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KANUMAGAZIN INTERVIEW Heft 2/2009 April/Mai

Hallo Gerd, 

das KANUmagazin möchte gerne ein Interview mit dir für eine Ausgabe im kommenden Jahr. Manch treuer KM- Leser werden sich fragen, warum man in den vergangenen Jahren nicht mehr so viel von dir gelesen und gehört hat. Dafür gibt es einen/mehrere Gründe wie man auch auf deiner Webseite nachlesen kann. Meine Fragen beziehen sich daher auch vorwiegend auf diesen jüngsten Lebensabschnitt. Machst Du mit?                                                                                                                                                                                                                          

Viele Grüße

Manuel

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INTERVIEW

VIP-KASSEL


Ja, sogar sehr gut! Seit meinem Herzinfarkt am 1. Tag des Jahres 2008 war ich schon am 1. April 2008 wieder mit dem Campingbus auf 3400 m am Kaunertaler Gletscher zum Skifahren, im Sommer 6 Wochen auf Römo zum Seekajakfahren und Strandsegeln und im Herbst in Spanien zum Tourensegeln mit Katamaran. Trotzdem gehören Ärzte natürlich zu meinen besten und wichtigsten Freunden. Ohne Ihr Wissen und Können, wäre ich längst tot. Was Ärzte als Spezialisten nur auf ihrem Gebiet allerdings nicht wissen können oder nicht kapieren: Outdoor-Abenteuer und naturnahe Erlebnissportarten gehören bei mir seit Jahrzehnten zur wirksamsten Medizin gegen körperlichen und seelischen Verfall.

Also, meine LEBENSEINSTELLUNG habe ich nicht geändert, wohl aber meine LEBENSGEWOHNHEITEN. Im Klartext: Ich habe mit Rauchen und Saufen aufgehört, trainiere jeden Tag eine Stunde auf dem Ergometer, mache leichtes Krafttraining für Arme, Oberkörper und Beine, ernähre mich überwiegend gesund ohne Industriezucker, Schweinefleisch und Kuchen, esse stattdessen meist Obst und Gemüse – und der Knaller: Ich habe in einem Jahr  trotz Rauchstop 15 kg abgenommen. Seitdem kann ich mir die Schuhe wieder selbst binden, passe auch wieder in meine liebste Schnürlederjeans und ins Cockpit meiner Lieblingskajaks.


Die eigentliche Ursache für meine extreme Lebensweise seit vielen Jahren und die Unfallserie in jüngerer Zeit liegt Jahrzehnte zurück. Mit 26 Jahren hatte ich plötzlich einen chronisch entzündeten Dünndarm und chronisch entzündete Hüftgelenke. Diagnose Morbus Crohn und Coxarthrose. Ich saß erstmals im Rollstuhl. Dann folgten schwere Darm-OP mit merkwürdigen Blicken der Ärzte, Kündigung durch meine private Krankenversicherung, Rückzahlung meiner Lebensversicherungsbeiträge.

Da wurde mir schlagartig klar: Ich musste mich beeilen im Leben, um noch auf meine Kosten zu kommen. Ich gab Gas und zündete meine Lebenskerze an beiden Enden an.

Ich wendete mich den besonders spannenden Natursportarten zu, damit die Schmerz-Lust-Relation stimmte! Schachspielen entspricht nicht meiner Natur! Ein Naturmensch war ich schon früher gewesen und oft mit Rucksack und Zeltgepäck in einsamen exotischen Landschaften unterwegs.

Jetzt konnte ich nicht mehr gut laufen und brauchte passende, naturverträgliche Fortbewegungsmittel. Kanus aller Art für das Paddeln auf Zahm-, Wild-, Salz- und Schmutzwasser kamen da wie gerufen. Aber auch Wintersport kam auf allen zu Verfügung stehenden Brettern immer öfter ins Visier, auch Segeln und Windsurfen. So konnte ich zum Beispiel besser in der Meeresbrandung windsurfen, als am Strand spazieren gehen und Muscheln sammeln.

