarassac nach Roquebrun ist eindeutig sportlicher, spritziger und hindernisfreier als der "Oberlauf", dazu landschaftlich sehr ansprechend. Gefährlich sind bei höherem Wasserstand 2 niedrige Stege bei km 71 (Vieussan), wenn man sie übersieht!


Auch wenn es manchmal so aussieht: auch mit dem Mittags-Zuschusswasser aus dem Jaur gehen die Schwierigkeiten nicht über WW II


Die Flussufer sind deutlich felsiger als im Dornen-Hartlaubgewächs-Oberlauf




Im "DKV-Führer Südfrankreich" heißt es passend zu diesem Flussabschnitt: "93.5 Es beginnen die Stromschnellen von Réals, starkes Gefälle, Verblockung, bis WW IV. Zufahrt mit PKW am Beginn der Stromschnellen möglich, Slalomstrecke, Kanuzentrum, evtl. hier Ausstieg, wenn die Schnellen nicht befahren werden...........


"...... Am rechten Ufer verläuft ein Plattenweg neben den Schnellen, gute Möglichkeit zu deren Besichtigung."


Die DKV-Beschreibung ist passend zu dieser interessanten Fluss-Passage, vorausgesetzt, irgendeins der häufigen Hochwasser hat in letzter Zeit hier nichts Entscheidendes verändert! 


Wir haben die Stromschnellen von Réals früher fast jedes Jahr zu Übungszwecken für schwierigere Unternehmungen in nordischer Wildnis aufgesucht



Die Befahrung des"Plumsklos" mit versteckter Schrägwalze galt bei uns ab späten Nachmittag bei "Hochwasser" stets als Mutprobe!


Sina Kassel hat im Gegensatz zu mir die Probe meist anstandslos bestanden, auch wenn......


...... sie gelegentlich ins Wanken geriet!


Auch Astrid Kassel stürzte sich meist wagemutig in das weiße Loch. Da blieb mir nichts anderes übrig, da musste ich auch durch!


Einmal habe ich mir bei dieser Aktion das superstabile Eskimo-Paddel krumm gebogen, weil ich vergessen hatte, das man es längseits einziehen muss, um durch das Loch zu passen


Direkt nach dem "Plumsklo" kommt eine breite, fette Walze mit erheblichem Haltevermögen. Das heißt, mich hat sie immer länger gehalten als ich eigentlich wollte! 


Wenn Fotosession angesagt war, musste Sina immer wieder durch, bis ich gute Fotos im Kasten hatte - und Sina einen Wasserschaden an den Ohren


Der bequeme Plattenweg, der die Stromschnellen begleitet, macht es Fotografen super einfach, zu guten Fotos zu kommen - ohne selbst nass zu werden 


Eigentlich hatte ich die Stromschnellen von Réals immer für einen ungefährlichen Übungspacour gehalten - bis Sina eines Tages hineinfuhr und ohne Boot wieder herauskam. Ihr fetter, auftriebsstarker "ROCKIT" blieb sage und schreibe 5 Minuten in der Walze verschwunden. Zum Glück verhielt sich der Sachverhalt nicht umgekehrt. Das Boot hätte ich verschmerzen können, meine Tochter Sina nicht!


Wie bei jeder Walze hängt ihre Stärke vom Wasserstand ab, der sich am Orb durch Zuschusswasser eines E-Werks am Jaur nachmittags verändert. Vormittags ist die Sache einfach......


..... und dann wird es unscheinbar anders!


Will man hier nicht sofort versenkt werden, ist Übung und Erfahrung nötig. Doch wie, verdammt, kommt man zu Übung und Erfahrung? Tja, durch Versenktwerden nun mal, leider!




Über die Restflussstrecke bis zum Meer heißt es seit 20 Jahren im DKV-Flussführer: "Der Orb wird zum Zahmwasser in einem breiten Tal. Weiterfahrt bis zum Mittelmeer möglich, reizvolle Fahrt, starker Baumbewuchs, man kann seltene Vögel beobachten." Oft schon haben wir nach dem Reiz gesucht, zugegeben, vom Ufer aus, und nix gefunden, was uns nach den schönen Erlebnissen zuvor noch angemacht hätte. Also haben wir es stets bleiben lassen. Vielleicht hat jemand die Strecke tatsächlich mal in jüngster Zeit gepaddelt und könnte uns eines Besseren belehren!

 
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