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Hier folgen 2 Reiseberichte über Seekajaktouren auf den ÅLANDS und den LOFOTEN:

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                                                               IM BANNE DER SCHÄRENWILDNIS
                                              Kajaktrekking  zwischen blauem Himmel und rotem Granit 


                        
Typisch für Åland sind glattpolierter, rötlich schimmernder Granit entlang der Schärenküsten 

Eine in Europa einmalige, ursprüngliche und wilde Inselwelt lädt zu ausgedehnten Kajaktouren mit Zeltgepäck ein                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  

Åland ist in vielerlei Hinsicht ein bemerkenswertes Gebiet inmitten der nördlichen Ostsee: Eigentlich gehört es zu Finnland, doch die Landessprache ist schwedisch und in Wirklichkeit ist es ein weitgehend autonomer, demilitarisierter, neutraler Mini-Staat mit  durch internationale Garantien gesicherter Selbstverwaltung. So bestimmt das åländische Heimatrecht, dass nur Inselbewohner, die mindestens 5 Jahre dort leben und schwedisch sprechen, Grund und Boden erwerben dürfen. „Was interessiert das uns Paddler?“ wird sich der Leser fragen. Sehr viel! Denn es garantiert ein weitgehend menschenleeres, ursprüngliches, wildes Schärenlabyrinth mit 6500 (!) Inseln, von denen nur 65 bewohnt sind. Ein touristischer Ausverkauf der paradiesischen Robinson-Inseln hat hier bisher nicht stattgefunden. Somit ist Åland ein Kanu-Eldorado der Extraklasse in Europa für alle Paddler, die Einsamkeit und Inselwildnis lieben.  (3AA,     

Skandinavische Holzhausarchitektur und ländliche Idylle sind natürlich auch auf den mitten in der Ostsee gelegenen Åland-Inseln weit verbreitet 

„Verdammt, wann hört der Scheißwind endlich auf?“ Ich bin ziemlich sauer und entnervt. Seit 3 Tagen hocken wir auf Åland und es stürmt und regnet, so dass an Paddeln nicht zu denken ist. Also abwarten und Tee trinken! Meiner Frau Astrid und meiner siebenjährigen Tochter Samira macht die tatenlose Rumhängerei nichts aus. Sie erholen sich vom Reisestress, schlafen viel und lesen. Nur ich gehe ihnen mit meiner Ungeduld allmählich auf die Nerven. Aber ich will endlich raus da in die Schärenwildnis! Die Kajaks liegen schon längst startklar gepackt am kleinen Sandstrand des Campingplatzes von Kasviken im Norden der Hauptinsel. Hierher sind wir vor dem starken Südwestwind geflüchtet. Kein schlechter Ort und vor allem ein guter Startplatz für Kajaktouren, aber gerade hat Deutschland das WM-Endspiel gegen Brasilien verloren und die Åländer vorm Fernseher in der kleinen Campingplatzkneipe haben sich höllisch darüber gefreut. Jetzt langt es! Ich will sofort weg hier!  „Heute noch?“ will Astrid wissen. „Ja klar, es ist doch die ganze Nacht hell!“ Es ist zwar schon später Nachmittag, aber Astrid kennt mich genau. Wenn jetzt nicht sofort etwas passiert, werde ich zum tobenden Elch.


Wir waren blöd, solange auf ruhigeres Wetter zu warten. Bei 6500 Inseln ist es – egal, bei welchem Wetter – immer irgendwo ruhig. Als wir heute am 23. Juni 2002 gegen Abend mit unseren schwer beladenen Kajaks endlich in See stechen, ist es erstens noch taghell – Mittsommernacht ist erst 2 Tage vorbei und die Nächte hier im Norden werden kaum dunkel – und zweitens stört uns der immer noch kräftige Wind kaum. Wir paddeln im Windschatten und werden dort die nächsten Tage auch bleiben. So ein riesiges Inselreich bietet, anders als offene, lang gestreckte Küsten, immer die Möglichkeit im Schutz unter Land zu bleiben. Man muss den optimalen Einstiegs-Ort und die Paddelroute nur sorgfältig in Übereinklang mit Wind und Wetter planen. Meist weht der Wind hier auf Åland aus Südwest. Ist er sehr stark, paddelt man auf Nordost. Denn auf den südlichen, sehr windexponierten Inselgruppen Ålands und an den Südküsten aller anderen Inseln kann es dann durch hohe Dünung und eine kräftige Brandungswelle sehr ungemütlich und gefährlich werden.

Bald schon verlassen wir auf ruhigem Wasser die fjordähnliche, Wald umrandete Bucht von Kasviken gen Norden und paddeln erwartungsvoll hinaus in die eigentümliche Welt der unbewohnten Schären. Doch was soll sich der unbedarfte Leser unter einem so genannten „Schärengarten“ vorstellen?


Unterwegs in den "nackten" - Wind, Wasser und Salz ausgesetzten - Außenschären Ålands, wo man trotzdem noch überraschend auf herrliche Flora und zahlreiche Marienkäfer trifft 

Sie tauchen nach und nach Zentimeterweise aus dem Meer auf, öde und leer, aber wunderschön glatt poliert von tonnenschweren Gletschern der letzten Eiszeit, die den Norden Europas fest im Griff hatte und nachhaltig seine landschaftliche Besonderheit prägte. So entstanden im Laufe der Zeit vor allem in der Ostsee so genannte Schärengärten mit Tausenden von kleinen und kleinsten Fels-Eilanden. Und überall dort, wo sich durch Vogelkot und in den schmalsten Ritzen irgendwann auch nur ein wenig Humus festsetzen konnte, wuchsen zähe Kräuter, Büsche und Bäume – meist knorrige Kiefern, die bald vom Wind gepeitscht wieder stürzten und in neuen Humus zerfielen. Darauf wuchsen sehr schnell größere Pflanzen, deren Sterben späteres Leben stärkte.

Beim Paddeln durch die Inselwelt offenbart sich dem aufmerksamen Auge die gesamte Entstehungsgeschichte Ålands. Vor 6000 Jahren bestand Åland aus einigen verstreuten Inseln in der unwirtlichen Wasserwüste. Vor 3000 Jahren lag der Wasserspiegel etwa 17 m höher als heute. Zurzeit dauert die Landerhöhung immer noch an, jährlich wächst Åland ungefähr 0,5 cm aus dem Meer.  Drinnen auf der Hauptinsel sieht es mittlerweile so aus wie auf dem skandinavischen Festland: Alles grün, auch bewaldet, sogar ertragreiche Äcker, blühende Wiesen und duftende Moore. Je weiter man hinauspaddelt, umso dünner wird der Inselbewuchs und der nackte, mit Algen bewachsene oder blank polierte, glänzende Fels tritt hervor, der so typisch ist für die Schärenwelt.

Sieht es beim Paddeln im inneren Schärengürtel noch so aus, als sei man auf skandinavischen Binnenseen unterwegs, so ändert sich das Bild, je weiter man in die Außenschären vordringt

 
„Schaut euch das an. Ist das nicht herrlich?“ Astrid ist schnell fasziniert, nachdem sie die Angst vorm starken Wind, der langsam einschläft, verloren hat. Fels, soweit das Auge reicht. Aber nicht einfach öder Stein, sondern dekorativ mit weißen, blauen und grauen Kristalladern durchsetzter, roter Granit in unterschiedlichsten Strukturen und Formen. Wellenförmig, harmonisch, glatt, als riesige Platten oder kreisrunde Monsterkiesel – aber auch eckig, in zerborstenen, rechtwinkligen, oft haushohen Blöcken, die ins Meer und auf uns zu stürzen drohen wie kalbende Gletscher. Ich hole mein Fernglas aus der wasserdichten Decktasche vor mir und suche besorgt die Küste nach einem möglichen Übernachtungsplatz ab. Doch Sandstrände oder flache Uferwiesen, wo man bequem anlanden und sein Zelt hinstellen kann, sucht man vergebens. Wir werden nervös und stellen uns die zwingende Frage:


Eins kann man auf Åland glatt vergessen, nämlich Nägel für den Zeltaufbau. Versucht man Zeltheringe – egal wie stark, dick und lang, ob rund, eckig, spitz oder aus gehärtetem Stahl – in den Boden zu hämmern, produziert man nur Müll. Denn man beißt auf Granit. Stattdessen brauchen wir jede Menge Abspannseile und Einfallsreichtum – und ein geodätisches Zelt, das auch ohne Heringe steht.Unsere ersten Lagerplätze verfügen noch über ein paar krüpplige und wacklige Kiefernbäumchen, die ihr Wurzelwerk in kleinste Felsritzen getrieben haben. Hier können wir Abspannseile und Sturmleinen für das Zelt und ein Regen-Tarp festbinden. Später, je weiter wir in den äußeren und eher baumlosen Schärengürtel vordringen, müssen wir uns andere Lösungen einfallen lassen. Aber das ist kein Problem. Die Paddel werden zwischen Granitblöcke geklemmt und dienen als Haltestangen für die Zeltseile. Diesem Zweck dienen auch unsere Kajaks, die wir bis zum Zelt schleifen und nicht mehr vollständig entladen – bei Sturm sogar mit Steinen auffüllen, damit sie schwer genug sind, um nicht wegzufliegen.

Viel Seil ist notwendig, um das Zelt irgendwo an Bäumchen, Wurzeln, Steinen oder Kajaks festzubinden

Nicht komfortabel, nicht schön, aber selten und abenteuerlich sind die wechselnden Biwakplätze während unserer Gepäcktouren zwischen den 6500 Schäreninseln. Abenteuerlich sind auch häufig die kreativen Ideen, das Zelt zum Stehenbleiben zu kriegen!

Auch Isomatten sind in den Schären als Schlafunterlage nicht sehr zu empfehlen. Die Granitplatten sind zwar schön glatt, aber selten gerade. Um schiefe Ebenen auszugleichen, stopfen wir oft unsere Schwimmwesten und Klamotten unter prall aufgepumpte Doppelluftmatratzen. Hat man dazu noch eine Steinmulde erwischt, wo sich Regentropfen sammeln können, verwandelt sich die Luftmatratze in ein luxuriöses Wasserbett. Diese Methode hat sich schon auf vielen Nordlandreisen bestens bewährt.

Heute am ersten Abend draußen in der Wildnis sind wir mit allem noch etwas unbeholfen. Beim ersten Versuch, zwecks Anlandung mit Volldampf auf eine schön glatte Granitplatte zu brettern – unsere robusten „PRIJON“-PE-Boote machen es möglich – rutscht das Zweierkajak mit Samira und mir genau so rasant wie hoch auch wieder runter. Wir brauchen mehrere Anläufe, bis wir  trockenen Fußes aussteigen können. Bei Astrid wird’s gleich richtig feucht. Ihr schmaleres Einerkajak kippt beim Zurückrutschen prompt um, als es mittig kurz in der Luft hängt. Astrid flucht lautstark in die nächtliche Stille, denn sie hat zu früh die Spritzdecke geöffnet. Mit der im Decknetz griffbereit verstauten Lenzpumpe pumpt sie  anschließend das brackige Salzwasser aus ihrem Boot. Ich wusste doch, dass das sperrige Pumpending für etwas brauchbar sein würde.

Auch die Platzsuche dauert länger, da wir anfangs noch die Hoffnung haben, ein ebenes Felsplateau fürs Zeltlager zu finden. Endlich das Zelt mit zahlreichen Stolperseilen ziemlich schief aufgebaut, stellt mir Samira eine interessante Frage: „Papa, sieh mal her. Ist das hier in der Ritze ein altes Schiffstau oder eine Schlange?“ Beim Wort „Schlange“ werde ich sofort hellhörig. Irgendwo habe ich gelesen, dass es auf Åland nur so von Kreuzottern wimmelt. Ich greife zu einem Ast und berühre das direkt vorm Zelteingang in einer Felsspalte eingeklemmte, dicke Seil. Scheiße, es bewegt sich! Und verschwindet tiefer in der Spalte, die schnurstracks unterm Zelt durchläuft! Eigentlich mag ich Tiere, aber ein Kreuzotternest direkt unterm Zelt ist mir nicht so recht. Prompt stellt Samira die nächste sicher bedeutungsvolle Frage:


„Ich glaube nicht. Aber ganz genau weiß ich das nicht. Ich bin noch nie gebissen worden.“ Mangelnde Erfahrung im Umgang mit Kreuzottern  habe ich vor dem Åland-Trip durch Studium eines alten Bio-Schulbuchs ausgeglichen. Da stand drin, dass bei Kreuzottern vorne in den Beiß-Zähnen nur ein bisschen Gift drin ist, und hinten in den Backenzähnen mehr. Aber auch nicht so viel, dass eine ausgewachsene Schlange einen erwachsenen Menschen gleich damit töten kann. Und soweit kann sie angeblich auch gar nicht das Maul aufreisen, um beim Biss in den Fuß oder das Bein die Hinterzähne zum Einsatz zu bringen.