Das ging 15 Jahre gut. Die Hüften machten irgendwie mit und der Darm kam immer öfter zur Ruhe. Erstmals ernsthaft verletzte ich mich 1988 ausgerechnet bei meiner ungefährlichsten Sportart, beim Tischtennisspiel. In einem hart umkämpften Meisterschaftsmatch riss mir in der schnellen Vorwärtsbewegung am linken Bein die Achillessehne und der Wadenmuskel ab.

Nach einem Jahr Auszeit folgten weiter 11 herrliche Natursportjahre mit unvergesslichen Erlebnissen. Erst mit 50 waren die Hüftgelenke dann endgültig hin und ich hatte schon einen OP-Termin für eine künstliche Hüfte.

Aus der Hüft-OP wurde nichts, weil ich mir im Oktober 2000 im Hardcore-Sturm auf dem Meer in Holland 3 Kilometer weit draußen den rechten Fuß abbrach. Meine Selbstrettung war schwierig. Kurz vor dem Unterkühlungstod erreichte ich den rettenden Strand. 

Kaum waren die Schrauben aus den Knochen raus vom Windsurf-Unfall in Holland, brach ich mir in Frankreich im Januar 2003 beim Snowboarden auf 2700 m und -20 Grad beide Beine ab, 4 Trümmerbrüche in Waden- und Schienbeinen, rechtes Knie an der Tibia gespalten. Es war der Supergau.


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kanukassel war 10 Jahre lang FREIER MITARBEITER bei der Zeitschrift KANU

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Das Schlimmste: Ich bekam bei irgendeiner OP im Februar 2003 einen Eiterkeim ins linke Bein – ohne es zunächst zu wissen. Trotz Marknagel heilte der Bruch nicht und es entstand eine sogenannte Pseudarthrose, der Körper baute eine Art Zusatzgelenk. Das Bein war nicht mehr belastbar, ich brauchte ständig Gehhilfen.  Im Juli 2004 explodierte bei einem gerade gestarteten Schwedentrip der Eiter urplötzlich im linken Schienbein. Der Knochen platzte auf, Rückfahrt nach Frankfurt auf eine Spezialstation für Septische Chirurgie. Es folgten 3 OPs in Serie. Auf K6 in der Unfallklinik in Frankfurt bin ich seit 4 Jahren Stammgast.

Im September 2004 bekam ich auf dem OBI-Parkplatz in Haiger einen großen Gehirnkrampf und stürzte kopfüber und zuckend auf Beton. Ich verschluckte die Zunge und eine Kassiererin rettete mich couragiert vor dem Ersticken. Später auf der Intensivstation in Dillenburg und mit MRT-Durchleuchtung meines Kopfes wurde eine Gehirnblutung entdeckt. Katastrophenalarm! Doch Glück im Unglück, die Blutung kam von selbst zum Stillstand. Die Gerinnsel-Rückstände sind heute noch da und verursachen partielle Gedächtnislücken. Doch damit kann ich leben, meine Schüler heißen jetzt alle Hänsel und Gretel.

Ein Jahr lang schluckte ich Antiepileptika, durfte kein Auto fahren und hatte plötzlich Bluthochdruck. Seitdem gehören auch Betablocker zum täglichen Frühstück.

2005 kam ich langsam wieder auf die Beine, 2006 startete die Kassel-Family im Auftrag des Pollner-Verlags eine Donau-Kanubuchserie. Es sah gut aus – bis im Mai 2007. Nach einem schwierigen, schulischen Kanuprojekt auf der Lahn brach 3 Tage später urplötzlich mein Immunsystem zusammen. Da lachte der schlafende Eiterkeim im linken Schienbein und griff wieder an! Er hatte leichtes Spiel und zerstörte das Knochenmark. In einer schnellen Operation wurde alles Faule ausgeräumt und eine 40 cm lange Antibiotikakette ins linke Schienbein implantiert.

Die sollte 6 Monate später wieder raus. Aber ehe das passierte, traf mich der nächste Schlag: Am 1. Januar 2008 bekam ich auf 3400 m auf dem Pitztaler Gletscher einen Herzinfarkt.


