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MAN SOLLTE KINDER LEHREN,

OHNE NETZ AUF EINEM SEIL ZU TANZEN,
BEI NACHT ALLEIN
UNTER FREIEM HIMMEL ZU SCHLAFEN,
IN EINEM KAHN
AUF DAS OFFENE MEER ZU RUDERN. 

MAN SOLLTE SIE LEHREN, 

SICH LUFTSCHLÖSSER STATT
EIGENHEIME ZU ERTRÄUMEN,
NIRGENDWO SONST ALS HIER IM LEBEN
ZU HAUSE ZU SEIN UND
IN SICH GEBORGENHEIT ZU FINDEN.

Als Motto für diese Seite (aus dem sehr lesenswerten Buch: Vom Junkie zum Ironman. J. Schmitt-Kilian,
Kreuz-Verlag, 2000, Stuttgart)

Wer seine Kinder später nicht in der Suchtklinik besuchen möchte, der sollte ihre Erziehung und Entwicklung nicht den kinderfeindlichen Medien und der „Straße“ überlassen. Was Kinder brauchen, ist ein Umfeld, das ihnen Liebe und Geborgenheit vermittelt und aktives Tun anbietet. Eine Möglichkeit, sich gemeinsam und aktiv mit seinen Kindern draußen in der Natur zu bewegen, bietet das Kanuwandern.
Die Kassel-Family war mit ihren 3 Kids von klein auf in Kanus aller Art auf geeigneten Gewässern unterwegs, was Kindern und Eltern sehr gut getan hat. Hier ein Rückblick in die persönliche Geschichte des Kinderpaddelns und sonstiger Outdoor-Aktivitäten:                                                                                                                                                                           

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DINGE, DIE MAN ALS KIND GELIEBT HAT, BLEIBEN IM BESITZ DES HERZENS BIS INS HOHE ALTER.  (Khalil Gibran)  Dies trifft sicher auf Sina Kassel zu, die mit 7 liebend gerne auf der Lahn und heute mit 24 Jahren überall in der Welt unterwegs ist. (Lahn 1985)


                                                                                                                                     Ein intessantes Buch zum Thema: "Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde" Schiffer.E., BELTZ 1994. Hier Sina & Robin Kassel 1985 bei einer Kanu-Gepäcktour auf der Lahn           

Gerd Kassel ist seit mehr als 20 Jahren mit Kindern aller Altersstufen von 6 Monaten bis 16 Jahren in Kanus unterwegs. Im KANUMAGAZIN wurde er einst als "Paddelpapa der Nation" bezeichnet. Was als Verarschung gedacht war, ist trotzdem nicht ganz falsch. Kaum jemand hat soviel praktische Erfahrung und Ahnung von diesem Metier. Davon können interessierte Leser/innen dieser Seite demnächst profitieren !! Gerd Kassel arbeitet gerade an einem neuen Artikel zum Thema "PADDELN MIT KINDERN" für das KANUMAGAZIN. Wer vorher schon mehr wissen will, liest die entsprechenden Seiten in den Kassel-Büchern FEMUND und TARN (siehe "Bücher/Artikel")


Die Kassel-Family war mit ihren 3 Kids von klein auf in Kanus aller Art auf geeigneten Gewässern unterwegs, was Kindern und Eltern sehr gut getan hat. Hier ein Rückblick in die persönliche Geschichte des Kinderpaddeln:  Sina Kassel 1986 mit Hund "Willi" im Faltboot auf dem Wasserweg in die weite Welt 

 

Ab Mitte der achtziger Jahre wurde mit allem gepaddelt, was schwimmfähig war: Surfbrettern, Neckermann-Billig-Schlauchbooten, Pouch-Faltbooten aus der damaligen DDR .........

Robin Kassel 1986 bei einer Gepäcktour auf der Lahn


Bäche und Flüsse ersetzen jeden städtischen, noch so toll angelegten Abenteuer-Spielplatz (Lahn 1986)


Robin Kassel 1987 auf einer Weser-Gepäcktour von Münden nach Bremen


1987 Wechsel von Robin ins eigene, eigentlich noch viel zu große Einerkajak


1988 Kajak-Gepäcktour auf der Ardeche


 1988 wechselt auch Sina Kassel mit 9 Jahren auf dem Tarn/Südfrankreich ins eigene Kajak


Aus gemütlichem, ungefährlichem Wanderpaddeln wird im Laufe der Jahre mit zunehmendem Alter der Kids rasanteres Wildwasserpaddeln in den Alpen, Cevennen, Pyrenäen und auf den Flüssen Skandinaviens. Gerd Kassel schreibt hierüber immer öfter Zeitschriften-Artikel (hier Sina Kassel auf der Soca/Slowenien 1993, veröffentlicht in der Zeitschrift "TRAVEL")


Ab 1993 in neuen, kurzen Wildwasser-Kajaks mag es Robin Kassel am liebsten nur noch wild.