Wie dem auch sei, wir sind ab sofort vorsichtig: Wir stapfen die kommenden Wochen auch bei heißestem Sommerwetter mit unseren bissfesten, hohen Trekkingschuhen samt übergestülpter Cordura-Gamaschen bei jedem Schritt auf dem Granit fest auf, denn Schlangen sollen feinste Vibrationen bemerken und dadurch die Flucht ergreifen. Die Schuhe kommen nachts mit ins Zelt und werden selbst beim splitternackten Pinkeln gehen angezogen und ordentlich verschnürt.

Übrigens: Die Kreuzotter des ersten Abends draußen in der Wildnis war die einzige, die wir auf Åland zu sehen bekamen. Wir haben sie trotz schmerzender Fußsohlen und Knöchelbänder alle stets frühzeitig in die Flucht geschlagen.

Nach unruhiger Nacht mit Schlangen-Albträumen strahlt am nächsten Morgen ein tiefblauer Himmel über der unendlichen Schärenwelt und lässt ihre Schönheit in einem unwirklichen Licht erscheinen. Fotogene, schneeweiße Schäfchenwolken ziehen vorbei, ebenso ein mächtiger Seeadler, der von kreischenden Möwen und Seeschwalben verfolgt und attackiert wird. Im  Wasser  gackern Eiderenten, auf einem nahen Fels trocknen Kormorane ihr Gefieder und am Ufer stelzen Austernfischer  mit ihren roten, langen Beinen herum, um ihre ebenfalls roten, spitzen Schnäbel in irgendwas Essbares zu pieksen. Außer uns ist hier kein Mensch weit und breit. Auch beim Blick über das Meer kann ich nirgendwo ein Schiff oder Boot entdecken. Es ist schön und einsam hier auf der Nordseite der Hauptinsel, obwohl hier doch immerhin die meisten der 25 000 Åländer leben.

Die schnell von der Sonne angewärmtem Granitplatten und das klare Wasser laden zum Morgenbad ein, aber wir sind skeptisch. Die Lufttemperatur liegt bei 14° und die Wassertemperatur nur bei 12°. Noch sind wir nicht so schmutzig und stinkig, dass wir uns das antun müssen. Später auf unserer Tour kostet uns das Schwimmen keine Überwindung mehr, denn wir sind akklimatisiert und bei anhaltendem Hochdruckwetter erwärmen sich Luft und Wasser um einige Grad.

Doch noch ist es nicht soweit. Endlich zur Fortsetzung unserer Gepäcktour wieder auf dem Meer unterwegs, hole ich rein routinemäßig per wasserdicht verpacktem Handy den aktuellen Seewetterbericht der Region Åland (siehe „Revier-Infos“) herein – und klotze ungläubig und erschrocken auf das Display. „Hey Astrid, stopp mal, hör dir das an!“ „Was soll ich mir schon wieder anhören. Ich bin froh, dass ich hier draußen endlich meine Ruhe habe.“ Meine Frau ist einige Meter voraus gepaddelt und stoppt nur widerwillig. Ich muss in mich reingrinsen. Die Ruhe wird ihr gleich vergehen. „Also, hier, schau dir das an.“  Ich reiche ihr das Handy rüber, damit sie selbst lesen kann.

Die 7-jährige Samira liebt wie ihre Eltern das Kajaktrekking durch urwüchsige Inselwelten. Nur ihre winzige Spiel-Box muss mit an Bord sein, damit sie unterwegs gelegentlich auf den schön glatten, von der Sonne erwärmten Granitplatten Ålands mit ihren wasserfesten Püppchen spielen kann


Der Seewetterbericht des Deutschen Wetterdienstes ist meist recht zuverlässig. Das weiß Astrid aus Erfahrung und wird jetzt richtig hektisch: „Wir müssen sofort in Deckung gehen. Wir brauchen ein sturmsicheres Lager. Wo sollen wir hin, verdammt noch mal?“ Sie studiert bereits die wasserdicht verschweißte Åland-Kanukarte vor sich auf der Spritzdecke. Ich schaue mir den Himmel genauer an und Samira äußert treffende Vermutungen, wie es heute weitergeht: „Also wieder alles auspacken und Lager aufbauen, das wir gerade erst abgebaut haben - ätzend!“ „So sieht’s aus, mein Kind. Nur, jetzt müssen wir erst mal verdammt schnell einen geeigneten Biwakplatz finden, auf dem wir nicht mit Sack und Pack davonfliegen!“ „Ach Papa, du übertreibst mal wieder. Es wird sicher wie immer nur halb so schlimm.“ Es ist schon manchmal erstaunlich, wie gut meine 7-jährige Tochter ihren Vater kennt. Trotzdem, ich zeige auf die Wolken am noch blauen Himmel, die sich von harmlosen, netten Schäfchenwolken in zerfranste Sturmfahnen verwandelt haben: „Viel Zeit haben wir nicht mehr, um in Deckung zu gehen.“ Wir sind zwar wie schon tags zuvor überwiegend  auf der Leeseite der großen Hauptinsel, also im Wind- und Wellenschatten, aber wenn es richtig stürmt, wird es auch hier auf dem Wasser ungemütlich. Der durch die tief eingeschnittenen Inselbuchten düsenartig verstärkte Wind weht unsere Kajaks dann spielend leicht aufs offene Meer hinaus. Also nichts wie raus. Die Devise lautet:


Bei Kajaktouren in großräumige Wildnis sind für gelegentliche Schlechtwettereinbrüche 3 Dinge wichtig: Ein gutes, sturmstabiles Zelt, ein Regen-Tarp mit vielen Abspannseilen und ein bisschen Rum mit Tee!

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Erst beim dritten Versuch finden wir in einer kleinen Geröllbucht mit ein paar Kiefern und Steilwand im Rücken und runden Monsterkieseln unter den Füßen einen geschützten Lagerplatz, der allerdings noch einiger Umbauarbeiten bedarf, bis Zelt und Tarp halbwegs eben und sturmstabil stehen. Gerade sind wir damit fertig, als es losgeht. Der Wind kann uns zwar nichts anhaben, da er hoch über uns hinwegbraust und lediglich mit Verwirblungen nervt, aber es wird empfindlich kalt und beginnt wie aus Eimern zu schütten. Und dann trommeln auch die versprochenen Hagelkörner aufs stramm gespannte Regendach. Wir ziehen uns alle Klamotten an, die wir mithaben:



Am 14.12.2007 erhalte ich folgende Mail von Rob Kendall:

"Ich habe mich sehr an ihren Kayak Tour Bildern erfreut. Vor einigen Jahren besuchte ich Norwegen und bin noch immer von der fazinierenden Landschaft der Lofoten beeindruckt.I enjoyed looking at the pictures of your kayak excursion to Åland in Finland and Lofoten in Norway. On a trip some years ago to Norway I saw some of the amazing scenery in the Lofoten Island group.  Wuerden Sie mir bitte auf einer Karte die genaue Lage von diesem Bild mitteilen? Could you please show me on a map of Åland where this picture was taken? It is the 19th picture on your webpage http://www.kanukassel.de/70201/25840.html Die Wasserbaeder in den Buchten der kargen Steine sind sehr interessant, besonders in ihren Formen und Schaerfe. Die Wolken  wirken so voll  und  koennten den Regen nur so zum Schuetten bringen, wie Sie es so klar geschildert haben. In welchem Monat wurde das Bild gemacht? The pools of water in the hollows of the barren rock are interesting for their shapes and clarity. The clouds do look like they could pour lots of rain, which you vividly described. During which month was the picture taken? Seit 26 Jahren  bin ich mit meinem Canoe jeden Sommer zum Valdez Gletscher im Prince William Sound in Alaska, um Bilder zu knipsen. Ich sende Ihnen ein Bild von einem hoechst seltenen Tunnel, den ich jemals dort gesehen habe in all den letzten Jahren. I have been going by canoe each summer for the last 26 years to take pictures of Valdez Glacier in Prince William Sound in Alaska. I'm including with this note a picture of the most unusual tunnel I've seen there during that time period. Viel und DankThank you.  




Zuerst suche und finde ich in meinem Berg an alten Tourenkarten die spezille Paddelkarte von Åland.


Dann erinnere ich mich: Es muss auf einer Tour im Norden der Hauptinsel gewesen sein!


Und zwar in der Region Geta, genauer an Getas zerfranzter Nordküste


Anhand eines Fotoalbums und von Tagebuchaufzeichnungen komme ich der Stelle langsam, aber sicher immer näher!


Jetzt weiß ich es genau: Wir sind bei dieser Tour in "Kasvikens camping" gestartet zu einer mehrtägigen Gepäcktour und gleich am 1. Tag dieser Tour ist das Bild entstanden!


So, lieber Rob, genau hier ist die Stelle! Viel Spaß beim Suchen!


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Thermounterwäsche, Fleece-Pullover und –Hosen, wasserdichte Regenanzüge, Südwester, Gummistiefel – und sogar die Neoporen-Paddelhandschuhe. Am Rand des Tarps entzünden wir ein kleines Überlebensfeuer aus abgestorbenen, trockenen und harzigen Kiefernästen, die wir mit kleinen Baumsägen zerstückeln. Der Rauch weht zwar in ständig wechselnde Richtungen und die Augen beginnen zu brennen, aber egal: Feuer vermittelt Wärme, Geborgenheit und beschäftigt.
Drei Tage werden wir hier festgenagelt und bauen das Lager zum Luxus-Camp aus. Langweilig wird uns nicht. Da wir mit solchen Notstopps gerechnet haben, müssen wir weder Hunger noch Durst leiden, können gemütlich im Zelt lesen, Tee mit Rum kochen und philosophieren. Alles wäre ganz harmonisch verlaufen, hätte nicht in der zweiten Nacht ein ungewöhnliches Geräusch die Stille zerrissen:

Wo findet man auf baumlosen Schäreninseln Brennholz für das wärmende Lagerfeuer? Ganz einfach: Im Meer! Als prima in 5m-Länge zugeschnittene Stämme, meist sogar Birke. In irgendeinem Sturm vom Schiff gefallen. Achtung: Damit die schönen Granitplatten durch Hitze nicht platzen, legt man als Wärmedämmung jede Menge kleine Steine unters Feuer


Ruckartig fahren wir alle drei im Schlafsack hoch und fragen uns: „Was war das?“ Åländer auf der Jagd? Mitten in der Nacht und bei diesem Sauwetter? Kann eigentlich nicht sein. Vom Sturm geborstene Bäume? Eher unwahrscheinlich. Die knallen nur so bei Frost. Steinschlag? Könnte sein! Wenn Granit auf Granit prallt, dann knallt es, dass die Funken fliegen. Sind wir auch weit genug weg von der Steilwand? Ich glaube schon. Halbwegs beruhigt verkriechen wir uns wieder tiefer in die warmen Schlafsäcke, die sich von außen merkwürdig nass anfühlen. Gerade mühsam und sorgenvoll eingeschlafen, knallt es erneut, direkt über unseren Köpfen. Jetzt langt es. Blitzschnell hechte ich aus dem Zelt, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Zunächst kann ich nichts entdecken, doch als beim Rumdrehen mein Blick auf unser geodätisches Hightech-Zelt fällt, kommt mir dieses in seinen eigentlich runden, harmonischen Formen irgendwie etwas eckig vor. Und dann sehe ich den Salat. Zwei Zeltstangen sind gebrochen und haben sich in spitzem Winkel durch die Außenhaut gebohrt. Scharfkantige Alurohr-Bruchstellen haben das Silikon beschichtete, reißfeste Ripstop-Nylon regelrecht aufgeschlitzt. Ich fluche ein bisschen laut, denn das Zelt war sündhaft teuer und ist noch nicht mal ein Jahr alt. Zum Glück steht es hier in diesem wetterfesten Lager halb unter dem Tarp, so dass es durch die Löcher im Dach nur wenig hineinregnen kann. Aber sobald es Morgen wird, machen wir uns an die Reparaturarbeiten. Im Zeltsack befinden sich eine Ersatzstange, eine Reparaturhülse, mehrere Nylonflicken, Nadel, Faden und Silikondichter. Während wir uns zornig darüber Gedanken machen, wie 2 Stangenbrüche fast zeitgleich und noch dazu im Windschatten passieren können, wird der Schaden gewissenhaft behoben. Wäre es ein ALDI-Zelt, dann hätte ich ja noch etwas Verständnis, aber im Katalog stand über unser „Lowland-Mountaintracker“-Zelt zu lesen: „Konstruiert für anspruchsvolle Einsätze auf langen Touren und Expeditionen; stabil genug für Schneelasten und harte Stürme.“

Sobald das Sturmtief über Åland hinweg gezogen ist, verstauen wir unser feuchtes Gepäck in die Kajaks und ziehen wohlgemut weiter. Per Handy erfahren wir von zu Hause, dass auch über Mitteleuropa Tiefdruckgebiete für Sturm, sintflutartige Regenfälle, Katastrophenhochwasser und Todesfälle gesorgt haben. So sind wir mit unserem läppischen Zeltstangenbruch und nassen Schlafsäcken noch eher glimpflich davongekommen.