Depressionen, Albträume, Schlafstörungen, Ängste, Schweißausbrüche, die ich allesamt nur mit der weiteren Teilnahme am Outdoorgeschehen wirksam bekämpfen kann. Wie schon anfangs erwähnt, besteht meine wirksamste Medizin im Weitermachen, nicht im Ausruhen und sinnlosen Sinnieren. Nur nachts holen mich die traumatischen Erinnerungen immer wieder ein. Ich bin jeden Tag froh, wenn der Morgen graut und ich den dunklen Wolken der schlaflosen Nacht wieder entfliehen kann.


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Nein! Auf gar keinen Fall! Ich muss nur ungeheuer aufpassen im schwierigen Gelände! Ein Fehltritt und die Beine brechen wieder ab. Unbegehbare Wildnis, wie ich sie eigentlich liebe, kommt nicht mehr in Frage. Aber das ist egal! Ich werde bescheiden: Das Zelt wird immer noch aufgebaut – am liebsten auf englischem Rasen.


Mit den 14 Ops in 2 Jahren, das stimmt! Aber wie dem auch sei: Müsste ich mein Leben noch einmal wiederholen, würde ich alles genau so machen, wie bisher! Die Freude an meinen Outdoorsportarten hat mir in vielen schwierigen Lebenssituationen geholfen, den ganz normalen Alltag zu überleben. Allerdings: Ich habe in vielen Situationen den Bogen überspannt und meinem Körper mehr abverlangt, als er noch konnte. Nur, woher sollte ich wissen, wo meine körperlichen Grenzen tatsächlich lagen? Es ist immer ein Risiko, sich an Grenzen heranzuwagen, die man nicht kennt. Im Nachhinein ist man klüger! Aber nach wie vor taste ich mich an meine Grenzen heran. Beispiel: Nach der letzten Bein-OP warnte mich der operierende Arzt: „Der Schienbeinknochen ist nur noch mit 20 kg Gewicht belastbar. Wenn Sie auf einen Butterkeks treten, darf der nicht zerbrechen!“ UPS! Das hätte bedeutet: Ständig Krücken und hier und da Rollstuhl! Das musste ich genauer wissen und TESTEN! Noch im Krankenhaus bin ich nachts heimlich das 12-stöckige Treppenhaus rauf und runter gelaufen, damit meine wenigen Muskeln nicht restlos verkümmerten, und Tag für Tag habe ich die Belastung meines lädierten Beines erhöht. Sollte es tatsächlich wieder brechen, dann bitte gleich hier im Krankenhaus. Er brach nicht. Nach 3 Wochen verließ ich das Krankenhaus aufrecht, ohne Gehhilfen und auch nicht als Psychokrüppel!


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FALSCH! Sport ist eine sehr wichtige Möglichkeit und Notwendigkeit für bewegungsgehemmte Menschen der modernen Gesellschaft, ihre Gesundheit zu erhalten. Bewegung ist Leben – Leben ist Bewegung. Sportunfälle sind in Relation zu anderen Gefahrenquellen recht selten. Auf den Unfallstationen, wo ich lag, konnte ich es stets nachzählen. Die meisten Unfälle passieren im Haushalt, im Beruf und auf der Straße.


Nein, auf keinen Fall: Selbst als mich mein Körper im Stich ließ, musste ich weder auf Sport noch auf nervenkitzelnde  Abenteuer verzichten: Wenn man zitternd, frierend und halb bewusstlos vor Schmerzen mit abgebrochenen Beinen in einen OP-Saal gefahren wird, wo blutverschmierte, grüne Männchen rumrennen, dann befindet man sich in einem verdammt realen und lang andauernden Abenteuer. Hier kann man dann keine Kippe mehr rauchen oder die Situation durch Angstschiss hinauszögern: Dann heißt es: Augen zu und durch!

