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Hier folgt in Kürze und Schritt für Schritt eine ausführliche FOTOREPORTAGE und eine 10-teilige YOUTUBE-Video-Clip-DOKUMENTATION.                                                                                                                                                                                                                                      

Im Vorgriff hier schon mal ein LINK auf eine KANUPROJEKT-Playlist von meiner VIDEOTHEK bei youtube:

http://www.youtube.com/user/kanukassel#g/c/F91F5F3D2ED5E36D


Kanuprojekt: Eine VIDEO-Clip-Serie über meine seit 15 Jahren organisierten, mehrtägigen, erlebnispädagogischen KANUPROJEKTE an Hessens größter allgemeinbildender Schule, der Kopernikusschule Freigericht (www.ksf.de). Hierüber berichte ich auch in einem beim POLLNER-VERLAG veröffentlichten Kanu-PROJEKTBUCH „Übers Wasser auf zu neuen Ufern - Kanufahren als soziale Therapie". Weitere Infos in Wort und Bild befinden sich auf meiner Website www.kanukassel.de auf den Sonderseiten „Kassels KANUSCHULE" und „REFORMSCHULE".



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Ein gutes Schüler-TEAM der Klasse R10d hat vollkommen allein auf sich gestellt ohne Lehrerhilfe eine eigene, öffentliche KANUPROJEKT-Dokumentation UNSERES Jubiläumsprojekts 2009 auf einer selbst verantworteten Website erstellt! 

http://kanuprojektr10d.oyla.de/cgi-bin/hpm_homepage.cgi

DAS FINDE ICH KLASSE!

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Die Jubiläumsprojektklasse 2009 sollte eine ganz besonders motivierte Klasse sein. Meine erste Auswahl mit einer 9. Gymnasialklasse der KOPERNIKUSSCHULE Freigericht (www.ksf.de)  ging total schief und die Klasse sprang kurz vor der Fahrt an die Lahn ab. Die ERSATZKLASSE R10d, die ich schnell aus dem Ärmel zaubern musste, erwies sich dann aber als GLÜCKSTREFFER! 








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Pünktlich zum 15-jährigen KANUPROJEKT-Jubiläum ist im POLLNER-VERLAG - www.Pollner-Verlag.de - auch das KANUPROJEKT-Buch erschienen, aus dem im Folgenden öfter zitiert wird.




Vorbemerkung: Nichts bleibt, wie es ist, auch nicht in Deutschlands Schulen. Obwohl das Bildungswesen nur sehr zäh auf veränderte Lebensumstände, neue Fakten und pädagogisch relevante Erkenntnisse und Forschungsergebnisse reagiert und der gesellschaftlichen Entwicklung
hinterherhinkt. Doch deutlich beschleunigt wird dieses bedauerliche Hinken durch internationale Bildungsvergleichsstudien, die dem deutschen Bildungssystem schlechte Notenerteilen.

Einschneidende Veränderungen bahnen sich an, sowohl in der Schulorganisation als auch in den Lernkonzepten. Zunächst einmal wird die schon lange überlebte Halbtagsschule in eine flächendeckende Ganztagsschule verwandelt. Dann wird mehr und mehr die Dreigliedrigkeit
des deutschen Schulsystems in Frage gestellt. Andere Länder mit Gesamtschulkonzepten scheinen ihre Jugend erfolgreicher auf die Anforderungen der Zukunft vorzubereiten.

Aber nicht nur die Organisationsformen der Schule von gestern und heute sind in Frage gestellt, sondern genauso ihre Lerninhalte und Lernmethoden. Die Schule der Zukunft muss Altes, Überholtes schneller über Bord werfen können, und Neues effektiver und lustvoller in Lehrer- und Schülerköpfe transportieren. An alle Menschen, die direkt oder indirekt
vom Prozess neuer Bildung betroffen sind oder überrollt werden – Schüler, Lehrer, Eltern, Bildungspolitiker - stellen sich neue Anforderungen. Die kann man ablehnen oder annehmen.

Wir – Sina Brendel und Gerd Kassel – die Autoren dieses Buches, betrachten es als interessante Herausforderung. Wir möchten unseren kleinen, bescheidenen, aber eigenen Beitrag zur anrollenden Bildungserneuerung in Deutschland liefern. Wir sind Tochter und
Vater und beide mit Freude Lehrer im deutschen Schuldienst. Sina steht erst am Anfang, Gerd schon beinahe am Ende eines interessanten Berufslebens mitten unter Kindern, die gebildet und erzogen werden müssen. Wir vereinen daher im regen Streit und Gedankenaustausch
Neues und Altes zu Aktuellem. Herausgekommen ist dabei nicht nur ein gutes Tochter/Vater-Verhältnis, sondern dieses gemeinsame Buch, dessen Inhalt uns für dieSchule von morgen so relevant erscheint, dass wir es veröffentlichen.