Eigentlich hatten wir vor, die Hauptinsel mit ihren vorgelagerten Schärengärten entgegen dem Urzeigersinn in 8-10 Tagen zu umrunden. Doch als es in der nächsten Nacht wieder knallt und zwei weitere Zeltstangen und damit auch unsere Moral zu Bruch gehen, müssen wir umkehren. Im Bus, der klausicher auf Kasvikens Campingplatz steht, liegt ein altes, Sturm erprobtes Ersatzzelt, das wir nun dringend brauchen.

Ein ätzender Anblick - noch heute! Das teuerste Zelt, das wir je hatten, provisorisch abgedeckt mit einer Plane gegen Wassereinbruch!Aber: Das Zelt wurde später reklamiert und umgetauscht - gegen eine noch teurere Behausung - ein HILLEBERG "SAIVO" für 1020 Euro. Ich hoffe, ein Anblick wie auf diesem Bild bleibt uns damit in Zukunft erspart!


Ehe wir zur nächsten, längeren Kajak-Gepäcktour in die nordöstlichen Schärengürtel Ålands aufbrechen, müssen wir bei nunmehr herrlichem Sommerwetter zunächst unsere Schlafsäcke trocknen. Diese Zeit nutzen wir, um zur Inselerkundung auf Fahrräder umzusteigen. Dabei stellen wir überrascht fest, dass Radeln hier wesentlich beliebter sein muss als Paddeln. Ist uns auf dem Wasser kein Mensch begegnet, so kommen uns auf der Straße ganze Kolonnen schwer bepackter Fahrrad-Touristen von groß bis klein und in allen Altersstufen entgegen. Kein Wunder: Åland hat nur sanfte, fahrradfreundliche Hügel und eine beschauliche Landschaft, in der es für Naturfreunde viel zu sehen gibt. Es gibt auch einen ausführlichen Åland-Fahrradführer mit Tourenkarte, eine genaue Beschilderung, spezielle Fahrradfähren zwischen den größeren Inselgruppen und Campingplätze in passenden Tagestour-Abständen. Doch so schön das auch alles sein mag: Nach 2 Tagen radeln auf staubigen, roten Teerstraßen – ihr Grundstoff ist Schotter aus rotem Granit – und dem Einatmen stinkender Autoabgase, sehnen wir uns zurück in unsere Kajaks, hinaus aufs Meer, nach dem lautlosen Dahingleiten zwischen blauem Himmel und rotem Granit – und in die menschenleere Wildnis. Die Einsamkeit und Ursprünglichkeit der urweltlichen Schärenwelt mit ihrer besonderen Fauna und Flora erlebt man nur hautnah und intensiv beim Kajakwandern.

Eine Stadterkundung per Rad von Ålands Hauptstadt Mariehamn ist eine nette Abwechslung zur Wildnis der unbewohnten Schären. Hier auf der Viermastbark "Pommern", die als Museum im Hafen liegt

Das Åland-Flugzeugtaxi im Hafen von Mariehamn beruhigt das Paddlerhirn: Sollte man sich irgendwo draußen in der Schärenwildnis z.B. ein Bein brechen, dann besteht Hoffnung, dass man aus der Luft gesichtet und abtransportiert wird! Ansonsten dient das Taxi eher für Sightseeingflüge über das sehenswerte Inselwirrwarr

Bei "Vorstößen" ins Inselinnere zu Fuß oder per Rad stößt man immer wieder auf typisch traditionelle, skandinavische Wohnkultur


Das autonome, zu Finnland und der EU gehörende Åland inmitten der nördlichen Ostsee stellt mit seinen 6500 Schäreninseln, von denen nur 65 bewohnt sind, ein Kanu- und Outdoorparadies der Extraklasse dar mit einem in Europa einmaligen Landschaftscharakter. Dem Paddler strahlt von allen Inselküsten der vielfach bizarr, wild, oder harmonisch gewellte, vom Eis geformte, geschliffene und polierte rote Granit entgegen. Sandstrände von Bedeutung findet man nur sehr selten. Auf der großen Hauptinsel „Fasta Åland“ liegt die Hauptstadt Mariehamn mit ca. 10 500 von insgesamt ca. 25 000 Inselbewohnern. In den um die Hauptinsel in größeren Abständen herum gruppierten Schärengärten wohnen nur noch ca. 2500 Menschen. Lebten die Åländer früher von der Seefahrt, dem Fischfang, sowie Ackerbau und Viehzucht, so ist heute als Haupteinnahmequelle ein „sanfter“ Tourismus hinzugekommen, der die Natürlichkeit und Schönheit der Inselwelt kaum beeinträchtigt. Somit ist Åland ein gerne und oft besuchtes Ferienparadies für Aktivurlauber aus aller Welt. 

Charakter

An vielen Stellen zahlreicher Åland-Kanutouren glaubt man versehentlich, man sei auf finnischen oder schwedischen Seensystemen unterwegs, nicht aber auf dem Meer. Daraus wird ersichtlich, dass das riesige Åland-Seekajak-Revier aus Sicht des Salzwasserpaddlers als einfach und in geschützten Bereichen auch als anfängertauglich bezeichnet werden kann. Im inneren Schärengürtel und den großen, tief eingeschnittenen Buchten der Hauptinsel sieht man sogar offene Kanadier im Einsatz. Das sollte aber nicht dazu führen, ohne die notwendige Kenntnis, Orientierungsfähigkeit und angemessene Ausrüstung unterwegs zu sein. Sobald man zu den weiter entfernten Inselgruppen vordringt, ist man in menschenleerer Wildnis unterwegs, wo man sich schnell verirren kann. Unfälle können hier unangenehme Folgen haben. Erfahrene Seekajak-Spezialisten erreichen über die östlichen Inselketten Ålands das finnische Festland und kehren mit der Fähre zum Startpunkt zurück. 

Anfahrt/Fähren 

Von Frankfurt/M zum nördlichsten schwedischen Fährhafen Grisslehamn beträgt die Entfernung etwa 1500 km. Viele Wege führen nach Åland, die kürzesten über Schweden. Je nach Startpunkt in Deutschland benutzt man die Fährverbindungen Saßnitz – Trelleborg, Rostock – Trelleborg, die Vogelfluglinie Puttgarden – Rodby und Helsingör – Helsingborg oder Frederikshavn – Göteborg. Alle Anfahrtswege treffen sich in Jönköping und führen weiter über Norrköping und Stockholm zu den Åland-Häfen Kapellskär (nach Mariehamn) und Grisslehamn (nach Eckerö). Die kürzeste Überfahrt von Grisslehamn nach Eckerö auf Åland dauert 2 Stunden (www.eckerolinjen.fi), ansonsten Information und Buchung Tel +358 18 28040). Achtung: Die letzte Fähre abends von Grisslehamn nach Eckerö und die erste Fähre morgens zum Festland sind für Wohnmobile wesentlich billiger als zu den übrigen Zeiten.       

Währung und Preise

Auf Åland zahlt man im Gegensatz zu Schweden, aber wie in Finnland  mit dem Euro. Die Spritpreise sind auf Åland ähnlich wie in Deutschland, aber günstiger als in Schweden. Die Lebensmittel sind wesentlich teurer, so dass sich die Mitnahme von beim Paddeln dringend benötigter Grundnahrungsmittel aus Deutschland lohnt. Die Campingplatzpreise sind sehr unterschiedlich, so dass ein vorheriger Preisvergleich in der Campingplatzbroschüre lohnt.

Auf den Ålands gibt es im Bereich der unbewohnten Schäreninseln natürlich keine Campingplätze - und kein schwedisches Jedermannsrecht, dafür aber herrliche Biwakplätze in freier Natur, wo das Übernachten von Kanuten toleriert wird .

Übernachtung 

Paddler übernachten in der Regel auf offiziellen Campingplätzen oder auf Schäreninseln in freier Wildnis, was bei naturverträglichem Verhalten außerhalb von Naturschutzgebieten toleriert wird. Die Natur- und Vogelschutzgebiete sind in der Ålandkarte verzeichnet. In der wichtigen deutschsprachigen Broschüre „Radfahren – Camping – Wandern“ (Bestellen unter www.GoAland.net, ansonsten bei Ålands Turistinformation, Storgatan 8, 22100 Mariehamn) sind 13 Campingplätze auf der Karte mit allen wichtigen Infos verzeichnet.

AUSRÜSTUNG

Kanadier: In wind- und wellengeschützten Bereichen der Hauptinsel und des inneren Schärengürtels ist der Einsatz von Wanderkanadiern möglich. Die Verwendung von Persenning, Spritzdecken und Auftriebskörpern ist zu empfehlen  

Kajak: Auch wenn das Meer an manchen Tagen glatt und harmlos wie ein Baggersee erscheint, eine gute und vollständige Seekajak-Ausrüstung ist trotzdem notwendig: See-, Großgewässer- oder Tourenkajaks (auch Faltboote) mit Abschottung oder Auftrieb, Rundumkenterleine, Steueranlage, Decknetz, wasserdichte Decktasche mit Rollverschluss, Spritzdecke, Lukendeckel, Lenzpumpe, Tourenpaddel mit Paddelsicherung und Tropfringen, Bootswagen.

Paddelkleidung: Wasserdichte Paddeljacken mit Kapuze oder Südwester, wasserdichte Trockenhosen, Kajakschuhe mit Neo-Socken, Thermo-Unterwäsche, evtl.  Neo-Handschuhe, Sonnenschutz-Kopfbedeckung total für Gesicht, Kopf und Nacken.

Sicherheit: Schwimmweste mit Cowtail (Schleppleine mit Karabiner), Signalpfeife, wasserdichter Signalgeber mit Leuchtkugeln, Paddelfloat, Kompass/GPS, Flickzeug, Tape, Multifunktionswerkzeug, Ersatz-Schäkel/Splinte, teilbares Ersatzpaddel, Erste-Hilfe-Set, UV-Schutz und Sonnenbrille mit Brillenband, wichtige Medikamente, Handy in wasserdichter Tasche, durch die man telefonieren kann, eingespeicherte Notruf-Nummern, genaue, wasserdicht verschweißte oder in Klarsichttasche verpackte Inselkarte mit allen wichtigen Eintragungen (Anlandeplätze).

Zeltausrüstung: Windstabiles Zelt, Wing- und/oder Zelttarp als Sonnen- und Regenschutz, Schlafsack, Isomatte oder Leicht-Luma, Mini-Hubpumpe, Stirnlampe, wasserdichte Packsäcke verschiedener Größe, Sturmkocher (z.B. Trangia), Trinkflasche, Wasserkanister, Klappsäge, Mini-Klappspaten, Müllsäcke.

Sonstiges: Wasserdichte Peli-Koffer mit Fotoausrüstung, Fernglas, u.ä., Stahlseil zur Diebstahlsicherung, feste Wanderschuhe für Ausflüge ins Hinterland, Angel.

Kajak- und Kanuvermietung

Nimix-Kajakverleih: Mobiler Kajakverleih mit Eckerö als Ausgangspunkt. Die Kajaks werden auf dem gesamten Festland von Åland angeliefert. Tel.: +358 50 66716, Fax: +358 18 38284.

Kasvikens Camping (Geta): Tel.: +358 18 41410, E-Mail: adventure@kasviken.com. Internet www.aladventure.com.

Käringsundbyn (Eckerö): Tel.: +358 18 38000, E-Mail: info@karingsundsbyn.aland.fi. Internet: www.karingsundbyn.aland.fi.

Sandösunds Camping (Vårdö): Tel.: +358  18 47750, E-Mail: sando@midata.fi. Internet: www.sandocamping.aland.fi.

Ålands Guideförmedling (Mariehamn): Tel.: +358 18 526262, E-Mail: susanna@guideformedling.aland.fi. Internet: www.guide.aland.fi.      

Orientierung

Zwischen 6500 Inseln die Orientierung zu behalten, sieht auf den ersten Blick schwierig aus, ist es aber nicht. Die Inseln sind orientierungsfreundlich in 7 Gruppen „zusammengefasst“, die deutlich von einander getrennt aus der Ostsee aufgetaucht sind. Da wäre zunächst die Hauptinsel „Fasta Åland“ mit den vorgelagerten Schären und größeren Inseln, zu denen Brückenverbindungen bestehen. Sie zu umrunden, stellt keine hohen Ansprüche an das Orientierungsvermögen. Südwestlich von der Hauptinsel liegen als jeweils separate „Inselhaufen“ die Schärengemeinden Föglö, Sottunga und Kökar, östlich Richtung Finnland die Gemeinden Vårdö, Kumlinge und Brändö. Zu diesen Inselgruppen bestehen Fährverbindungen, die Paddler nutzen, welche die Überfahrt auf eigenem Kiel scheuen. Zwischen den Inselgruppen besteht Sichtkontakt und bei geschickter Routenplanung und genügend Zeit lassen sich von erfahrenen Seekanuten alle Schärengemeinden im Kajak erkunden. Bei Schlechtwettereinbruch kann man ja immer noch die Flucht mit Hilfe der Inselfähren ergreifen. Trotzdem: Der routinierte Umgang mit Karte, Kompass und evtl. GPS ist Voraussetzung für mehrtägige Kajaktouren auf Åland.  