Es ist eine unglaublich sportliche Herausforderung, mit 2 gebrochenen Beinen Pinkeln zu gehen. Und der Klinikpark wird urplötzlich zum Dschungelparadies. Ich habe an jeder vergammelten Rose gerochen, um den Gestank nach Äther aus der Nase zu kriegen.

Was ich damit klarmachen will: Es ist alles eine Frage der Relationen. Auf Sport, Natur und Abenteuer muss ich auch im Rollstuhl nicht verzichten. Im Sommer 2008 war ich 6 Wochen auf der Sandinsel Römö, um das Strandsegeln zu lernen. Dieser rasante Natursport ist ideal für Leute, die nicht mehr laufen können, es ist ROLLSTUHLSEGELN und damit ein idealer Behindertensport. Zum Resignieren habe ich gar keine Zeit. Es gibt noch viel zu lernen und zu erleben im Metier der Behindertensportarten.


Meine gesamte positive Lebenseinstellung entwickelte sich erst NACH Krankheiten und Unfällen! Solange man gesund ist, rennt man wie ein Idiot gehetzt durch den Alltag, kapiert nicht, dass unser Leben verdammt kurz und schnell vergänglich ist und  verschiebt alles Schöne, Gute und Wichtige auf morgen. Das genussvolle, erfüllte, interessante Leben und seine tägliche Gestaltung muss man erst lernen. Es gehört nicht zum Lehrplan der Schulen. Erst in der Schule des Lebens, wenn man Körpereinschläge und andere Niederlagen einstecken muss, beginnt das wichtige Nachdenken und Lernen fürs Leben. Jede lebensbedrohende Erfahrung gibt neue Erkenntnis und setzt neue Energien frei – wenn man sich nicht hängen lässt.


Aber sicher doch: Ich bin 57, ziemlich alt also für Sportarten, die ich früher betrieben habe. Aber Älterwerden macht auch ein bisschen weise. Ich bin ruhiger, gelassener geworden, freue mich mehr über Kleinigkeiten, kann sogar zusehen, wie meine Kids da draußen im wilden Fluss paddeln oder beim Windsurfen auf dem Meer Freude haben. Ich habe mittlerweile einen Schwerbehindertenausweis mit 80% + G, Nachteilsausgleich im Beruf und beim Finanzamt und könnte, wenn ich wollte, in den krankheitsbedingten Ruhestand gehen. Aber ich will nicht, es gibt noch viel zu tun, was mir Spaß macht, auch in der Schule.


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Es geht gnadenlos weiter, mit allem, was Spaß macht, wobei ich zwischen Arbeit und Freizeit nicht unterscheide. Meine Arbeit als Lehrer betrachte ich schon lange als eines meiner Lieblingshobbys.

Im Jahr 2009 führen wir mit neuen Leuten und neuen Ideen ein schulisches, erlebnispädagogisches Kanuprojekt an der größten allgemeinbildenden Schule Deutschlands, der Kopernikusschule Freigericht, durch. Neu ist im 15. Jubiläumsjahr meines Projekts nicht das Indianerspielen, sondern die Planung, Organisation, Durchführung und Reflexion online über spezielle Internetseiten. Alle Projektteilnehmer - Schüler, Lehrer, Eltern, Sponsoren, Interessierte – arbeiten hier aktiv in besonderen Projektforen mit. Von unterwegs am Lagerfeuer werden täglich aktuelle Bildreportagen ins Netz gesetzt. Wir üben den Umgang mit medialem Hightech-Equipment.

Privat sind wir auch immer noch im Kanu mit Zeltgepäck unterwegs, allerdings im 1000km-Radius rund um Frankfurt. Bei Ausbruch einer Osteomyelitis muss ich innerhalb von 24 Stunden unterm Messer von Spezialisten sein. Aber da gibt es ja ein paar schöne Flüsse in Frankreich und Deutschland, die kann man auch mehrmals im Leben paddeln.

Gerne würde ich demnächst das Donau-Buchprojekt fortsetzen. Da warte ich aber noch lieber ein bisschen, ob sich meine Gesundheit noch mal stabiliert. 