              KANUFAHREN MIT KIND UND KEGEL
                           Verhaltensregeln
-       Immer aus der Sicht der Kinder die Touren planen
-       Familientaugliche Outdoor- und Kanureviere auswählen
-       Nur kurze Tagesetappen wählen (der Weg ist das Ziel)
-       Möglichst keinen Zwang ausüben
-       Regelmäßig nach Wunsch der Kinder Pausen einlegen
-       Die Kinder den Tagesrhythmus bestimmen lassen
-       Nicht mit kinder- und verständnislosen Partnern reisen
-       Lückenlose Beaufsichtigung in Gefahrenbereichen, besonders auf und am Wasser
-       Auch beim Lagern am Wasser Kleinkinder Schwimmwesten tragen lassen
-       Immer locker und flexibel bleiben !!!!

Damit das Paddeln für die Kids nicht langweilig wird - besonders wenn sie älter werden - sollte man nicht ständig paddeln. An Flüssen und Seen bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für andere Natursportarten:

Da wäre z.B. das Windsurfen, das man ab 8 Jahren mit der ganzen Familie betreiben kann (hier Sina Kassel 1987 auf einem See im Westerwald). 


Auch ein Segelboot bietet Kindern ab 10 Jahren jede Menge Spaß mit den Naturelementen Wasser und Wind (hier Robin Kassel 1988 mit Kumpel an der Krombachtalsperre im Westerwald)


Sina und Robin Kassel 1988 unterwegs in ihrem Segelboot "Koralle!


Richtig rasant und sportlich geht es auf einem Segel-Catamaran zu, wo Vater Gerd und Sohn Robin sich gemeinsam austoben können (Krombachtalsperre im Westerwald 1988)


Welche Kinder träumen nicht davon, in geheimnisvolle Schluchten und Canyons vorzudringen, um Unbekanntes, Neues zu entdecken? Unsere Kids haben nicht nur davon geträumt, wir haben es auch immer wieder gemacht.


Auf zahlreichen Reisen lief bei der Kassel-Family stets das volle Outdoor-Programm: PADDELN, SEGELN, SURFEN, RADELN usw. So kam zwar nie Langeweile, aber gelegentlich Geldmangel auf.


WAS MIT GROSSEN KIDS SO ALLES GEHT DA DRAUSSEN, KLAPPT AUCH MIT KLEINEN UND ALLERKLEINSTEN KINDERN. WIR HABEN ALLES MIT ERFOLG GETESTET:


BABYS AN BORD – NUR ANSICHTS-, ODER AUCH KÖNNENSSACHE?
Eltern packen ihre Babys allesamt bedenkenlos in Autos und auf Fahrräder und stürzen sich in den Straßenverkehr. Doch Babys an Bord von Kanus, das erscheint vielen als zu gefährlich. Ist es das wirklich? Gerd Kassel meint: NEIN !! Vorausgesetzt, die Eltern beherrschen das Metier des Bootfahrens. Kenterungen werden so vermieden. Anders als im Straßenverkehr, wo Unfälle auch durch unerfahrene Verkehrsteilnehmer verursacht werden können. Kanufahren mit Babys an Bord ist auf ruhigen Gewässern in kippstabilen Booten jedenfalls weniger gefährlich als Autofahren. 

 

Mai 1995 mit der 7monatigen Samira unterwegs auf der Tauber (siehe Kassel-Artikel "Ein langes Sommer-Sonnenwoche". Mit Bike und Boot durchs Taubertal. KANUMAGAZIN 4/98)


Mai 1995 Kanugepäckfahrt auf der Weser. Was bei schönen Wetter funktioniert, klappt mit Übung auch bei schlechtem.


Bei Dauerregen auf der Weser  wird es ungemütlich, aber nicht unmöglich. Die 7-monatige Samira bleibt schön trocken.