Tourenvorschläge

Beim Herumschippern zwischen 6500 Schäreninseln erscheinen genaue Tourenvorschläge oder Tipps zu idealen Paddelrouten mit Zeit- und Kilometerangaben unsinnig. Kaum eine Paddelstrecke wird wohl je zweimal gefahren. Außerdem kommt es erstens anders – und zweitens als man denkt. Wind und Wetter sind wesentliche Touren-Mitbestimmer, deren Macht kaum vorherzusehen ist. Trotzdem 4 sehr grobe Vorschläge, wie man sich die Åland-Erkundung im Kajak einteilen könnte. Die Möglichkeiten reichen für mehrere Åland-Reisen:

1.      Umrundung der Hauptinsel. Start auf einem von mehreren günstigen Strandcampingplätzen, z.B. Kasvikens Camping (Nr. 5 auf der Campingkarte) im Norden, Degersands Camping (Nr. 2) im Westen, Möckelö Camping (Nr. 8, recht preiswert) im Süden, Puttes Camping (Nr. 10) im Osten. Günstig ist auch ein Start vom Parkplatz am Ende der Bucht von Kapellviken auf Lumparland (Kanukarte Nr. 40). Diese Tour bietet eine interessante Mischung von Wildnis, Natur, Kultur und warmen Campingplatzduschen.

2.      Umrundung von Vårdö samt nördlicher No-Name-Inselgruppen. Hier muss man mit einer Fähre in die Schärengemeinde Vårdö übersetzen (Insel-Fähren in einem Touristenbüro buchen, sonst wartet man in der Schlange). Start auf dem Campingplatz Sandösund (Nr. 12, Kajakverleih). Auf der Tour keine weiteren Campingplätze oder Einkaufsmöglichkeiten.

3.      Umrundung von Kumlinge und Brändö. Mit der Inselfähre über Vårdö oder Föglö nach Kumlinge. Diese Tour ist nur Spezialisten zu empfehlen, man kann bis zum finnischen Festland vorstoßen. Die Abstände zwischen den schützenden Inselgruppen sind ab und an etwas größer.

4.      Umrundung von Föglö, Sottunga und Kökar. Mit der Inselfähre nach Föglö oder Kökar. Auf Kökar gibt es den Campingplatz Sandvik (Nr. 11) mit Kajakvermietung und Lebensmittelverkauf. Kökar gilt als die landschaftlich reizvollste Schärengruppe, die allerdings den oft starken Südwestwinden ausgesetzt ist.       

Ergänzende Aktivitäten

Radeln auf gekennzeichneten Wegen (Fahrradführer in Schwedisch und Finnisch erhält man in der Touristinformation in Mariehamn), Wandern auf markierten Pfaden (Wegbeschreibungen auf Deutsch in der Touristeninformation), Sightseeing. 

Sehenswürdigkeiten

Festung Bomarsund, Schloss Kastelholm, Freilichtmuseum Jan Karlsgården, Kronengefängnis Vita Björn, Museumsschiff „Pommern“ (Mariehamn), das Seequartier  „Sjökvarteret“ (Mariehamn) 

Sommerzeit

Im Gegensatz zu allen anderen Eu-Staaten wird auf Åland die Uhr im Sommer 2 Stunden zurückgestellt. Wenn man das nicht weiß, verpasst man die Fähre zurück – so wie wir.  

Infos

Die beste deutschsprachige Infoquelle über Åland bietet das Internet unter www.GoAland.net. Hier erfährt der Åland-Reisende alles, was er wissen will und wissen muss. Darüber hinaus kann man hier sehr informative Broschüren + Karten bestellen: Åland-Inseln 2003 (Hauptbroschüre mit allgemeinen Informationen über Åland), Åland – Radfahren, Camping, Wandern (mit Karte), Åland Sportangeln (mit Karte über Angelscheingebiete und Verkaufsstellen der Angelscheine).

Weitere deutschsprachige Infos vor Ort erhält man in der „Ålands Turistinformation“, Storgatan 8, 22100 Mariehamn, Tel.: +358 18 24000, E-Mail: info@turist.aland.fi.          

Führer/Karten

Über Åland gibt es leider keine eigenständigen deutschsprachigen Reise- und Kanuführer, der Archipel wird nur am Rande folgender Führer erwähnt:

Kanukompass Südfinnland mit Ålandinseln, Thomas-Kettler-Verlag 2001;

Süd- und Mittelfinnland, Goldstadt-Reiseführer 2000;

Eine sehr informative Schrift in deutscher Übersetzung erhält man in Buchhandlungen von Mariehamn: Åland – das wichtigste in Kürze. Hg.: Ålands Landskapsstyrelse und Ålands Lagting.

Beim Nordis-Versand (www.nordis-versand.de, Bestell-Tel.: 02173/95370) erhält man ein informatives Åland-Video.    

Die übliche Karte für Wanderer, Radler und Kanuten ist die Åland-Touristenkarte 1:100 000. Sie genügt in der Regel zur Orientierung und ist in Deutschland beim Nordisversand erhältlich.

Seit 2002 erhält man vor Ort eine spezielle, 8-seitige Kanukarte „Paddla kanot på Åland“ mit kanuspezifischen Infos, wichtigen Telefon-Nummern usw. in schwedisch, finnisch und englisch im Maßstab 1:100 000 auf wasserfestem Papier.          


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Paddeln auf den Spuren der Wikinger

Go north, und zwar dorthin, wo sich die landschaftlichen Superlative Norwegens in spektakulärsten und faszinierendsten Erscheinungsformen geradezu bündeln und du findest hoch oben im Land der Mitternachtssonne ein Kajakparadies, das seinesgleichen in Europa sucht. Die Rede ist hier von der legendären, nordmeerumspülten Inselwelt der Lofoten und Vesterålen, die hält, was zahlreiche Reiseführer und Bilderbücher dem erfahrenen und abenteuerlustigen Kanuten versprechen. Das jedenfalls behauptet Gerd Kassel, der etliche Wochen jenseits des Polarkreises hier mit Sack und Pack unterwegs war und auch dem traditionellen ARCTIC SEA KAYAK RACE auf den Vesterålen – einem internationalen Kajak-Event hartgesottener Nordlandfreaks – einen lohnenswerten Besuch abstattete.

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                                                    „Dem Meer entstiegen, aus Feuer und Eis geboren“

Unsere großen Sommerreisen beginnen meist schon mitten im Winter, so auch unser Sechs-Wochen-Trip auf die jenseits des 67. Breitengrades liegenden Lofoten und Vesterålen. Tourenplanung und –organisation während trister Wintermonate können (fast) genau so interessant und spannend wie die Reise selbst sein, vorausgesetzt, man verfügt bereits im Vorfeld über umfangreiches Info- und Kartenmaterial. In Sachen Lofoten/Vesterålen ist das kein Problem: Heute ist ein per Internet bestelltes Paket vom Nordis-Versand eingetroffen, der alles auf Lager hat, was Skandinavien-Fans für ihre Tourenlogistik brauchen. Der Inhalt: Drei aktuelle Reiseführer über Land, Leute und sportliche Aktivitäten, ein Bildband „Lofoten und Vesterålen – Ein Gebirge im Meer“, zwei Videofilme „Urlaubsparadies Lofoten & Vesterålen“/“Angelabenteuer Lofoten“ und jede Menge Karten im Maßstab 1:400 000 bis 1:50 000 für die lange Anfahrt und genauste Orientierung vor Ort. Was fehlt, ist ein spezieller Kanuführer „Kajakabenteuer Lofoten & Vesterålen“! Schade, aber ich nehme mir vor, ein solches Buch selbst zu schreiben, vorausgesetzt, es findet sich ein interessierter Verlag.

Ich blättere gespannt den ersten Wanderführer „Lofoten selbst entdecken“ durch und stoße gleich zu Anfang auf den elektrisierenden Satz: „Dem Meer entstiegen, aus Feuer und Eis geboren“. Diese bildhafte Umschreibung der Lofoten-Genese fesselt mich so, dass ich prompt den dringenden Hausputz vergesse und zu lesen beginne..... Super, das verregnete Novemberwochenende ist gerettet.

Bekanntlich prägten diverse Eiszeiten in einem komplizierten Prozess den Norden Europas bis in erdgeschichtlich jüngste Zeit. Gewaltige Eismassen modellierten das Antlitz Skandinaviens wie eine „Kombination aus Planierraupe, Bulldozer, Fräse und Dampfwalze“. Herausgekommen ist dabei u.a. die der norwegischen Küste vorgelagerte, 190 km lange Inselgruppe der Lofoten mit ihren dem Atlantik entstiegenen alpinen Bergen bis 1200 m Höhe, schroffen Felsen, wild zerklüfteten Küsten, aber auch grünen, blumenbedeckten Wiesen und langen, karibisch anmutenden Sandstränden – samt benachbarter Inselwelt der Vesterålen von ähnlichem Kaliber. Eine geradezu paradiesische Kulisse für unzählige, ausgedehnte Kajaktouren! Logo, da müssen wir hin, koste es, was es wolle, vor allem viel Zeit. Meine Frau Astrid ist schnellstens überzeugt und wir finden sogar noch in Thobias einen erfahrenen Nordlandkanuten, der schon längst mal wieder mit der „verrückten“ Kassel-Family auf Tour gehen wollte und einige unbezahlte Tage an seinen Jahresurlaub dranhängen kann. Also beginnt umgehend die heiße Planungsphase: Durchforstung des Internets nach neusten Lofoten-Infos, geeignete Kajakausrüstung, intensives Kartenstudium bezüglich bester Anfahrt, sinnvollen Basislagern, möglichen Paddelrouten und vieles mehr. So sind wir virtuell und mental schon längst unterwegs, ehe die Reise wirklich beginnt.

                                                    Zwei Straßen ins Paradies: E 6 oder Inlandsvägen? 

„Dort sind sie!“ „Wer?“ „Die Lofoten natürlich, du Idiot!“ Astrid zeigt genervt hinaus auf den Vestfjord, der die Lofotenkette vom Festland trennt. Irgendwo an der Straße vor Narvik steigen wir in einer Parkbucht steifbeinig und fröstelnd aus dem beheizten Campingbus – verdammt „schattige“ Gegend im Polarkreis trotz Mitternachtssonne – und starren müde hinüber zum westlichen Horizont, wo sich die Ende Juni noch immer mit großen Schneefeldern gesprenkelte Lofotenwand mit Kegeln, Pyramiden und Tafelbergen als bizarre Zackenlinie aus dem Atlantik erhebt.

Merkwürdig, ich sehe vor lauter Bäumen den Wald...Quatsch! ..vor lauter Bergen die ersehnten Lofoten schon nicht mehr, kein Wunder nach 1400 km Norwegentransfer im Blitz-Trip. Aber tatsächlich, wir sind da, auf Sichtweite jedenfalls, nach drei Tagen brutaler Heizerei über die berühmt-berüchtigte Europastraße 6, bei der mir öfter der Schreck in die Glieder gefahren ist. Auf den Straßenkarten sieht die E 6, Norwegens Haupttransferweg zum Nordkap, aus wie eine komfortable Autobahn, in Wirklichkeit ist sie eine vielbefahrene, häufig verdammt schmale, tunnel- und kurvenreiche Landstraße, auf der die 1440 km von Oslo nach Narvik zum Stress ausarten können. Hier sind Hinz und Kunz unterwegs: Klappcaravan-Gespanne aus Holland, Wohnwagen-Kolonnen aus Dänemark, Luxusmobile aus Deutschland, Großraumbusse mit der stolzen Aufschrift „In nur 11 Tagen Nordkap und zurück“, wetterfeste Motorradfreaks und Mountainbiker aus aller Welt, guinnessbuchgeile Langstreckenläufer und vor allem jede Menge rammschutzbewehrte Nordlandtrucks, die nach dem Motto „Wer bremst, verliert“ gnadenlos durchs Gebirge donnern und alles abräumen, was dümmlich oder zu langsam im Weg rumsteht – nicht nur Rentiere und Elche. Anfangs bin ich bei der Konfrontation mit einem solchen Monsterlaster vor Schreck fast in den Straßengraben gefahren, später war ich cooler, wenn ein Achtunddreißigtonner in 10cm Abstand von vorne oder hinten laut hupend und mit „Lichtorgel“ an unserem zierlichen Kanuanhänger-Gespann vorbeidröhnte. Es machte mir auch nichts mehr aus, wenn hin und wieder mit lautem Knall der unverwüstliche Seitenspiegel „Feindkontakt“ hatte und flexibel wegklappte. Aber jetzt habe ich allmählich die Schnauze voll von der E 6 und es wird Zeit, dass wir endlich ans Ziel unserer Träume und in die Kajaks kommen, um dem Nordkap-Tourismusrummel entfliehen zu können. Sechs Wochen später auf dem Heimweg entscheiden wir uns übrigens für den schwedischen „Inlandsvägen“, der zwar recht langweilig, aber breit und stressfrei durch endlose Wälder Skandinavien parallel zur E 6 von Nord nach Süd durchquert.