Ein wichtiger Titel unseres Buches lautet: „Übers Wasser auf zu neuen Ufern!“ Wie ist das zu verstehen? Nun, sinnbildlich, aber auch direkt. In der Geschichte unserer Gattung kamen Menschen immer wieder an große, unüberwindbar erscheinende, natürliche Grenzen:

Berge und Wasser. Doch beide Grenzen hatten keinen Bestand. Die Neugier der Menschen war größer. Zunächst brachen Einzelne wie Kolumbus, später ganze Völker wie die Wikinger übers Wasser zu neuen Ufern auf. Das erforderte Mut und Durchhaltevermögen. Gefährliche Abenteuer waren zu bestehen. Die Suchenden machten zwangsläufig Grenzerfahrungen und mussten persönliche Grenzen überschreiten. Doch stets lockten neue Ufer.

Auch uns locken pädagogische Abenteuer und neue Ufer. So sind wir im Rahmen unserer pädagogischen Berufe, aber auch unserer privaten Aktivitäten folgerichtig bei der Erlebnispädagogik gelandet. Die ist zwar nicht mehr nagelneu und furchtbar spannend, aber in ständiger Entwicklung begriffen – und auf dem Weg in die öffentlichen Schulen. Dabei wollen wir ihr mit unserem Buch etwas unter die Arme greifen. Denn wir sind der Meinung, dort gehört sie hin!

Die Ganztagsschule von morgen wird keine Lernfabrik von gestern mehr sein. Neben der Theorie wird auch die Praxis ihre Daseinsberechtigung bekommen – und ganz besonders das praktische, anschauliche, schülerzentrierte Lernen. Die Schule von morgen wird traditionelle
Lernorte durch neue ergänzen müssen. Dazu wird neben dem Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb (in Hessen heißt der laufende Modellversuch „SchuB“) auch der erlebnispädagogische Lernort Natur gehören. Die Schule von morgen muss nicht nur geistig beweglich sein, sondern auch ihren Schülern vermehrt Möglichkeiten zur körperlichen Bewegung bieten. Im Kampf gegen Bewegungsmangel, Übergewicht, Wachstumsstörungen
und Zivilisationskrankheiten wird sich herkömmlicher Sportunterricht mit Natur und Erlebnispädagogik verbünden. Die Ausübung von Natursportarten wird in Schulpläne Einzug halten.

Wie das konkret möglich und realisierbar ist, das schildern wir in diesem Buch in Theorie und Praxis am Beispiel eines erlebnispädagogischen, wassersportlichen Kanuprojekts, das wir schon seit vielen Jahren an der größten Schule Hessens, der Kopernikusschule Freigericht, durchführen.
Wir sind Praktiker und arbeiten beim Kanuprojekt natürlich nach dem Motto: „Übers Wasser auf zu neuen Ufern!“ Aber das hier geschilderte Konzept, seine theoretische Herleitung und praktische Umsetzung ist natürlich auch übertragbar auf Segel- oder Floßbauprojekte.

Unter dem Motto „Wille versetzt Berge!“ plant Sina Brendel gerade erlebnispädagogische Kletterprojekte mit Schulklassen. Das ist zwar eine andere „Baustelle“, aber mit ähnlichem gedanklichem Hintergrund, der unsere Kanuprojekte sinnvoll erscheinen lässt.

Ein weiterer Titel dieses Buches lautet „Kanufahren als soziale Therapie“. Was soll das? Was hat Bootfahren mit Therapie zu tun? Nun, wir sind keine Psychotherapeuten, sondern Lehrer. Dort bei der Ausübung unseres Berufs stellen wir tagtäglich fest, dass eine wachsende Zahl von Kindern schlecht oder gar nicht erzogen ist. Manche zeigen Verhaltensstörungen. Viele sind unsozial, egoistisch, unkameradschaftlich oder gar gewalttätig. Das kann so nicht bleiben! Das gehört geändert, therapiert, geheilt. Immer mehr Eltern und Politiker verlangen von der Schule, dass sie nicht nur Wissen vermittelt und lehrt, wie man lernt, sondern die Kinder auch erzieht. Also fangen wir einfach mal damit an. Nur: Moralpredigten und Meckerpädagogik verändern wenig. Wir probieren es daher mit Projekten, die fortlaufend Situationen schaffen, die soziales Verhalten aller Teilnehmer erfordern und
fördern. Unser hier vorgestelltes Kanuprojekt trägt deshalb ganz bewusst den Titel „Kanufahren als soziale Therapie“! Wir hoffen, mit unserem kleinen Buch ein wenig dazu beizutragen, die Schule der Zukunftbeweglich, lebendig und interessant zu gestalten.