Durch viele Flusstäler führen verkehrsarme Fahrradwege, so dass es Spaß macht, bei Kanutouren per Rad das Auto nachzuholen. als sehr praktisch haben sich dabei spezielle Bike-Anhänger für Kind und Zeltgepäck erwiesen. (hier am Main, siehe auch den Kassel-Artikel "Mit Bike im Boot nach Frankfurt". Im Kanadier auf dem Main. KANUMAGAZIN 5/95)


Samira Kassel mit 7 Monaten auf einer kombinierten Kanu-Fahrradtour im Bike-Anhänger.


Mit 8 Monaten bereits war Samira mehrere Wochen im Großraum-Kanadier auf den französischen Weitwanderflüssen Allier und Loire unterwegs. Hier im Juni 95 mit Schwester Sina beim Morgenbad in der Loire. (siehe auch 2 Kassel-Artikel: Reviertipp "Die Loire - Kanutrekking quer durch Frankreich". Touren auf Europas schönstem Weitwanderfluss. KANUMAGAZIN 3/99. "Tour de France". Auf der Loire zum Atlantik. OUTDOOR 3/96)

   

Auch Babys lieben im heißen Sommer kühles Wasser, hier auf dem Allier im Juni 95


Cevennen/Südfrankreich, Oktober 1995. Nicht nur im Boot ist Samira Kassel von Anfang an dabei. Auch auf ausgedehnten Wanderungen in der bequemen Rückentrage entdeckt sie Neues in den Bergen (hier in der Zeitschrift OUTDOOR spezial, 5/99, FAMILY & CO. Mit ihren Kids nach draußen)


Doch nicht nur im Sommer brauchen Babys frische Luft. Gut verpackt ist Samira auch im Winter 95 bereits auf Skitouren mit ihren Eltern unterwegs (siehe Kassel-Artikel "Als Alaska vor der Haustür lag". Ski-Trekking spontan. OUTDOOR 1/1996)


KANUFAHREN MIT KIND UND KEGEL  Ausrüstungs-Tipps
Outdoor-Klamotten
Funktionsunterwäsche (z.B. „Four Seasons“); Fleece-Overall (z.B. für Kleinkinder von „Four Seasons“) oder Fleece-Anzug (z.B. von „Jack Wolfskin“); wasserdichter Regenanzug, Gummistiefel mit Fleece-Socken; Trekking-Schuhe, Wärme-Stiefel mit herausnehmbarem Filz-Innenschuh (z.B. Kamik „Junior“ ab Gr. 27)                                             Outdoor-Transport
Geländegängiger Kinderwagen und Fahrrad-Anhänger (z.B. von Chariot); Kindertragen mit funktionellem Tragesystem (z.B. von Deuter)


Ein idealer Familienfluss im Süden Frankreichs ist die Dordogne. Hier ist es im Sommer oft nicht nötig, nachts ein Zelt aufzubauen. Typisches Lager-Chaos der Kassel-Family im Sommer 98. (siehe auch Kassel-Artikel "Dordogne la Douce". Kanu-Familientour in Frankreich. OUTDOOR 3/97)


Sich Treiben lassen auf der Dordogne im Sommer 98. Gut geeignet sind hierfür die stabilen Luftboote der Firma GRABNER.

 

Auf der Dordogne 1998 unterwegs mit komplettem Hausstand, der bequem in die Luftboote passt. Sina kocht Kaffe für die ganze Mannschaft


Doch nicht nur im warmen Süden ist die mittlerweise 5-jährige Samira im Kanu unterwegs. Die Eltern zieht es auch immer wieder in den hohen Norden. Kein Problem für Samira, verfügt sie doch über die besten und wärmsten Klamotten, die der Outdoor-Markt für Kinder hergibt.


Als Samira mit 5 Jahren schon länger ruhig sitzen kann, steigt sie mit dem Vater um in ein kippstabiles Zweierkajak. In den folgenden Jahren werden so Touren möglich, die im Kanadier zu gefährlich sind. Ausgedehnte Seekajak-Gepäcktouren führen im Süden an die Küsten der Inseln Sardinien und Elba, im Norden zu den Lofoten und Åland-Inseln.

   

Die Lofoten-Tour 2000 (siehe Kassel-Artikel im neben abgebildeten OUTDOOR-Heft 8/2001) wird zum ersten Härte-Test in Samiras jungem Leben.


Samira auf den Lofoten 2000. Selbst klitschige, selbst gefangene Dorsche gehen durch Samiras Hände. Ein bisschen eklig schon, aber nicht schlimm. 


Bei ausgedehnten Seekajak-Gepäcktouren auf den Lofoten & Vesterålen 2000 ist Samira mit ihren 6 Jahren stets an Bord.