                                                                     Wind, Wetter und Gezeiten

„Wo müssen wir hin?“ schreit Thobias gegen Wind und Wellenrauschen an. Verdammt, ich weiß es auch nicht so genau. „Ich denk’, wir müssen rüber, da sollte laut Karte eine geschützte Sandbucht sein!“ Wasserdicht verschweißt liegt vor mir auf Deck ein mit vier kleinen Karabinern an der Rundumkenterleine meines Prijon-Zweierkajaks „Odyssee“ befestigter DinA3-Kartenausschnitt „Austvågøya“ der topografischen Kartenserie M711 im Maßstab 1:50 000. Bereits vor Monaten zuhause habe ich alle für den Lofoten/Vesterålen-Trip benötigten Karten dieser Art fein säuberlich in handliche Stücke zerschnipselt und mit Verstärkungen an den vier Ecken zwecks Lochung eingeschweißt. Da das eine geniale Methode zur Haltbarmachung sündhaft teurer Karten aller Art ist, die man draußen ständig braucht, habe ich mir extra so ein Folieneinschweißgerät gekauft. Außerdem haben wir mit wasserfesten Folienschreibern die geplanten Paddelrouten sowie mögliche Anlande- und Biwakplätze mit Rotstift auf den Kartenausschnitten markiert. Diese sorgfältige Vorbereitung macht sich jetzt bezahlt, da ein Brecher nach dem anderen übers Kajak rollt. Seit etwa drei Stunden sind wir unterwegs auf unserer ersten Gepäcktour zum berühmten Trollfjord im nur flussbreiten Raftsund, der die Inseln Austvågøya und Hinnøya trennt.

Natürlich sind wir bei unserer Ankunft auf den Lofoten nicht einfach „blind“ drauflosgepaddelt, denn das wäre in diesem einzigartigen Kajakrevier des Nordmeeres schlicht fahrlässig. Wir haben stattdessen in unserem ersten „Basislager“, dem Sandvika-Camp bei Kabelvåg, erst einmal mehrere Tage die Lage gepeilt, uns akklimatisiert – die Durchschnittstemperatur beträgt übrigens im Juli trotz Golfstrom nur 12,9°C – , die fantastische Landschaft genossen, einen Tidenkalender gekauft, Notrufnummern in wasserdicht verpackten Handys gespeichert und Insider-Infos gesammelt. Ein Glückstreffer ist hierbei der sehr gut deutsch sprechende Lofoter Jann, der direkt am Sandvika-Camp wohnt und mit Prijon-Seekajaks Adventure Tours anbietet. Sein Wissen und seine Tipps sind uns eine wertvolle Hilfe bei ersten Tagesausflügen im Wind- und Wellenschatten der mächtigen Lofotwand und natürlich auf den nun folgenden, längeren Gepäcktouren.

Gestartet sind wir heute Mittag bei tiefblauem Himmel, einer leichten Brise aus Nordost, ruhiger See und günstiger Wettervorhersage für die nächsten drei Tage. Doch schon bald tauchen typische Windwolken am Himmel auf, die leichte Brise frischt urplötzlich auf und bläst uns die Gischt des nunmehr schnell aufgewühlten, etwa 10° kalten Nordmeerwassers ins Gesicht. Was uns schon in den ersten Tagen beim Lofotenwetter auffiel: Konstant ist nur seine rasante Wechselhaftigkeit. Doch egal, darauf sind wir vorbereitet.

„Hier kommen wir keinen Meter weiter. Der Wind ist zu stark!“ Astrid hat recht. Wir müssen unsere Tourenroute ändern. Es ist nicht das erste und auch nicht das letzte Mal, dass Wind und Wetter unsere Tourenplanung auf den Lofoten und Vesterålen entscheidend mitbestimmen. „Außerdem beginnt bald die Ebbe, dann fließt uns das ablaufende Wasser aus dem Austnesfjord entgegen.“ Thobias hat sich für die nächsten Tage die Gezeiten-Termine aus dem Tidenkalender abgeschrieben, mit wasserdichtem Stift auf die Spritzdecke seines nagelneuen Seekajaks „Kodiak“, made by Prijon. Obwohl eigentlich schreibfaul, hasst er es noch mehr, sinnlos gegen Gezeitenströme anzupaddeln, die hier auf den Lofoten zwischen den Inseln verdammt heftig und auch gefährlich sein können. „Also nix wie rüber und Lagerplatz suchen!“ kommt mein Kommando. Astrid zögert noch: „Die Wellen werden immer höher.“ „Genau, deshalb müssen wir uns beeilen. Nur nicht quer, sondern Seilfähre.“ Die Paddeltechnik der „Seilfähre“ benutzt man gewöhnlich in Fließgewässern, um gegen die Strömung ohne wesentlichen Höheverlust von einem Ufer zum anderen zu gelangen. Sie bewährt sich aber auch auf den Lofoten, um nicht vom Wind und den Gezeitenströmen verweht zu werden. So queren wir recht mühsam im spitzen Winkel gegen Wind und Wellen den hier etwa 2 Kilometer breiten Austnesfjord und finden an der Südspitze der gegenüberliegenden Halbinsel in einem sumpfigen Schärenwirrwarr eine herrliche Sandbucht zum bequemen Anlanden. Feierabend für heute. Wir gehen in Deckung und bauen im Windschutz großer Felsblöcke die Zelte auf, gespannt der Dinge, die da kommen.  

                                                            Peinliche Anfängerfehler am Fließband

Am nächsten Morgen knallen Sonne und Wind auf unsere Zelte. Ich schäle mich aus meinem warmen Winterschlafsack, der auf den Lofoten auch im Sommer angebracht ist, liegt dieses Insel-Archipel doch auf dem gleichen nördlichen Breitengrad wie Nord-Alaska, das nördlichste Sibirien und das eisbedeckte Mittelgrönland. Eigentlich ist noch tiefste Nacht, aber das ist Wurscht, die Sonne geht eh hier 6-8 Wochen nicht unter. So wird die Nacht  zwischen dem 28. Mai und 14. Juli auf der Höhe der Lofotenhauptstadt Svolvær, wo wir uns gerade befinden, logischerweise zum helllichten Tag. Für Kanuten ist das außerordentlich praktisch, man kann paddeln und schlafen zu jeder Tages- und Nachtzeit, gerade so, wie Wind, Wetter und wichtige Körperteile es sinnvoll erscheinen lassen. Ich robbe auf allen Vieren aus unserem windstabilen, geodätisch konstruierten 3-Mann-Zelt, in dem Astrid und unsere fünfjährige Tochter Samira genüsslich weiterschlafen, schlüpfe schlotternd in meinen bewährten Motorrad-Regenoverall, der auch bei windig-feuchten Kajaktouren gute Dienste leistet, und peile auf meiner Multifunktions-Uhr die Lage: Dienstag, 27.6.2000, 3 Uhr 27 und 11 Sekunden, zwischen 5 und 10 Meter über NN, Außentemperatur 7,8 Grad plus, Luftdruck 1020 Hektopascal, Tendenz steigend, Windgeschwindigkeit 28 Knoten, stahlblauer Himmel, weiße Schaumkronen auf stark bewegtem Wasser. Was ist zu tun? Ich verknipse einen von 45 Fuji-Velvia-Filmen im Fotogepäck, krabble wieder ins warme Zelt und penne weiter.

Beim nächsten Mal weckt mich Samira: „Hallo Papa, wach auf, die Sonne scheint schon längst!“ „Ich weiß, seit 24 Stunden schon. Also auf und weiter!“ Vollkommen überpowert und tatendurstig nach 14 Stunden im Schlafsack, stürzen wir raus. Die Lage ist unverändert stürmisch, nur die  gleißende Sonne steht bereits im Südosten über den alpinen Bergspitzen der unbewohnten Insel Litlmolla. Astrid wirft den bewährten Trangia-Sturmkocher fürs Kaffeewasser an, Samira und Thobias bereiten das nachmittägliche Frühstück aus Knäckebrot und Dauerwurst vor, während ich die Karte studiere auf der Suche nach einem Ausweg. Schließlich wollen wir hier nicht auch noch die nächste Nacht verbringen. Der Wind weht stetig aus Nordwest, zum Raftsund geht es schnurstracks nach Nord-Ost. Also müssten die 1000-m-Berge zwischen Austnesfjord und Öyhellsund für brauchbaren Windschutz sorgen. Zügig packen wir unsere 7 Sachen (können auch ein paar mehr sein) zusammen und surfen auf steilen Kabbelwellen gen Süden, ein kurzes Stück nur, um die Halbinsel des Langstrandtindan zu runden und Kurs Nord-Ost zu nehmen.

Erst eine reichlich kipplige Angelegenheit, dann kurzfristig ‚Still ruht der See’ und als wir in den nordöstlich verlaufenden Öyhellsunden einbiegen, das gleiche Bild wie gestern auf dem Ausnesfjord: Stürmischer Wind, aufgepeitschtes Weißwasser, und zu allem Überfluss noch beginnende Flut, bei der das Nordmeerwasser mit ordentlicher Strömung durch Raft- und Öyhellsund Richtung Vestfjord fließt, entgegen unserer geplanten Paddelrichtung natürlich. Das war eine ausgesprochen dümmliche Annahme mit dem erhofften Windschatten. Längst hätte ich wissen müssen, dass der Lofotenwind nie aus konstant bleibender Richtung weht, sondern ständig durch hohe Berge, tiefe Fjorde, gewaltige Felsenkessel und vielfältig geformte Schären abgelenkt, umgeleitet oder auch düsenhaft komprimiert wird. Hinzu kommen noch unterschiedlichste lokale Varianten thermisch bedingter Fallwinde. Es kann sogar vorkommen, dass man eine Insel rundet und dabei permanent Gegenwind hat. Wie dem auch sei, wir sitzen, kaum zwei Kilometer gepaddelt, schon wieder in der Klemme. Zornig paddeln wir gegen Wind, Wellen und Gegenströmung an und schaffen tatsächlich in einer guten Stunde einen weiteren Kilometer. Mehr nicht, denn linker Hand tut sich auf der kleinen Insel Oddvær ausgesprochen verführerisch eine herrlich windgeschützte Bucht mit kurzrasiertem Strandrasen auf. Kurzentschlossen paddeln wir hinein, legen an und bauen  auf komfortabler, grüner Wiese die Zelte wieder auf. Alsbald entfachen wir ein wärmendes Lagerfeuer und trinken solange Tee mit Rum, bis wir müde werden und wieder problemlos schlafen können....

Nur knapp einer Katastrophe entgangen. Beinahe wäre unsere Ausrüstung unbemerkt davongeschwommen

Mitten in der natürlich taghellen Nacht weckt mich ein tierisches Gebrüll von Thobias aus dem Tiefschlaf. „Gerd! Astrid! Schnell raus! Wir saufen ab!“ Mensch, spinn’ ich oder träum’ ich, oder hat der Thobi die Rumflasche etwa alleine ausgesoffen? Wieso absaufen? Es regnet doch gar nicht! Na gut, ich geh’ mal raus und schau’ nach. Prompt stehe ich mit beiden Füssen im eisigen Nordmeer. Donnerwetter, der Thobias hat recht! Feuerstelle, Trangia-Kocher, Rumkanister, Essensboxen und sonstiger Kleinkram sind bereits geflutet, gleich sind die Zelte dran. „Mensch gut, dass ich dringend pinkeln musste von dem Scheißtee im Rum, sonst hätt’s uns prompt erwischt.“ Verdammt peinlicher Anfängerfehler, aber wenn er recht hat, hat er recht, der Thobi. Zügig verlegen wir unser Zeltlager vom Meeresgrund aufs Festland. In den kommenden Wochen halten wir immer einen Sicherheitsabstand zur optischen Höchstmarkierung der letzten Flutin.

Aber die Fehlerkette reißt nicht ab. Anderntags kommt die nächste Überraschung: Beim Aufwachen herrscht gespenstige Stille, kein Heulen, Zerren und Zappeln am Zelt. Der Wind ist weg, komplett! So was ist äußerst selten auf den Lofoten, wo auch im Sommer an 96% aller Tage der Wind weht. Nur so ein merkwürdiges, ungewöhnliches, hochfrequentiges Summen ums Zelt rum. Was mag das sein? Ich öffne den Innenzelt-Reißverschluss, um nachzuschauen. Das ist ein krasser Fehler: Hunderte, Quatsch, tausende winzig-kleiner Knodd-Fliegen stürzen sich blutrünstig ins Zelt und auf uns. Blitzschnell verschließe ich wieder sorgfältig den Ausgang und beginne mit dem systematischen Massenmord dieser Mini-Mücken, die schlimmer sind als die größten Moskitos. Vor denen kann man sich schützen durch Netze, Autan und anderes, vor Knoddfliegen schützt nichts, außer kompletter Vermummung. Trotzdem krabbeln sie in Ohren, Augen, Mund und Nase. Nur der Wind vertreibt diese Quälgeister, deshalb sollte man bei der Auswahl von Biwakplätzen Windschatten unbedingt meiden und auf gut belüftete Orte wertlegen, das weiß jeder erfahrene Nordlandfreak.