In den letzten Jahren hat das Kat- und Laserjollensegeln einen immer höheren Stellenwert bekommen. In jüngster Zeit bin ich zu einem Strandsegelspezialisten geworden. Beim Segeln benötige ich kaum meine demolierten Beine.

Aber Wintersport geht auch noch für ein paar Stunden am Tag. Allerdings fahre ich nur noch Ski, kein Snowboard mehr. Ich muss jede harte Erschütterung vermeiden, wähle also nur noch gut präparierte Pisten bei guter Sicht. Der Kaunertaler Gletscher ist Behindertentreffpunkt Nr. 1 in Europa. Dort bin ich jetzt richtig. Demnächst lerne ich schon mal das Skifahren in einer Sitzschale für Querschnittgelähmte. Es ist wohl sinnvoll, dass ich das schon kann, ehe ich es wirklich brauche.


Nach solch schlimmen Unfällen gibt es keine Bewunderung, höchstens für meine spezielle Art der Bekämpfung aufkeimender Depressionen. Ich denke, bezüglich Jammern vermeiden, Kämpfen und Aufstehen bin ich für meine Kinder ein Vorbild. Wir alle wissen jetzt, was schwere Verletzungen für Folgen haben. Sina hatte schon einige Handgelenkbrüche und Sehnenabrisse, ihr Mann einen Drehbruch im linken Bein, Robin vor kurzem einen Kreuzbandriss. Nur Astrid und Samira hat es noch nicht körperlich erwischt. Aber Astrid hat zunehmend mit Ängsten zu kämpfen und Samira leidet an Magersucht. Sie war unmittelbar Zeuge meiner schweren Unfälle und hat sie bis heute nicht so verkraftet wie ich.

Aber all das hindert uns nicht, auch weiter mit Freude Natursport zu betreiben. Allerdings: Meine Kinder sind in mancherlei Beziehung viel härter und gefährlicher unterwegs als ich jemals zuvor. Ich werde alt und beginne mir Sorgen wegen der zu hohen Risikobereitschaft meiner Kinder zu machen. Das, was mich früher an meinen Eltern genervt hat „Pass ja auf, es ist zu gefährlich, was Du da machst!“, genau das reproduziere ich heute…… 


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Achtung, hier bitte nichts verwechseln bei Ursache und Wirkung: Ich war – wie oben bereits erwähnt – zuerst schwer krank und begann dann mit wiederbelebenden Risikosportarten als Therapie für Körper und Psyche.

Vor mir liegt mein Lieblingsdokumentarfilm der letzten Jahre: STURZ INS LEERE. Auf dem DVD-Filmcover steht der bedeutende Satz: „Erst in der Nähe des Todes spürst du, wie lebendig du bist“. Der Bergsteiger Joe Simpson – Hauptakteur und Autor des lesenswerten, gleichnamigen Buches – schreibt weiter: 

„Wenn du in der Nähe des Todes bist, bekommst du eine viel klarere Perspektive davon, was wirklich wichtig ist. Es ist nicht deine Hypothek und es ist nicht dein Job. Es ist allein die Tatsache, dass du da bist! Du fühlst dich lebendiger, wenn du in Gefahr bist, weil dein gesamter Körper sich auf kämpfen und fliehen einstellt …….“  

Ich möchte keinem Menschen dringend empfehlen, Risikosportarten zu betreiben. Das muss jeder selbst wissen und spüren, wie viel Risiko er im Leben als Salz an der Suppe braucht. Aber Outdoor-Sport ist gesund, vielfältig und erfordert und fördert die Entwicklung von Kopf, Herz und Hand. Erlebnispädagogische Outdoorsportarten gehören in die Lehr- und Erziehungspläne der Ganztagsschule von morgen.