Lofoten 2000. Gepäcktour zur legendären Walfanginsel Skrova. Für viele Tage ist Essen an Bord, das abends auf Trangia-Sturmkochern zubereitet wird. 


KANUFAHREN MIT KIND UND KEGEL
Ausrüstungs-Tipps
Bootsausrüstung:
Kippstabiler Wanderkanadier ab 5 m mit 3 Sitzen oder flexiblem Einhängesitz (z.B. „Old Town“ Trip); Zweier-Tourenkajak der 5-Meter-Klasse, das sich auch alleine gut paddeln lässt (z.B. Prijon „Excursion“); für ältere Kinder Einerkajak (z.B. Prijon „Flipper“, Dag „Junior“ oder Bavaria „Filius“); passendes Kinderpaddel.
Paddelkleidung:
Gut passende Kinderschwimmweste mit Schrittgurten (z.B. Grabner „Holiday“); Neoprenanzug (z.B. Long-John Langer „Pure LJ“); Paddelschuhe- und Sandalen; Paddeljacke oder Anorak, Südwester und Sonnenhut.

          Auszug aus dem Kassel-Buch "Der Tarn - zu Fuß, mit Fahrrad und Boot" ab S. 70 ff

                                                    Tarn)-Urlaub mit Kindern     

Die Tarnregion ist insbesondere auch ein herrliches Aktivreiseland für Familien mit abenteuerlustigen Kindern. Doch Outdoor-Urlaub mit Kind und Kegel ist nicht immer ganz einfach. Wenn die Kids klein sind, finden sie draußen alles ungeheuer spannend und  wollen auch alles mitmachen, können aber leider noch nicht. Dann muss man sie in ihrem Aktivitätsdrang ständig bremsen und höllisch aufpassen, dass sie nicht mutterseelenallein auf gefährliche Erkundungsausflüge gehen. Sind sie dann endlich größer und auch fit für eine richtige Abenteuer- und Outdoortour – sie können alleine paddeln, besitzen ein erstklassiges Mountainbike, das Tragen eines Wanderrucksacks wäre überhaupt kein Problem mehr – , haben sie plötzlich keine Lust mehr. Null Bock auf Outdoor! Jetzt lieben sie die richtigen Urlaubsrummelorte, wo was los ist: Überfüllte Badestrände, laute Promenaden, geile Diskos, wo es sich mit Gleichaltrigen herrlich rumgammeln lässt. Das führt nicht selten zu Stress bei der Urlaubsplanung und vor Ort. Hier ein paar Tipps eines erfahrenen Vaters von drei Kindern, wie man als Outdoor-Familie über die Jahre hinweg mögliches Konfliktpotential entschärfen kann. Wir haben es immer – mehr oder minder erfolgreich – folgendermaßen probiert:

·         Wir planen nach Möglichkeit unsere Touren mit den Kindern gemeinsam. Jeder muss vorher wissen, wo’s hingeht und was auf ihn zukommt. Jeder muss „Bock“ darauf haben. Die Gorges du Tarn waren als gemäßigte „Wildnis“ mit viel Abwechslung und auch tollen Badefreuden auf kinderfreundlichen Sand- und Kiesbänken unter südlicher Sonne immer ein sehr beliebtes und kompromisstaugliches Outdoor-Reiseziel für die ganze Familie.

·         Der Charakter unserer Outdoor-Urlaubsreisen muss im Vorhinein geklärt sein, mehr erholsamer Gammelurlaub oder eher anspruchsvolle Hardcore-Aktion? Wollen oder müssen wir innerhalb der zur Verfügung stehenden Urlaubszeit ein bestimmtes Tourenziel erreichen, oder lässt sich das geplante Outdoorunternehmen so organisieren, dass der Weg das Ziel ist? Die Cevennen sind familientauglich und nicht vergleichbar mit einer Saharadurchquerung oder einem Nordlandtrip mit Dauerregen und Moskitos. Sie sind zwar wildromantisch, aber keine unwegsame Wildnis. Es gibt eine, wenn auch bescheidene touristische Infrastruktur. Man findet z.B. schnell einen Arzt, wenn ein Kind krank werden sollte oder kann im Ernstfall den Urlaub abbrechen und zügig heimfahren. 