Typisch für die Lofoten sind schnelle Wetterwechsel, auf die man immer vorbereitet sein muss

Also nichts wie weg hier! Total vermummt und entnervt raffen wir unsere Zeltklamotten zusammen, um schnellstens abzuhauen. Doch denkste, so schnell wie gewünscht klappt die Flucht leider nicht. Es ist mittlerweile Ebbe und das als Fluchtweg notwendige Nordmeer satte dreihundert Meter entfernt! Eigentlich ist der mittlere Tidenhub auf den Lofoten und Vesterålen mit 2,5 Metern recht kanutenfreundlich, es sei denn, man sucht sich den Lagerplatz in einer sehr flachen Meeresbucht aus, die bei Ebbe halt alle 12 Stunden komplett leerläuft. Unter üblen Flüchen schleppen, zerren und schleifen wir unsere Kajakausrüstung auf dem zur Zeit leider trockenliegenden Meeresboden über glitschige Monsterkiesel, scharfkantige Muschelfelder und stinkenden Tang, aus dem Millionen von Knoddfliegen zum Attackieren aufsteigen, zum Wasser. Nur gut, dass wir nicht über empfindliche Faltboote, edle Holzkajaks oder sonstige Hightech-Leichtgewichtflitzer, sondern hochdruckgeblasene Prijon-Kajaks verfügen, die diese Strapazen auch vollbeladen schadlos wegstecken. Ohne diese zwar vergleichsweise recht langsamen, aber unschlagbar robusten Polyäthylen-Boote wären wir 60% aller möglichen Anlandeplätze beraubt, die auf den Lofoten nicht gerade üppig gesät sind. Wie dem auch sei, irgendwann sind wir fertig mit der Plagerei und ziehen frohgemut weiter, ohne Frühstück im Bauch und natürlich bei Gegenwind, der uns beim Verlassen der windgeschützten Bucht prompt wieder ins Gesicht bläst.

 „Der Fisch im Wasser – unser täglich Brot“

Diese passenden Worte von Petter Dass sind in seiner „Trompete des Nordlandes“ nachzulesen und beschreiben treffend die Bedeutung der Fischerei von der Zeit der Wikinger bis in jüngste Vergangenheit. Mehrere Jahrhunderte hindurch konnten sich die Lofoter wichtige Waren im Tausch gegen Stockfisch – knüppelhart luftgetrockneter Dorsch – beschaffen und am allerwichtigsten waren Korn und Mehl. Heute nach dem Rückgang der Lofotfischerei sind zahlungskräftige Touristen an seine Stelle getreten, bewohnen die traditionellen Rorbu-Hütten und bringen das zum Überleben notwendige Geld ins Inselreich. Gründung, Entwicklung und Niedergang der Lofotfischerei und ehemaliger Fischerdörfer sind in zahlreichen Museen des Landes anschaulich dokumentiert.

Aber wir auf unseren Kajak-Entdeckungstouren in abgelegenere Inselbereiche bekommen davon auch noch „live“ einiges geboten, sei es in Form verfallener Rorbu-Hütten und gestrandeter Fischkutter oder längst moosüberwucherten Grundsteinmauern auf einsamen Schäreninseln. Vor allem aber üben wir uns im Nachmachen der legendären Lofoten-Devise „Der Fisch im Wasser – unser täglich Brot“. Noch gibt es für Hobby-Angler in den Lofotengewässern, besonders in den ehemals fischreichsten Gründen des Vestfjords, unglaublich viel Fisch, vor allem Dorsch und Seelachs.

Nachdem wir von deutschen „Profi“-Fischern im „Basislager“ Sandvika, wo diese zuhauf lustvoll von Frühjahr bis Herbst ihr Rentnerdasein fristen, gelernt haben, wo man sie fängt, wie man sie fachgerecht schlachtet, grätenlos filetiert und schmackhaft zubereitet, klappt die Sache hervorragend. Selbst mich, der mit der üblichen, meist erfolglosen Angelei eigentlich nichts am Hut hat, packt das Jagdfieber, was zur Folge hat, dass wir Fisch bis zum Überdruss fangen und essen und der auf Seekajaktouren allgegenwärtige Fischgeruch Übelkeit hervorruft. Immer wenn’s soweit ist, schwärmen wir von Jägerschnitzel mit Pommes, legen für einige Tage eine Knäckebrot-Dauerwurst-Diät ein und pfeifen auf frischen Fisch.

                                       ARCTIC SEA KAYAK RACE – Highlight für Salzwasserkanuten

Nachdem wir vier Wochen lang die Lofoten abgeklappert haben – zunächst auf der leichteren Innenseite, später vom zweiten „Basislager“ Fredwang auf Moskenesøya aus auch einige Abschnitte der dem offenen Nordmeer ausgesetzten Außenseite – setzen wir als nunmehr routinierte und ortskundige Lofotenkajaker mit der Fähre Fiskeböl – Melbu auf die Vesterålen über, um dem jährlich Ende Juli stattfindenden ARTIC SEA KAJAK RACE beizuwohnen. Die gebirgige und durch mehr als ein Dutzend Fjorde zerfranzte Westhälfte der Insel Langøya und insbesondere die nördlich angrenzenden Vestbygd-Inseln entpuppen sich wie erwartet als weiteres Kajakparadies des hohen Nordens.

Treffpunkt der Seekajakfreaks ist das als „Basislager“ vortrefflich geeignete Fjordcamp Kråkberget. Von hier aus werden beim Kajak-Event fünf Tage lang für mehr als 150 Teilnehmer/innen aus aller Welt unterschiedliche Unternehmungen organisiert: Eine Expertengruppe umrundet drei Tage mit Gepäck und Begleitboot über 140 km die gesamte, über weite Strecken dem offenen Nordatlantik zugewandte Westhälfte von Langøya, ein weiterer Gepäck-Trupp erkundet die geschützteren Vestbygd-Inseln, eine dritte Gruppe befindet sich im Basic-Camp zur Anfängerschulung und eine vierte Gruppe von „Verrückten“, wie der Lofoter Jann uns erklärt hat, startet von hier aus zu hammerharten Wettrennen gegen die Uhr über Strecken bis zu 70 Tageskilometern hinaus aufs offene Meer, und das bei Wind und Wetter, wo wir längst in volle Deckung gehen müssen. Am fünften Tag beteiligen sich alle 150 Teilnehmer/innen am 42 km langen Kajakmarathon mit Umrundung der Insel Skogsöya und Zieleinlauf im Fjordcamp Kråkberget, wo anschließend eine feuchtfröhliche Abschlussfete stattfindet. Leider können wir mit unserer fünfjährigen Tochter Samira an diesem lohnenswerten Event nicht teilnehmen, da wir unsere eigene Tourenlogistik brauchen. Aber wir werden Zeugen einer vortrefflich organisierten Kajakveranstaltung und haben wieder einmal das Glück, mit dem einheimischen Berufsfotografen und Journalisten Alf Oxem einen langjährigen Mitorganisator des ARTIC SEA KAJAK RACE kennenzulernen, der uns anfänglich im Camp und später bei zufälligen Treffen auf See – Alf leidet die Vestbygd-Gepäcktruppe – freundschaftlich mit allen kajakspezifischen Infos seiner Heimat versorgt, die uns erlauben, das gelobte Land auf eigene Faust zu erkunden.

Gerd Kassel auf den Lofoten unterwegs mit der damals 5-jährigen Tochter Samira und Frau Astrid

                                                                       „Fortsatt full fart i Tinden“ 

„Es ist immer noch viel Betrieb auf  Tinden“. So steht es am 29. Juli 2000 im „Vesterålen Bladet“, in dem auch „Familien Kassel og Thobias Ahlers fra Frankfurt“ mit Bild und Interview erscheinen. Die Rede ist hier von der lebenden Legende Nordnorwegens, dem weit über die lokalen Grenzen hinaus bekannten Kaufmann Skjalg Halmøy, der in seiner malerischen, alten Handelsstation Tinden auf der Insel Tindsöya seit 57 Jahren einen typisch nordnorwegischen Krämerladen betreibt. Im Abendlicht eines abwechslungsreichen Tourentages paddeln wir auf die sonnenbeschienenen, weißen Holzhäuser von Tinden zu, die am Fuße eines markanten, weithin sichtbaren Berges, dem 468 m hohen „Tindstind“ liegen. Wir sind von diesem Anblick und der Freundlichkeit der Menschen, die uns hier begrüßen, so fasziniert und beeindruckt, dass wir mit dem Einverständnis von Skjalg Halmøy auf seinem Grund und Boden an einer weißen Sandbucht unsere Zelte aufbauen und einige Tage bleiben, um das interessante Treiben in der Handelsstation, die herzliche Gastfreundschaft ihrer Besitzer und die grandiose Inselwelt der noch sehr ursprünglichen Vesterålen zu genießen. Außerdem habe ich mal wieder das Glück, mit Skjalg junior, der in den Sommerferien seinem über achtzigjährigen Vater hilfreich zur Seite steht, einen sehr gut deutschsprechenden Lehrerkollegen zu treffen, der bereitwillig meinen Wissensdurst stillt. Skjalg junior ist auf Tinden geboren und hat hier gelebt, ehe er zwecks Studium und späterer Berufsausübung nach Bergen in den Süden ging. Es ist für mich hochinteressant und unvergesslich, wenn er im Licht eines warmen Sommertages vor dem historischen, elterlichen Anwesen, das leider wie alle landestypischen, auf Holzstelzen im Wasser stehenden Rorbu-Bauten vom Verfall bedroht ist,  über seine Kinder- und Schulzeit auf Tindsöya und das raue  Leben der Menschen auf den Vestbygd-Inseln erzählt. 

Ich hoffe sehr, dass der Fortschritt in Tinden und auf der gesamten Inselwelt der Vesterålen auch weiterhin stillsteht. Denn dann wird es auch in Zukunft sehr lohnend bleiben, zu weiteren Kajakabenteuern ins Inselparadies der Lofoten und Vesterålen zurückzukehren. Wir sind sicher, dass außer den bizarren Bergen, einsamen Fjorden und Heerscharen von Möwen und Papageientauchern auch der liebenswerte Kaufladen mit Skjalg Halmøy senior und junior auf Tindsöya noch da sein werden.

P.S.: Weihnachten 2002 ist Skjalg senior gestorben – und damit endgültig zur Geschichte der Vesterålen geworden, die es wert ist, der Nachwelt überliefert zu werden.

Wie oft auf Seekajaktouren muss - wo immer möglich - neues Trinkwasser gebunkert werden

                                                      REVIERINFO: LOFOTEN & VESTERÅLEN

                                                                        Kurzbeschreibung

Die bis auf eine Ausnahme (Fähre Melbu – Fiskebol zwischen beiden Inselketten) allesamt durch Brücken oder Tunnels untereinander und über die E10 auch mit dem Festland verbundenen Hauptinseln der Lofoten und Vesterålen liegen zwischen dem 67. und 69. nördlichen Breitengrad im Einflussbereich des Golfstroms direkt vor der nordnorwegischen Küste. Bei vergleichsweise sehr mildem Klima werden die alpinen Berge und zahlreichen unbewohnten Felseninseln und Schären 6 – 8 Wochen rund um die Uhr von der Sonne beschienen, sofern sich diese bei meist wechselhaftem Wetter sehen lässt. Die Lofoten und Vesterålen sind von außerordentlicher Schönheit und werden treffend als Alpen im Nordmeer charakterisiert. So wundert es nicht, dass nach dem Niedergang des kommerziellen Fischfangs der Tourismus heute die überlebenswichtige Geldeinnahmequelle der Inselbewohner darstellt. Mit Hilfe des norwegischen Staates wurde vor allem verkehrstechnisch eine gute touristische Infrastruktur geschaffen, wodurch allerdings auf den Lofoten, weniger auf den mehr abseits gelegenen Inseln der Vesterålen, die Ruhe und Beschaulichkeit entlang der Haupttransferstraße E10 etwas verloren ging. Für Salzwasserkanuten, die sich dem Tourismus durch das Ausweichen auf unbesiedelte Inseln entziehen können, stellt das Archipel ein einzigartiges und sehr empfehlenswertes Kajakparadies unter nordischem Himmel dar.

                                                                               Charakter

Die Inselwelt der Lofoten und Vesterålen bieten hervorragende Möglichkeiten für abwechslungsreiche Tagesausflüge von unterschiedlichen „Basislagern“, sprich günstig gelegenen Campingplätzen aus. Für erfahrene Wanderpaddler sind aber auch mehrtägige Gepäcktouren sehr empfehlenswert. Trotz häufig schwer zugänglicher Steiluferbereiche finden sich in ausreichendem Maße auch wunderschöne Sandstrände und Buchten zum Pausieren und Biwakieren. Der Tidenhub ist mit ca. 2,5 m vergleichsweise moderat. Eine sorgfältige Wetterbeobachtung und genaue Tourenplanung mit detaillierten Karten zur Orientierung sind notwendig. Grundsätzlich unterscheidet man  zwei Schwierigkeitsbereiche: Die Inselkette verläuft von Nord nach Süd vor der Küste. Folglich gibt es eine leichtere wind- und wellengeschützte Innenseite zwischen Inseln und Festland für weniger erfahrene und geübte Salzwasserkanuten und eine schwierige, dem offenen Nordmeer zugewandte Außenseite mit hoher Dünung und ungebremsten Winden für routinierte Experten. Solotouren sind hier nicht anzuraten. Besonders geschützte Buchten und Fjorde auf der Innenseite eignen sich auch für Seekajak-Anfänger.