Die Antwort zu dieser Frage zitiere ich einfach mal aus dem Vorwort unseres Buches:

„Kanufahren als soziale Therapie“ Was soll das? Was hat Bootfahren mit Therapie zu tun? Nun, wir sind keine Psychotherapeuten, sondern Lehrer. Dort bei der Ausübung unseres Berufes stellen wir tagtäglich fest, dass eine wachsende Zahl von Kindern schlecht oder gar nicht erzogen ist. Manche zeigen Verhaltensstörungen. Viele sind unsozial, egoistisch, unkameradschaftlich oder gar gewalttätig. Das kann so nicht bleiben! Das gehört geändert, therapiert, geheilt. Immer mehr Eltern und Politiker verlangen von der Schule, dass sie nicht nur Wissen vermittelt und lehrt, wie man lernt, sondern die Kinder auch erzieht. Also fangen wir einfach mal damit an. Nur: Moralpredigten und Meckerpädagogik verändern wenig. Wir probieren es daher mit Projekten, die fortlaufend Situationen schaffen, die soziales Verhalten aller Teilnehmer erfordern und fördern. Unser hier vorgestelltes Kanuprojekt trägt deshalb ganz bewusst den Titel „Kanufahren als soziale Therapie“!


Die Antwort ist eindeutig JA! Manchmal lässt die Wirkung zwar nach, dann muss ich aber nur die jährliche Dosis wieder erhöhen.


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Die Antwort auf diese Frage dürfte aus meinen bisherigen Antworten klar sein: Kanufahren war für mich nie Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck eines extrem naturnahen und umweltverträglichen Erkundens und Genießens von dem, was mir in meinem Leben am meisten bedeutet hat: die Natur. Stationäres Kanufahren in TurboWalze Nr. 47 und den Hampelmann im Rodeoboot spielen war nie so mein Ding, sondern das Vordringen in einsame, nur per Kanu zugängliche Welten. Für diese ganz besonderen, exklusiven, einmaligen Erlebnisse bin ich auch stets besondere Risiken eingegangen. 


Klar gibt es diese „Mobile Einheit für Natursport“ noch – und sie ist sogar noch gewachsen. Statt so richtig vernünftig zu handeln, überflüssigen Krempel abzustoßen, sind neue, behindertenfreundliche Geräte hinzugekommen. Warum? Erstens sind meine Frau Astrid und unsere 14-jährige Tochter Samira nicht behindert und betreiben immer noch die Sportarten, die ich leider canceln musste: Windsurfen, Wildwasser paddeln, Snowboarden. Für mich sind neue Sportgeräte hinzugekommen: Segelkatamaran, Laserjolle, Strandsegler und Turbo-Rollstuhl (geländegängiger PGO-Motorbuggy). Statt einem Kanutrailer stehen jetzt 3 Trailer mit unterschiedlicher Ausrüstung im Basislager – und wir haben vor jeder Tour stets die Qual der Wahl: Was nehmen wir mit? ALLES wie früher geht nicht mehr: Wie machen mehr, als wir auf unserem immer noch schnell einsatzbereiten Chaosmobil-Gespann transportieren können.


Es ist kaum zu glauben, aber es melden sich immer wieder Websitebesucher zu Wort, bei denen ich schnell bemerke, dass sie verdammt lange und verdammt viel auf meiner Monster-Website gelesen und geschaut haben. Ich selbst habe allerdings über den Inhalt dessen, was ich in meist schlaflosen Nächten ohne langes Überlegen ins Netz gestellt habe, den Überblick verloren. Mailt mich jemand an, was oft vorkommt, muss ich erst mal selbst lesen, was ich da einst geäußert oder gezeigt habe. Neulich hatte ich die Idee, aus dem unüberschaubaren www.kanukassel.de ein angemessenes www.chaoskassel.de zu machen oder das Chaos zu löschen und mit 5 neuen, überschaubaren Web-Seiten zu den immer noch sehr differenzierten Themen meines bewegten Lebens öffentlich Stellung zu beziehen. Aber ehrlich gesagt: Da habe ich keinen Bock zu! Wem kanukassel zu chaotisch und doof ist, klick eh sofort weiter. Niemand wird genötigt, hier zu verweilen. Und daher bin ich oft verwundert, warum es trotzdem sehr viele Menschen tun – auch solche, die mit Outdoor, Kanu und Abenteuer selbst gar nichts am Hut haben.