·         Kein Familienmitglied darf auf einer Outdoor-Tour unter- oder überfordert sein. Das ist oft gar nicht so einfach zu realisieren, wenn die Kinder unterschiedlich alt sind. Ideal sind dafür allerdings Urlaubsregionen wie die Gorges du Tarn mit einem nach Schwierigkeitsgraden nahezu ideal abgestuften Aktivprogramm, sei es beim Paddeln von Zahmwasser bis WW III, beim Radeln auf gefällearmen Tal- und steilen Bergstraßen oder leichte bis anspruchsvolle Wanderungen von unterschiedlicher Länge und Dauer.

·         Dinge, die auf einer Outdoor-Tour je nach Alter und Fähigkeit beherrscht werden müssen, werden von uns vorher zu Hause geübt, z.B. das Kinderschwimmen mit Schwimmwesten im örtlichen Hallenbad oder den spielerischen Umgang mit Wanderkarte und Kompass bei Sonntagsspaziergängen im Spessart. Vor jeder längeren Urlaubs-Gepäcktour – egal, ob per Boot, Bike oder Pedes – findet vor Fahrtantritt ein Probepacken statt. Auch Wochenendprobetouren auf heimatlichen Fluss-, Rad- und Wanderwegen sind empfehlenswert, bis alles perfekt klappt und passt. Wer zu Hause im Vorfeld dazu keine Zeit und Muse hat, kann allerdings auch am Urlaubsort Gorges du Tarn zunächst gefahrlos Familien-Outdoorurlaub üben, ehe es zur Sache geht.

·         Optimale, vor allem auch kindgemäße Tourenausrüstung verhindert Urlaubsstress. Die Trekkingschuhe dürfen nicht drücken und Blasen verursachen, das Kinderpaddel darf nicht zu schwer sein, im Boot muss man auch nach Stunden noch schmerzfrei sitzen können. Kleinkinder brauchen im Kanu Platz für den regelmäßigen Mittagsschlaf, Regenkleidung und Zelte müssen schlechtwettertauglich sein usw. Ein Tipp für Radtouren mit Kleinkindern: Bei uns hat sich ein Bike-Kinderanhänger im Vergleich zum auf Dauer ungemütlichen Gepäckträgersitz bestens bewährt. Die Anschaffung kostet zwar unverhältnismäßig viel Geld, der Hänger ist aber auch noch über das Hinauswachsen des Kindes bei Bike-Gepäcktouren als ideales Transportmittel sinnvoll und oft im Einsatz.

·         Familien-Outdoortouren sind mit viel Arbeit verbunden. Jeder muss sich im Rahmen seiner Möglichkeiten daran beteiligen. Auch Kinder übernehmen schon Aufgaben, die sie bewältigen können, z.B. Zelte aufbauen, Luftmatratzen aufpumpen, Feuerholz sammeln, Geschirr spülen u.ä. Auf das notwendige Minimum lässt sich diese Arbeit reduzieren, wenn man in einer verhältnismäßig kleinen, aber vielfältigen Outdoor-Region wie den Gorges du Tarn auf einem familienfreundlich ausgestatteten und zentral gelegenen Campingplatz ein festes „Basislager“ für mehrere Tage einrichtet.

·         Outdoor-Eltern muss klar sein, dass die ersten zwei Tage auf Tour am schwierigsten und konfliktreichsten sind. Eine Familie auf Outdoor-Trip braucht Zeit, bis sich alles eingespielt hat und zur Routine wird.

·         Familientourenplanung muss flexibel sein. Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Touren müssen je nach Wind, Wetter und Verfassung der Teilnehmer problemlos abgeändert und im Ernstfall auch abgebrochen werden können. Für den Urlaubsplan am Tarn ist übrigens die Jahreszeit ein wichtiger Faktor: Im Frühjahr und Herbst sind die Gorges du Tarn menschenleer und wunderschön, jedoch nicht zwingend kinderfreundlich. Das Wasser ist zum Baden für Kleinkinder zu kalt und größere Kinder und Jugendliche mögen meist den Touristenrummel zur Hochsommerzeit. Dann ist einfach mehr los, jede Menge Gleichaltrige zum Anfreunden, diverse Feste und Veranstaltungen auf den belebten Campingplätzen und in den Ortschaften, Musik- und Discoveranstaltungen und anderes, was weniger Outdoor-Eltern, dafür aber umso mehr ihre Heranwachsenden interessiert. Dann ist Kompromissbereitschaft gefragt, wenn man verhindern will, dass die Kids keinen „Bock“ mehr haben, mit den langweiligen „Alten“ in der „Pampa“ rumzuziehen.