Warnung: Zwischen den großen Inseln der Lofoten besteht eine starke Gezeitenströmung. Die Querung von Gimsøy-, Henningsvær-, Napp- und Moskenstraumen ist nur bei genauer Kenntnis des Tidenkalenders und optimalem Timing möglich, ansonsten besteht Gefahr, aufs offene Meer hinausgezogen zu werden.

                                                                                        Anreise/Fähre

Von Frankfurt/M nach Svolvær, der Hauptstadt der Lofoten, sind es ziemlich genau 3000 km, egal ob man die E6 durch Norwegen oder den Inlandsvägen durch Schweden über Kiruna und Narvik nimmt. Für diese Strecke braucht man bei zügigster Fahrweise mit einem Campingbus + Kanuanhänger 3,5 Tage. Abkürzen kann man durch die Lofotenfähren von Bodø nach Moskenes (2x täglich, 4,5 Stdn., Reservierung notwendig) und von Skutvik nach Svolvær (7x täglich, 2 Stdn., keine Reservierung möglich). Man kommt, wenn man will, von Deutschland auf die Vesterålen ohne einen einzigen Fährtransfer (Lofoten 1X, demnächst auch hier Verbindung mit Festland), denn zwischen Deutschland – Dänemark – Schweden gibt es außer verschiedenen Fährverbindungen mittlerweile auch Brücken. Was für wen der beste, komfortabelste, kürzeste, schnellste, billigste Weg auf die Lofoten ist, hängt vom Wohnort in Deutschland, der Länge verfügbarer Urlaubszeit und dem Geldbeutel ab. Die Kraftstoffpreise sind in Norwegen höher als in Schweden.

                                                                                       Beste Reisezeit

Eingefleischte deutsche Lofoten-Rentner leben von Mai bis September auf dem Archipel. Am schönsten ist es in der Zeit der Mittsommernacht von Ende Mai bis Mitte Juli. In dieser Zeit liegt häufig noch Schnee auf den Bergen, während unten zahlreiche Blumen blühen. Der Tourismus-Ansturm beginnt im Juli.

                                                                                          Ausrüstung

Die Lofoten und Vesterålen liegen jenseits des Polarkreises im kalten Nordmeer, auch wenn an windstillen Sonnentagen der Schein trügt und man sich in der Karibik wähnt. Kajaktouren bei ungewohnt kalten Luft- und Wassertemperaturen in oft abseits gelegener und unzugänglicher Inselwildnis erfordern in jeder Beziehung eine erstklassige Ausrüstung.
Kajaks: Seekajaks, Falt- und Tourenboote mit Rundumkenterleine, Abschottung/Auftrieb, Steueranlage, Kompasshalterung Spritzdecke und Lenzpumpe, evtl. Treibsegel. Für einige Touren Bootswagen erforderlich. Achtung: Insbesondere auf Gepäcktouren werden schwerbeladene Kajaks beim Anlanden gelegentlich stark strapaziert. Oft lassen Uferbeschaffenheit und Wellengang ein Entladen der Boote im Wasser nicht zu, so dass sie zunächst nicht materialschonend getragen werden können, sondern über Stock und Stein gezogen und gezerrt werden müssen. Hier haben sich unsere hochdruckgeblasenen Polyäthylen-Tourenkajaks von Prijon aufgrund ihrer unglaublichen Robustheit bestens bewährt. Bei Kajaks mit empfindlicher Bootshaut verringern sich die Anlandemöglichkeiten um ca. 60 %.

Paddelkleidung: Kälteschutz ist unbedingt erforderlich, entweder Neopren oder besser und bequemer Trockenanzug mit Latexmanschetten und Thermounterwäsche. Wir benutzen zur Zufriedenheit Prijon-Trockenhosen und Paddeljacken mit passender Kapuze, bzw. Südwester und Kwark-Polartec-Unterwäsche, knöchelhohe, rutschfeste Kajakschuhe mit Neoprensocken und bei Bedarf Neo-Fingerhandschuhe und Neo-Stirnband.
Outdoorkleidung: Auch außerhalb des Kajaks ist es oft kühl, deshalb am besten komplette Winterkollektion mit winddichtem Anorak, gefütterter Hose, Fleece-Klamotten (Pullover, Hose, Handschuhe, Mütze), warme Trekking-Schuhe, wasserdichter Regenanzug, Gummistiefel, Südwester.

Tourengepäck: Windstabiles, freistehendes Zelt (Geodät) mit sehr feinmaschigem Mückennetz gegen Knoddfliegen, Sandheringe, Luftmatratze mit Doppelhubpumpe im Miniformat wegen Bodenunebenheiten komfortabler als Isomatte, warmer Schlafsack, Sturmkocher oder Kocher mit Windschutz, Trinkwasser-Faltkanister, Klappsäge, Mini-Spaten, Sonnenbrille, UV- und Mückenschutz, Regentarp mit Abspannleinen, für alles wasserdichte Packsäcke, genial auch die Prijon-Decktaschen mit Rollverschluss. 
Orientierung: Kompass, GPS (nicht zwingend), Fernglas, Kartenmesser, wasserfeste Folienschreiber, genaue Karten 1:50 000 und/oder 1:100 000 (verschweißt oder in wasserdichten Klarsichthüllen an Deck befestigt).
Sicherheit: Schwimmweste mit Signalpfeife, Ersatzpaddel, Paddelfloat (Einstiegshilfe bei Kenterung), Paddelsicherung, Signalgeber, Erste-Hilfe-Bag, Medikamente (Breitband-Antibiotikum), Reparaturmaterial, Universalwerkzeug (z.B. Leatherman), griffbereites Handy in wasserdichter Tasche mit eingespeicherten Notrufnummern (z.B. Lofot - Seenotrettung 75521267, Lofot-Polizei 76070177, vor Ort aktuelle Nummern erfragen).

                                                                                Basislager

Die Lofoten & Vesterålen sind Camperland mit zahlreichen Campingplätzen, wo auch Hütten vermietet werden. Im Reiseführer „Lofoten – selbst entdecken“ werden die meisten Campingplätze aufgelistet und treffend beschrieben. Wildes Campieren bei Mehrtagestouren in abgelegenen Inselbereichen ist im Rahmen des Jedermannsrechts kein Problem. Nicht selten finden sind herrliche Sandbuchten auf unbewohnten Inseln zum Biwakieren. In bewohnten und zivilisierten Regionen werden Campingbusse und Wohnmobile außerhalb von Campingplätzen nicht mehr gerne gesehen. Als direkt am Meer gelegene Basislager für Kanuten mit Sandbuchten zum bequemen Ablegen/Anlanden und besonders geeignete Startplätze für Kajaktouren eignen sich am besten folgende vier Camps:

Basislager 1: Sandvika Fjord & Sjøhuscamp, Ørsvågveien 45, 8310 Kabelvåg, Tel.: 47 76078145,E-mail:sandcamp@alpha1.nndata.no-Homepage:http://www.lofotposten.no/ home/sandcamp. Das landschaftlich hervorragend schön gelegene Sandvika-Camp im Süden Austvågøyas ist fest in deutscher Hand, Angler- und Paddlertreffpunkt und  idealer Startplatz für Tages- und Mehrtagestouren auf der Innenseite der nördlichen Lofoten.
Basislager 2: Sandsletta Camping, 8315 Laukvik, Tel/Fax 47 76075257. Das eher ruhige und kleine Camp am Vatnfjorden Nord-Austvågøyas ist Ausgangspunkt für Tagestouren auf der Außenseite im Schärenbereich südlich von Laukvika und bei günstigem Wetter auch für Mehrtagestouren über Laukvika nördlich hinaus.
Basislager 3: Fredwang Strandcamping, 8387 Fredwang, Tel.: 47 76094233. Einer der landschaftlich schönsten Plätze des Archipels auf Moskenesøya mit vielen Sandbuchten und Blick aufs Nordmeer und die Mitternachtssonne. Idealer Startpunkt für Tages- und Mehrtagestouren  in verschiedene geschützte Fjorde und auf die Außenseite der Lofoten.
Basislager 4: Fjordcamp Kråkberget, 8476 Eidet, Tel.: 47 76137640. Landschaftlich hervorragend schöner Platz auf Langøya und idealer Ausgangspunkt für Tages- und Mehrtagestouren ins Kajakparadies der Vesterålen. Treffpunkt des jährlich in der letzten Juliwoche stattfindenden Arctic Sea Kajak Race (Infos: ASKR, Postbox 287, 8401 Sortland, Tel.: 47 76110870, Fax: 47 76110871, E-mail:karl-einar.nordahl@tin.no)

                                                                                Einkaufen

Lebensmittel sind in Norwegen wesentlich teurer als in Deutschland. Die zollfrei tolerierte Warenmenge (Lebensmittel, Tabak, Alkohol, siehe Info ADAC) am besten von zu Hause mitbringen. Vor Ort gute Einkaufsmöglichkeiten in allen größeren Ortschaften auch in Nähe der genannten Basislager: Sandvika = Kabelvåg; Sandsletta = Svolvær; Fredwang = Ramberg; Kråkberget = Sortland (bei der Anfahrt),Eidet. Im Süden der Lofoten sind die Preise deutlich höher als im Norden. Die meisten Geschäfte und Supermärkte findet man in Svolvær (Lofoten) und Sortland (Vesterålen), hier auch Buchläden zum Kauf benötigter Landkarten. Bei mehrtägigen Kajaktouren hat man öfter keine Einkaufsmöglichkeiten, daher immer genügend Lebensmittelreserven, auch für schlechtwetterbedingte Zwangspausen, an Bord mitführen.

                                                                                    Geld

Die Währung ist die norwegische Krone (NOK), 100 € ca. 800 NOK. Banken befinden sich in allen größeren Orten, Geldautomaten in Svolær und Sortland, Kreditkarten und Reiseschecks werden allgemein akzeptiert. 

                                                                                    Infos 

Vor Ort in allen Touristeninformationsbüros (weißes „i“ auf grünem Grund), wo meist auch deutsch, ansonsten englisch gesprochen wird. Alle wichtige Reise-Infos von A –Z, die vor und während  der Reise benötigt werden findet man in den von mir angeführten Reiseführern. Im Internet befinden sich ebenfalls jede Menge Infos.

                                                             Geführte Kajaktouren/Kajakverleih

Nicht jeder traut sich auf den Lofoten & Vesterålen zu Kajaktouren auf eigene Faust oder ist ohne Ausrüstung per Flugzeug angereist. Hier hilft „Jann’s Adventure“ mit einem differenzierten Angebot geführter Touren und gutem Prijon-Seekajak-Equipment. Jann ist Lofoter und spricht sehr gut deutsch. Adressen: Jann H. Engstad, P.b. 136 N-8310 Kabelvåg, Tel.: 47 76078910, Fax: 47 76071955, E-Mail: lofoten-aktiv@lofottnett.no, Homepage: http://www.lofoten-aktiv.no. Auf den Vesterålen wendet man sich am besten an den ASKR (Arctic sea kajak race, http://www.askr.no), P.b. 287, N-8401 Sortland, Tel.: 47 76110870, Fax: 47 76110871, E-Mail: karl-einar.nordahl@tin.no.

                                                                   Alternative Urlaubsaktivitäten

 Die Lofoten & Vesterålen sind auch ein Paradies für Wanderer, Radler und Angler. Im Reiseführer „Lofoten – selbst entdecken“ sind 12 Wanderungen genau beschrieben. Im „Reisehandbuch – Lofoten und Vesterålen“ gilt ein Schwerpunkt dem Fahrrad fahren. Den Hobby-Angler wird  der Video „Angelabenteuer Lofoten“ interessieren. Von verschiedenen Orten werden Walsafaris angeboten (Infos in Touristikbüros vor Ort. Lohnenswert sind auch Besuche im Lofotenmuseum in Kabelvåg und im Wikingermuseum in Borg.

                                                                                 Karten

Für die Anreise am besten die übersichtlichen ADAC-Reisekarten „Skandinavien 1+2“, zusammen mit Tourenpaket kostenlos beim ADAC.Für die Orientierung vor Ort:Vegkart over Norge (Kartenserie M 501), 1:250 000, Blatt 15Lofoten Touristik- und Wanderkarte, 1:100 000Topografische Hauptkartenserie Norwegen, 1:50 000. Welche Karten der Serie M 711 man benötigt, kann man der Übersichtskarte im Nordis-Gesamtkatalog entnehmen (Nordis-Versand, PF 10 03 43, 40767 Monheim, Bestell-Tel.: 02173/95370; Fax: 02173/54278; Internet: www.nordis-versand.de.)Vor Ort in der Buchhandlung in Svolvær erhält man kostengünstiger als die Serie M711 die Sonderblätter „Vågan Kommune“ und „Vest-Lofoten“ 1:50 000 für 80/85 NOK. Die beiden Blätter decken die gesamten Lofoten ab, ähnliches für die Vesterålen gibt es leider nicht, hier braucht man M711. 