Ich gebe nicht nur viel preis, ich berichte auch über verdammt Intimes! In meinem Leben habe ich viele Berichte über extreme Abenteuer gelesen. Was ich dort immer vermisst habe, war das Intime, was ja auch immer dabei ist. Wie zensiert kommen mir viele Bücher bekannter Abenteurer vor, entweder durch Verlagsredaktionen oder das Schamgefühl der Erzähler. Ich bin so schamlos und erzähle – fast – alles! Und siehe da: Die Reaktionen von Lesern, die sich auch in die Niederungen meiner Website verirren, sind erstaunlich. Besonders die Seite NO RISK, NO FUN führt zu vielen, sehr interessanten, sehr intensiven, sehr intimen, sehr hilfreichen Online-Kontakten.

Anfangs waren meine Storys über meine Unfälle und ihre körperlichen und geistigen Folgen ein Testballon. Würde man mich in die Pfanne hauen? Würde man mir einen vollkommen daneben liegenden Selbstdarstellungszwang unterstellen? Aber dem war nicht so. Das zeigt mir auch der interessante Gehalt dieser Interview-Fragen. Ohne die intimen Seiten auf meiner Website hätte man mich sicher hier nur belangloses Zeug gefragt, oder?


Im Frühjahr 2009 schlagen wir unser Basislager auf dem Lido de Venezia auf, um die Lagune von Venedig und alle interessanten Orte und Inselchen rundum per Kajak zu erkunden.

Im Sommer 2009 haben wir mal wieder Zeltgepäcktouren in Frankreich auf Allier, Loire und Dordogne geplant.


Seit 40 Jahren!


Ja, ich möchte gerne einen großen Bericht über mein schulisches Jubiläumsprojekt 2009 auf der Lahn schreiben – und eine Story mit geilen Fotos über die Lagune von Venedig!

Natürlich habe ich die Fortsetzung meines Donaubuch-Projekts Passau – Schwarzes Meer noch nicht ganz aus den Augen verloren. Aber dafür muss ich erst das Vertrauen in meinen Körper zurückgewinnen. Das ist fraglich, aber nicht unmöglich.


Solange ich Menschen um mich habe, die mir helfen in schwierigen Situationen! Solange es meine Familie – die Kassel-Family noch gibt, die mich mitschleift, notfalls bis ans Ende der Welt!

 
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INTERVIEW durch Manuel Arnu im Auftrag des Fachmagazins KANU im April 2009

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Ewald Johannes Damey 

15.4.2009
14:47 Uhr

Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Unternehmensgeist. Für einige Personen mit ähnlichen Krankheitsgeschichten,wie eben die Ihre kann die Ihre nur Beispiel dafür sein, nie aufzugeben, sondern nur den (Aktivitäts-)Rahmen zu ändern. Gratuliere und viele schöne Unternehmungen im Rahmen ihrer Liebsten wünschen wir Ihnen. Liebe Grüße Ewald (Hombre)


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Jürgen Gerlach kanu-gerlach@gmx.de

Freitag, 17. April 2009 10:17

Gerd.Kassel@online.de Gerd.Kassel@online.de

Hallo

Hallo Gerd,

erstmal einen schönen guten Tag! Bin im letzten KM-Beitrag mit deiner Krankengeschichte konfrontiert worden und war zunächst nahezu schockiert. Wohl deshalb, weil ich im November letzten Jahres ganz unspektakulär mit dem MTB und wenig Fahrt auf dem Radweg ausrutschte, in den Clickpedalen hing und auf die linke Hüfte fiel. Oberschenkelhalsbruch, Not-OP, Dynamische Hüftschraube, Reha etc. pp. Und das in einem Sabbatjahr (ich gehöre jetzt zur Generation 60plus), noch vier Dienstjahre vor der Brust. Derzeit siehts bei mir ganz ordentlich aus, in 6 Monaten kommen die vier Schrauben raus, in vier Monaten übernehme ich an der IGS Ingelheim ein fünftes Schuljahr, dann sehen wir weiter...