·         Trotz aller Konfliktvermeidung sind wir uns einig, dass man auf einer Outdoor-Tour auch mal streiten und ausflippen darf. Meist reden wir abends gemeinsam am Lagerfeuer über den Tag, was gut war, was schlecht geklappt hat und wem was besonders „gestunken“ hat.

Outdoor-Urlaub mit Kindern, besonders der Aufenthalt am Wasser, birgt nicht zu unterschätzende Gefahrenmomente, die man kennen muss bei einem Familienurlaub am Tarn. Ein neuerer Untersuchungsbericht des Marburger Forums Unfallprävention des Deutschen Grünen Kreuzes stellt fest: Die häufigste Todesursache bei Kleinkindern ist Ertrinken! 38 % der tödlichen Unfälle von Kindern zwischen ein und vier Jahren passierten 1997 beim Planschen in Flüssen, Seen, Teichen und Regenwassertonnen. Hierfür sind die Eltern verantwortlich. Wer z.B. Kleinkinder ohne Aufsicht und funktionelle Schwimmhilfe allein am Wasser spielen lässt, verletzt seine Aufsichtspflicht. Daher hier kurz die wichtigsten Regeln für das Paddeln mit Kindern auf dem Tarn:

·         Kleinkinder sollten nur mit kanuerfahrenen Eltern und geeigneten Schwimmwesten (Z.B.: „Grabner Holiday“, mini – 20 kg, mit Schwimmkragen und Schrittgurten gegen Hochrutschen, erhältlich im Kanufachhandel) ins kippstabile Familienboot (Z.B.: Grabner-Luftboote „Outside“ oder „Adventure“).

·         Auch für die Erwachsenen besteht Schwimmwestenpflicht, nicht nur in Vorbildfunktion, sondern auch, um im Kenterfalle die Kinder und die abtreibende Ausrüstung leichter ans Ufer zu schaffen.

·         Kinder, die mit ihren Eltern zum Paddeln auf dem Tarn unterwegs sind, sollten keine Angst vor dem Wasser haben und Schwimmkenntnisse besitzen. Das verhindert im Kenterfalle mögliche Panik.

·         Beim Ausleihen von Kanuausrüstung muss auf ordentlichen Zustand (Boote, die nicht absaufen, notwendige Auftriebskörper, keine wackligen, kaputten Sitze, solide, bruchfeste Paddel), Passgenauigkeit der Kinderwesten und Vollständigkeit (wasserdichte Tonnen oder Packsäcke, Flussbeschreibung oder Streckenkarte mit eingezeichneten Wehren und Gefahrenstellen, wenn nötig Bootswagen) geachtet werden.

·         Für Kinder ist grundsätzlich wasserdicht verpackte Reservekleidung mitzunehmen (Hierfür eignen sich besonders die soliden Packsäcke der Firmen hf, Ortlieb und Zölzer, erhältlich im Kanufachhandel).

·         Im Frühjahr und Herbst sollten Kinder nicht nur Schwimmwesten, sondern auch Kälteschutzkleidung tragen (Z.B.: Ab Größe 128 im Kanu- oder Surfhandel erhältliche Neopren-„Long Johns“).

·         Bei Kindern, die etwa ab 10 Jahren im eigenen Kinderkajak unterwegs sind, muss sichergestellt sein, dass sie im Kenterfalle alleine die Spritzdecke öffnen können.

·         Vor Fahrtantritt sollte man nach Möglichkeit in Zahmwasser mit den Kindern spielerisch das Kentern, Retten und Bergen üben.

·         Kanueltern planen aus Sicht der Kinder nur kurze Tagesetappen, die von allen gut bewältigt werden können.

·         Sie üben keinen Zwang aus, legen nach Wunsch der Kinder Pausen ein und lassen sie den Tagesrhythmus bestimmen.

·         Verantwortungsbewusste Eltern sorgen am und auf dem Wasser für die lückenlose Beaufsichtigung ihrer Kinder und sind genau über das Gewässer informiert, auf dem sie mit ihren Kindern unterwegs sind.

Meine Hinweise sollen Eltern keineswegs abschrecken, mit Kindern auf dem Tarn paddeln zu gehen. Im Kapitel „Tourenvorschläge“ werde ich die Tarnabschnitte, die kindergeeignet sind, genauer kennzeichnen. Für Kinder ist ein naturbelassener Fluss wie der Tarn ein fantastischer Abenteuerspielplatz, den man ihnen aus Angst vor möglichen       Gefahren nicht  vorenthalten sollte.                                                                                                                                         

 
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