                                                                        Reiseführer/Videos

Lofoten – selbst entdecken, Möbius/Ster, 1995, Regenbogen-Reiseführer
Lofoten/Vesterålen, Reisetaschenbuch, C. Banck. 3. Aufl. 1998, DuMont
Lofoten und Vesterålen, Reisehandbuch, M. Knoche, 1995, Conrad Stein
Lofoten und Vesterålen – Ein Gebirge im Meer, L. Ryvarden, Nordis-Versand
Lofoten, Bildband, Nordis-Versand
Video: Urlaubsparadies Lofoten & Vesterålen, VHS, 60 min, Nordis-Versand
 Angelabenteuer Lofoten, VHS, 60 min, Nordis-Versand

                                                                               Diavortrag

Autor Gerd Kassel hat über die Lofoten & Vesterålen einen sehenswerten Diavortrag in Überblendproduktion zusammengestellt, den er auf Anfrage (Tel.: 06055/84937; E-Mail: AG.Kassel@t-online.de) bei diversen Veranstaltungen präsentiert.

                                                                         Tourenvorschläge

Folgende, sehr empfehlenswerte Mehrtagestouren für erfahrene Salzwasserkanuten sind bewusst ohne Zeit- und Längenangaben, da diese je nach Wind und Wetter variieren können. Sinnvoll ist die Verwendung eines Kartenmessers zur Tourenplanung. Durch die klare Luft verschätzt man sich oft erheblich in den Entfernungen. 

Tour 1 – Lofoten Startplatz: Basislager 1 „Sandvika-Camp“. Karten: Lofoten Touristik- und Wanderkarte, 1:100 000 + Kartenserie M711, 1:50 000, Blatt 1231 IV „Raftsundet“ + Blatt 1131 I „Austvågoya“ + Blatt 1131 II „Svolvær“. In Ufernähe vorbei an Kabelvåg und Svolvær – Querung Austnesfjord (im Schärenbereich der Südspitze der Halbinsel „Langstrandtindan“ einige Sandbuchten zum Biwakieren), weiter durch Öhyll- und Raftsund zum Trollfjord (schöner Biwakplatz mit Sandstrand auf der Westseite der Insel Braköya, öfter Delphine)  – zurück nach Digermulen (Einkaufsmöglichkeit), durch Ulvågsund, Umrundung von Årsteinen (an Südseite herrliche Sandbucht zum Biwakieren) in Richtung Öksfjord und Indrefjord (sehr einsam) – zurück durch im Vestfjord vorgelagerte Schären (Blatt 1231 IV unbedingt erforderlich) zur Insel Litlmolla (an Inselsüdseite im Øsundet unter der Steilwand des Nonstinden herrlicher Biwakplatz mit Sandstrand) – Umrundung der ehemaligen Walfanginsel Skrova (im vergammelt-malerischen Hafen Anlandemöglichkeit und Kneipe) – je nach Wetterbedingung  auf direktem, kurzem Weg oder länger unter Land zurück nach Kabelvåg/Sandvika. Achtung: Diese Tour kann durch Unterbrechungen länger dauern als gedacht, genügend Zeit- und Lebensmittelreserven einplanen.

Tour 2 – Lofoten  Startplatz: Basislager 2 „Sandsletta Camping“. Karten: Lofoten Touristik- und Wanderkarte 1: 100 000 + Sonderkarte „Vågan Kommune“ 1: 50 000. Vom Vatnfjorden in Sunnlandsfjorden (starke Gezeitenströmung im flussbreiten Durchgang berücksichtigen!!) – nach Erkundung des Indrefjorden gen Norden durch vorgelagerte Schäreninseln nach Laukvika und zurück nach Sandsletta. Bei ruhigem Wetter und Seegang kann man die Tour über Laukvika hinaus entlang der Nordküste Austvågøyas verlängern (schöne Sandstrände mit Blick auf die Vesterålen). Achtung: Diese Tour auf der Außenseite der Lofoten kann durch sehr hohe Atlantikdünung schwierig werden, dann im Wind- und Wellenschatten der Schären bleiben. 

Tour 3 – Lofoten Startplatz: Basislager 3 „Fredwang Strandcamping“. Karten: Lofoten Touristik- und Wanderkarte 1: 100 000 + Fremdenverkehrskarte „Vest-Lofoten“ 1: 50 000. Bei gutem Wetter zunächst nach Westen raus aufs offene Nordmeer und vorbei an Stokkvika und einer beeindruckenden Steilwand bis zur großen und von steilen Bergen umrahmten Sandbucht Kvalvika mit idealem Biwakplatz – zurück nach Fredwang und weiter nach Ramberg mit großem Sandstrand (hier Campingplatz und Supermarkt) – Richtung Süden unter Fredwang-Brücke hindurch in den Selfjorden – durch den schmalen Sundstraumen und Kåkersundet (starke Gezeitenströmung bedenken) Richtung Vestfjord und die Südostküste von Moskenesöya entlang zum Reinefjorden – Erkundung von Kjerk- und Forsfjorden mit beeindruckendem Bergpanorama (in Reine Einkaufsmöglichkeit) – den gleichen Weg zurück nach Fredwang mit größerem, aber lohnenswertem Abstecher zum Nusfjord. Achtung: Der Ausflug auf die Außenseite zur Kwalvika kann bei Wetterwechsel – z.B. urplötzlichem Seenebel, wie wir ihn hier erlebten – gefährlich werden, da über einige Kilometer Steilwand ohne jegliche Anlandemöglichkeit. Ansonsten lässt sich diese Tour bei Schlechtwettereinbruch vielerorts leicht abbrechen.

Tour 4 – Vesterålen Startplatz: Basislager 4 „Fjordcamp Kråkberget“. Karten: Vegkart M501, 1: 250 000, Blatt 15, (zur Übersicht) + M711, 1: 50 000, Blatt 1132 I „Nykvåg“ + Blatt 1132 II „Stokmarknes“ + Blatt 1132 III „Skårvågen“. Auf dieser schwierigen Tour wird mit kurzer Landportage (Bootswagen erforderlich) die Westhälfte der großen Insel Langøya komplett umrundet. Durch den Möklandsfjorden gen Norden (zahlreiche Papageientaucher) nach Tinden auf Tindsöya (hier absolut lohnenswerter Besuch bei der Kaufmannslegende Skalg Halmøy, Einkaufs- und Übernachtungsmöglichkeit an herrlicher Sandbucht) – Richtung Westen über das offene Nordmeer zum Malnesfjorden und nach Hovden (dort zwei schöne Sandbuchten mit Übernachtungsmöglichkeit) – an der Küste entlang vorbei an Nykvag, Insel Nykan nach Sandvik (schöne Sandbucht zum Pausieren oder Biwakieren) – Querung Åsanfjorden (auf Südseite schöne Sandbucht, weiter im Innern Malnes mit Campingplatz) – vorbei an Straume und Skårvågen (in tief eingeschnittener Bucht auf Südseite zwei Sandbuchten zum Pausieren und Biwakieren) – Umrundung der südlichen Halbinsel durch Schäreninseln in Richtung Bö (Einkaufsmöglichkeit) und Eidsfjorden – am Ende des Fjords bei Storvik kurze Landportage auf Straße in südöstlichen Arm des Ryggefjorden (Skerfjorden) und zurück nach Kråkberget. Achtung: Die Tour ist mit allen Abkürzungen ca. 140 km lang und führt über weite Strecken am offenen Nordmeer entlang, daher nur für erfahrene Seekajakspezialisten. Allerdings besteht vielerorts die Möglichkeit in Straßennähe die Tour bei Extremwetter abzubrechen. 

Tour 5 – Vesterålen  Startplatz Basislager 4 „Fjordcamp Kråkberget“. Den Möklandsfjorden nördlich bis Tinden auf Tindsöya (Besuch von Skalg Halmøy, Einkaufs- und Übernachtungsmöglichkeit) – gutes Wetter vorausgesetzt übers offene Nordmeer nördlich an Teröy und Hjellsandöya vorbei nach Hjellsand auf Skogsöya (hier liegt des gestrandete Wrack eines russischen Kriegsschiffes) – Umrundung von Skogsöya, wo die einzigen Rentiere der Region zu finden sind (herrliche Sandstrände auf der West- und Nordseite, Sörsand- und Nordsandvika, zum Pausieren und Biwakieren) – bei günstigem Wetter Abstecher in den Norden Langøyas zur sehenswerten „Geisterstadt“ Nyksund (verlassener Fischerort, wo ein Deutscher eine Gaststätte mit Übernachtungsmöglichkeit geschaffen hat) – durch Kaldhammarsundet zur Insel Börröya und auf die Nordostspitze von Dyröya (hier Sandbucht mit Übernachtungsplatz, gelegentlich sieht man Seehunde) – zwischen Dyröya und Langöya hindurch in den Ryggefjorden zurück nach Kråkberget. Achtung: Diese äußerst lohnenswerte Tour durch die fantastischen Vestbygd-Inseln ist auch von weniger erfahrenen Hochseekanuten durchzuführen.

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Es ist ein grimmig-kalter Tag mit starkem, eisigem Nordwind. Wir sind in Kabelvag auf dem Campingplatz gestartet und wollen samt Zeltgepäck zum Trollfjord auf den Vesteralen. Doch wir sind nicht weit gekommen. Heftiger Gegenwind von 6 Windstärken hat uns gebremst. Wir sind am AUSTNESFJORDEN in eine kleine, wellengeschützte Sandbucht geflüchtet und haben dort unser Lager aufgebaut.
 

  

 

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Auch hier war es schweinekalt. Neben den fantastischen Landschaftseindrücken habe ich am intensivsten die ständige, verdammte Kälte bei unserem Lofoten/Vesteralen-Trip in Erinnerung behalten. Wir sind hier auf einer Gepäcktour auf den Vesteralen und wollen zur legendären Poststation auf der Insel Tindsoya - Kegelberg im Hintergrund! Hier suchen wir Windschutz hinter einem Felsen und essen und trinken erst mal was Warmes! 

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Man würde auf den Lofoten & Vesteralen nicht sofort verhungern, wenn die letzten Müsliriegel verbraucht sind. Aber die Muscheln, die wir stundenlang kochen, werden davon nicht wesentlich weicher, zarter und schmackhafter. Doch zum Überleben würde es reichen. Zumal der Fischfang in der Gegend auch besser als anderswo klappt.

hhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh

Das ist der Mann, den wir kennenlernen wollen - eine Legende im Hohen Norden, den dort jeder kennt. Er war 50 Jahre lang Postmeister auf der Insel Tindsoya und betreibt dort ein kleines Geschäft. Heute ist er tot. Er war schon sehr alt. Sein Sohn hat mir die Lebensgeschichte dieses Mannes erzählt, als wir dort neben der Poststation campiert haben.  

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Nichts bleibt, wie es ist. Der alte Postmeister von Tinden ist tot und dieses verottete, sehr gespenstige Frack eines russischen Fracks vor der Insel SKOGSÖYA ist leider auch nicht mehr da. Wir fanden es geil, als wir die Insel an einem Tag vom Basislager auf Dyröya aus umrundeten.

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Es war ein herrliches Feeling, hier an diesem menschenleeren Strand von Skogsöya zu stehen und hinüber auf den spitzen, markanten Berg von Tinden zu schauen. Wir waren auf der Suche nach einer Rentierherde, die hier ab und zu zum Strand kommen sollte.

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Zeltlager des legendären ARCTIC SEA KAJAK RACE NORWAY auf der Insel Tindsoya

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In der kleinen, originellen Gastronomie in der Poststation auf der Insel Tindsoya

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Der markante Kegelberg der Insel Tindsoya ist weithin sichtbar

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Wir verbringen hier bei der ehemaligen Handels- und Poststation auf Tinden herrliche Tage unter nordischer Sonne und fühlen uns sauwohl!

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Weiter gehts! Die Kajaks sind gepackt und wir müssen weiter. Es fällt uns schwer, die gastfreundliche Insel 'Tinden wieder verlassen zu müssen........

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Wieder auf dem Rückweg von der Umrundung der Insel Skogsöya in Richtung Kraksberget, wo unser Bus + Kanuanhänger stehen.

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Ein schwer erkämpfter Blick am Abend vom unbenamten Berg auf die Bucht von Fredvang auf der Insel Moskenes auf den Südlofoten.

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Alles ist hier alt und im Verfall begriffen - und somit legendär! Hier sind wir auf der ehemaligen Walfang-Insel SKROVA schräg gegenüber von Kabelvag auf den mittleren Lofoten.

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Ein meiner Lieblingsfotos von den Lofoten mit allen typischen Landschaftsmerkmalen: Spitze, schneebedeckte Berge, blaue Fjorde, weiße Sandstrände........

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Wieder mal vorm kalten Nordwind hinter einem Felsen zwecks Pause in Deckung gegangen. Der wolkenumwehte Berg im Hintergrund heißt Rulten und ist 1062 Meter hoch.

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Noch mal die im Abendlicht leuchtende Post- und Handelsstation Tinden auf den Vesteralen

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Startplatz auf Dyröya zur Umrundung der Insel Skogsöya auf den Vesteralen.

 

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