Sina Brendel – München Gerd Kassel – Freigericht

 



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2.1.2. Besondere Projekttage – Kanuanhänger beladen, Paddeln, Zelten, Kochen, Erste Hilfe

Wenn das Kanuprojekt von Schülern, Eltern und Schulleitung bis zum November des laufenden Schuljahres gewünscht und „wasserdicht“ abgesegnet ist, dann stehen bis zur Durchführung des Projekts im Juni des folgenden Jahres noch fünf Monate für die Vorbereitungsphase zu Verfügung. Das ist Zeit genug, um den regulären Unterricht mit mehreren Projekttagen zu „belasten“. Paddeln und Zelten finden sinnvoll im Frühsommer (April/Mai) bei geeignetem Wetter statt. Die Koch- und Erste-Hilfe-Übungen können auch in den Wintermonaten in der Schulküche oder in Arbeitslehre-Räumen stattfinden.

Beim SchuB-Kanuprojekt Anfang September in der Orientierungsphase finden die vorbereitenden Projekttage kurz hintereinander statt. Das neue Schuljahr beginnt Ende August und bereits in der 2. Schulwoche ziehen wir die Projekttage „Kanuanhänger beladen“ „Paddeln“, „Zelten“ und „Kochen“ durch. „Erste Hilfe“ haut aus Zeitgründen nicht mehr hin.

Projekttag „Kanuanhänger beladen“

Wenn wir paddeln gehen wollen, dann müssen die Kanus samt Zubehör zunächst aus dem verwinkelten Schulkeller bugsiert und auf den Schulhof geschleppt werden. Dabei wird sogleich die geeignete Tragemethode gelernt und die Notwendigkeit organisierter Teamarbeit erkannt. Ehe der große, für 10 Kanadier geeignete Kanuanhänger auf 6 Etagen beladen werden kann, müssen Paddel, Schwimmwesten, Seile und Schwämme ordentlich in die beiden Staukästen des Anhängers geschichtet werden. Dann erfolgt die Einführung in die Verladetechnik. Die ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Zunächst wird die obere Etage beladen. Das ist am schwierigsten. Das erste Boot wird in Teamarbeit von 10 Schülern rund um den Süllrand angefasst, auf den Kopf gestellt und am Bug angehoben. Das Heck muss zunächst unten bleiben. Wenn der nun steil aufragende Bug die obere Etage in über 3 Meter Höhe erreicht hat und dort auf dem Querholmen aufliegt, kann auch hinten angehoben und geschoben werden. Große Leute sind gefragt. Wenn der Kanadier über den Kipppunkt kommt, wird er auch von 2 Schülern, die auf den Hängerstaukästen stehen können, gezogen und gehoben. Wenn das Boot optimal mittig positioniert ist, wird es vorne und hinten mit 4 Meter langen Schnallgurten an dem Querholmen festgezurrt, wo es mit dem Süllrand aufliegt. Beim Festzurren müssen 2 Kids das Tragegestell hochklettern und sich mit den Beinen festklemmen, damit sie mit beiden freien Händen die Gurte einfädeln und anziehen können. Das erfordert Geschick und körperliche Gewandtheit. Wir machen es zunächst Schritt für Schritt vor und weisen auf die Absturzgefahren hin. Dann kommen freiwillige „Kletterkünstler“ zum Einsatz. Sie werden von kräftigen Mitschülern gesichert. Ist das erste Kanu an der richtigen Position festgeschnallt, wird das zweite Kanu nach der gleichen Methode wie das erste nach oben gehievt und verzurrt.

Ehe die nächste Etage beladen wird, müssen in die Boote darüber jeweils 2 blaue Tonnen von unten zwischen hinterer Kanu-Querstrebe und Tragejoch eingeklemmt werden. Das passt haargenau. Die Tonnen fallen in der Regel nicht aus dem Kanu raus und sind letztendlich durch das knapp darunter liegende Kanu gegen Wegfliegen gesichert.