Ja, und dann habe ich auf deiner Homepage gestöbert (gestattest du das "du"?), stellte fest, dass du nicht Nejedly-Nachfolger werden wolltest. Und dass ich nicht zuletzt deshalb seitdem mit den BLV-Führern zu tun habe. So kreuzen sich die Wege. Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir erstmals wegen der DKV-Kalender Kontakt. Wie lange ist das schon her? Mit BLV hatte ich zunächst die gleichen Bedenken wie du: gibt's schon, langweiliges Zahmwasser, kein Abenteuer, Schreibtischarbeit... Aus heutiger Sicht erstmals ein Buchprojekt, mit dem ein wenig Knete gemacht werden konnte. Alles andere war mehr oder weniger Liebhaberei - du kennst das ja.

Freue mich für dich, dass du mit dem Donau-Projekt so gut zu tun hattest/hast und bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis. Vor allem aber wünsche ich dir, dass es gesundheitlich wieder vorwärts geht. Denkst du darüber nach, zum Rittlinger-Treffen an den Chiemsee zu kommen?

Hoffentlich rufen noch viele Verlagsleiter bei dir an und bitten um Mitarbeit!

Nochmals alle guten Wünsche aus Rheinhessen an die Lahn! Halte die Ohren steif!

Herzlichst

Jürgen

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Grabner Gmbh office@grabner-sports.at

Dienstag, 28. April 2009 08:02

gerd.kassel@online.de gerd.kassel@online.de

Hallo, Herr Kassel!

Die Story im Kanu Magazin bzw. die volle Geschichte Online ist wieder
sehr ergreifend. Ich finde nicht die richtigen Worte, um Ihre Situation
zu kommentieren. Wenn ich Sie nicht persönlich kennen würde, könnte ich
mir gar nicht vorstellen, dass das alles stimmt - nämlich, dass ein
Mensch so viel aushalten kann und dennoch nicht daran verzweifelt. Ein
einerseits bedauernswerter, andererseits ein bewundernswerter Gerd
Kassel ...

Gerne erinnere ich mich an unsere persönlichen Begegnungen und an alles,
was Sie für uns gemacht haben. Der HAPPY CAT Film ist noch immer noch in
unserem Programm, obwohl der heutige HAPPY CAT mit dem im Film überhaupt
nicht mehr vergleichbar ist. (Es hat zwischenzeitlich massive
Weiterentwicklungen gegeben) Aber wir verwenden den Film deshalb noch,
weil es bisher keinen besseren gegeben hat. (Hoffentlich im Sommer 2009)

Vor kurzem bin ich wieder in Ihrer Heimatnähe vorbeigefahren, aber ich
hab mich nicht getraut, unangemeldet "hineinzupreschen". Weil die
Geschäftstermine alle so knapp sind, ist das nicht so einfach. Aber es
wird schon wieder einmal passen.

Unsere eigene Homepage hat sehr hohe tägliche Zugriffszahlen. Gerne
möchten wir Ihre Geschichte auch über unsere Homepage zugängig machen.
Wenn es ein relativ aktuelles Foto mit dem HAPPY CAT oder einem anderen
GRABNER Boot gäbe, wäre das ein guter Anlass für eine "News-Story" von
der man dann einen Link zur Kanu Magazin-Story und Ihrer eigenen
Homepage machen könnte.

Letztes Mal als ich Sina in Rosenheim sah, war Sie noch ein junges
Mädchen, nun hat Sie schon eine Mann ... Da merkt man erst, wie die Zeit
vergeht.

Recht herzliche Grüße an die Familienmitglieder die ich kenne. Ich freue
mich schon darauf, falls es ein entsprechendes Internetfoto gibt.

Beste Grüße aus Haag
Wolfgang Grabner

GRABNER GmbH
Weistracherstr. 11
3350 Haag, Austria/Europe
Tel: ++43 (0) 7434 422510
Fax: ++43 (0) 7434 4225166

Firmenbuch:
Landes- als Handelsgericht St. Pölten
FN 320 515 x
UID: ATU 64588734

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