Die zweitoberste Hängeretage ist auch schwierig zu beladen, weil sie immer noch sehr hoch ist. Das Reinschieben der Kanus funktioniert nur von der Seite. Hier müssen auch wieder große Leute anpacken. Schneller und leichter geht es in den 3 unteren Etagen.

Trotzdem dauert es einen ganzen Tag, um mit ungeübten Schülern zwei Kanuanhänger mit jeweils 10 Kanadiern und 10 Kajaks samt Zubehör sorgfältig und sicher zu verladen. Mit der notwendigen Übung geht es schon am nächsten Tag beim Projekttag „Paddeln“ wesentlich schneller.


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Projekttag „Paddeln“: Bei einem Kanuprojekt müssen die Boote natürlich von allen Teilnehmern gezielt vorwärts und rückwärts bewegt und planmäßig gesteuert werden können. Wir verwenden bei der Tour nicht nur, aber in der Mehrzahl offene Wanderkanadier der 5-Meter-Klasse. Sie besitzen im Gegensatz zu den Touren-Kajaks keine Steueranlagen, sind aber schneller, einfacher und mit mehr Tourengepäck zu beladen. Im Rahmen von Gerd Kassels kanuspezifischer, journalistischer Tätigkeit (siehe Teil 1) wurden wir in den letzten Jahren von den Kanufirmen Prijon und Grabner privat großzügig mit Bootsmaterial versorgt, das wir dem Schulkanuprojekt zu Verfügung stellen. Bei den Prijon-Booten handelt es sich um Einer- und Zweier-Tourenkajaks aus hochdruckgeblasenem Polyethylen mit wasserdicht abgeschotteten Gepäckstauräumen, Spritzdecken und Steueranlagen. Auch diese Boote sind für Kanuprojekte bestens geeignet, da sie leicht zu steuern, hochrobust und langlebig sind – wenngleich sie etwas weniger Tourengepäck aufnehmen können. Die Kanus der österreichischen Luftboot-Firma Grabner sind robuste Schlauch-Kanadier und Kajaks aus langlebigem Naturkautschuk-Gewebe. Der Vorteil dieser Boote liegt im geringen Transport- und Lagerplatz-Bedarf.


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Am Paddel-Projekttag werden tags zuvor alle benötigten Kanadier, Kajaks und Schlauchboote samt Zubehör unter Anleitung von den Schülern auf den großen Schul-Kanuanhänger geladen und ordnungsgemäß verzurrt und mit Stahlseilen gesichert. Dann fährt Gerd Kassel den beladenen Kanu-Anhänger mit seinem Bus zum 10 Kilometer entfernten Kinzig-See. Das ist ein kleiner Baggersee mit Camping- und Segelbootliegeplatz. Hier befinden sich auch zwei Segeljollen der Kopernikusschule Freigericht direkt neben einer Surfschule. Somit lassen sich hier prima vielfältige Wassersport-Projekte durchziehen. Doch heute steht nur Paddeln als Vorbereitung der Lahn-Wanderfahrt auf dem Programm. Nachdem die Schüler/innen der SchuB-Klasse H8c in Eigenregie zum See gekommen sind, wird die gesamte Kanuausrüstung abgeladen. Sie besteht heute aus 10 Old-Town-„Columbia“-Kanadiern, 20 Stechpaddeln in 3 verschiedenen Längen und 30 Schwimmwesten in den Größen S, M und L. In die „Columbia“-Kanadier sind passgenau jeweils 2 Achtzig-Liter-Gepäcktonnen liegend eingeklemmt und können somit auf dem Kanuanhänger transportiert werden.

In jeder großen, blauen Gepäcktonne befindet sich im Schachtel-System eine kleine, weiße Fünfundzwanzig-Liter-Essenstonne, worin sich eingerollt jeweils ein wasserdichter Sechzig-Liter-Packsack befindet. Auf der achttägigen Kanu-Wanderfahrt stehen jedem Teilnehmer eine Achtzig- und Fünfundzwanzig-Liter-Tonne und ein Sechzig-Liter-Sack für die wasserdichte Verstauung des Tourengepäcks zu Verfügung. Alle Kanus, Paddel, Schwimmwesten, Tonnen und Packsäcke sind mit wasserfesten Stiften haltbar nummeriert. Vor der Tour werden die Nummern der den Teilnehmern zugewiesenen Ausrüstung in eine Namensliste aller Teilnehmer eingetragen. Diese Namensliste mit den Nummern der Ausrüstungsteile wird auf DIN A3 vergrößert, eingeschweißt und im Kanucamp am Info-Brett (wozu ein Campingbus dient) öffentlich gemacht. Wenn „herrenlose“ Paddel und Schwimmwesten an den falschen Orten herumliegen, kann der „Besitzer“ schnell ausfindig gemacht und ermahnt, im Wiederholungsfall auch bestraft werden. Schulische Leih-Ausrüstung, die während der Tour mutwillig beschädigt wird oder durch Unachtsamkeit abhanden kommt, muss von den verantwortlichen Schüler/innen ersetzt werden.

Über diese Haftung und die Preise der einzelnen Ausrüstungsteile werden Eltern und Schüler durch vorbereitende Touren-Infos in Kenntnis gesetzt. Wir wünschen einen sorgsamen und schonenden Umgang mit dem teuren Kanu-Equipment und in diese Richtung sind alle Teilnehmer von Anfang an zu erziehen. Diese Erziehung beginnt daher bereits am Paddel-Projekttag. Zunächst werden die einzelnen Ausrüstungsteile und ihre Funktion von uns vorgestellt. Dann erfolgt die Anpassung der Schwimmwesten und Paddel. Es ist darauf zu achten, dass kleine, zierliche Schülerinnen nicht in L-Schwimmwesten, die ihnen über die Ohren rutschen, und viel zu langen Stechpaddeln aufs Wasser gehen. Dann geht’s los! Zunächst Lernen durch Nachahmung: Wir machen vor, die Schüler machen nach. Dann folgt eine längere Phase „Learning by doing“. Wer verzweifelt, bekommt Hilfestellung. Als einfaches, anschauliches Lehrbuch steht die „Stechpaddel-Schule“ von M. Riegel allen Teilnehmern zu Verfügung – und eine Tafel mit Kreide zum Aufmalen, Erklären und Veranschaulichen.Am Ende des Tages können alle Schüler/innen in Team-Arbeit Kanus tragen und materialschonend ins Wasser setzen. Sie können einsteigen und aussteigen, ohne um zu kippen. Sie paddeln im Zweier-Team auf kürzestem Weg einen vorgeschriebenen Dreieckskurs zwischen 3 Bojen.


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Exkurs: Spielerischer Umgang mit dem Kanu und Paddel-SchuleWir gehen davon aus, das normale Kinder und Jugendliche ein natürliches Bedürfnis nach Bewegung, Spiel, Spaß, Abenteuer und Entspannung haben, welches als Grundlage für die Verwirklichung unserer pädagogischen Ziele dient. Kanufahren bietet hierfür zahlreiche Möglichkeiten – selbst auf einem kleinen Baggersee. Hier können sich die Kids zunächst mal gefahrlos austoben, Wasserschlachten anzetteln, die Boote zum Kentern bringen und Wettfahrten veranstalten. Eine wichtige Voraussetzung hierfür sind allerdings das Tragen von Schwimmwesten und ein warmer Sommertag mit angenehmer Wassertemperatur. Der Projekttag beginnt also zunächst mal Erlernen der notwendigen Paddelschläge. Es ist nicht so schlimm, wenn die Kids erst mal vieles falsch machen. Wichtig ist zunächst die Schaffung einer positiven Beziehung zum Fortbewegungsgerät Kanu und zum Element Wasser. Wenn die Angst weg und die Begeisterung da ist, dann lernen Kinder sehr schnell, nach der Methode „Versuch und Irrtum“ ein Kanu von der Stelle zu bewegen. Wer will, probiert sich auch im Touren-Kajak oder Spielboot. Irgendwann greift man dann als „Besserwisser“ ein und gibt Tipps, wie alles leichter, besser und schneller geht. Wir erklären den effizienten und kraftsparenden Vorwärtsschlag als Kanu-„Motor“, den Rückwärtsschlag als Kanu-„Bremse“ und den Steuerschlag als Kanu-„Lenker“. Das genügt fürs erste.

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KANUPROJEKT Clip 1: Projekttag Kinzigsee - made bei kanukassel - http://www.youtube.com/watch?v=fxMm8ftWMdk

KANUPROJEKT Clip 2: Projekttag Kinzigsee mit KENTERN - RETTEN - BERGEN. http://www.youtube.com/watch?v=0qFGONPKawM&feature=related


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http://www.kanukassel.de/659108/740008.html




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